Mittwoch, 28. Juli 2010

Buchtipp - Brigitte Tag, Dominik Groß u.a. (Hg.) : "Todesbilder. Studien zum gesellschaftlichen Umgang mit dem Tod" (Bd. 1-4)

Der Campus Verlag hat sich viel vorgenommen:
In einer außergewöhnlichen Reihe veröffentlicht der Verlag: Todesbilder. Studien zum gesellschaftlichen Umgang mit dem Tod. Band 1-4.
Wenn man bedenkt, dass die Thematik „Tod“ zwar gesellschaftstauglich geworden ist (aber eher auf populäre, mediale Art), dann ist dieses wissenschaftliche Werk mit vier Bänden eindrucksvoll. So intensiv und umfassend hat man sich wohl noch nie mit dem „Tod“ und dem „Leichnam“ beschäftigt. Schon dafür gebührt dem Verlag und den Herausgebern große Anerkennung!
Im ersten - und umfänglichsten - Band (588 S.) geht es um das „Objekt Leiche - Technisierung, Ökonomisierung und Inszenierung toter Körper“
Im Zentrum des Bandes stehen der Leichnam und seine Nutzbarmachung in verschiedenen Kulturen und Epochen: der Wandel von Trauer- und Bestattungsriten, die Darstellung toter Körper in Kunst und Literatur, die Leiche im Kontext des Krieges, ihr Stellenwert in den Religionen bis hin zur Weiterbehandlung mit modernen Techniken wie Tiefkühlung oder Diamantisierung.
Die Herausgeber sind: Dominik Groß, Historiker, Ethiker und Mediziner. Groß ist Direktor des Instituts für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin der RWTH Aachen. Außerdem Jasmin Grande, Literaturwissenschaftlerin an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.
Der Inhalt ist umfassend und beinhaltet Aspekte wie:

Die Aneignung des menschlichen Leichnams: Facetten eines wenig
beleuchteten Phänomens

Der Nutzen des Leichnams im Altertum
Das schwierige Verhältnis der Griechen zum toten Körper

Überlegungen zur Apotheose des römischen Kaisers und zum Umgang mit seiner Leiche

Zum Verhältnis von Anatomie und Wissenschaftspraxis in der Frühen Neuzeit

Der tote Körper: Literarische Metamorphosen des Leibes und der Seele

Der Körper des toten Soldaten: Aneignungsprozesse zwischen Verdrängung und Inszenierung

Der menschliche Leichnam als (technische) Ressource

Die Ökonomie des toten Körpers

Die Aneignung des eigenen Leichnams
Do ut des? Zur Motivation von "Körperspendern" und zur Funktion
des toten Körpers

Todesbilder. Studien zum gesellschaftlichen Umgang mit dem Tod
Dominik Groß (Hg.), Christoph Schweikardt (Hg.) u.a.
Campus Verlag 2010


campus.de

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#| Stephan Hadraschek am 28.07.10 | 0 Comment/s (21) | 0 TB  | » Tipps - Bücher




Samstag, 24. Juli 2010

Katastrophe in Duisburg - tiefe Trauer

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Nach offiziellen Angaben sind jetzt (26.07.) 20 Menschen ums Leben gekommen.

Bei der Love Parade in Duisburg sind mindestens 15 Personen ums Leben gekommen. Sie wurden bei einer Massenpanik in einem Tunnel erdrückt. Sie hatten gegen 17 Uhr versucht, auf das Gelände zu gelangen, auf dem die Love Parade stattfindet. In einem Tunnel zum Festivaleingang kam es zur Panik, nachdem das Gelände gerade gesperrt worden war und es kein Durchkommen mehr gab. Ein Augenzeuge sagte dem Nachrichtensender n-tv, der Tunnel habe wie eine "Falle" gewirkt.
Bundespräsident Christian Wulff hat bestürzt auf das Unglück reagiert und zugleich eine rückhaltlose Aufklärung der Ursachen gefordert


Derzeit wird ermitelt. Es wird durch die Staatsanwaltschaft u.a. geprüft, ob das Sicherheitskonzept überhaupt angemessen war.
Polizei und Feuerwehr in Duisburg hatten eine eigene, weiterreichende Planung für die Millionenparty entwickelt - mit der sie sich allerdings in der Stadt nicht durchgesetzt haben.
Es ist zu hoffen, dass die Untersuchungen schnell zu Ergebnissen kommen und Verantwortliche benennen.

Ein Fazit für die Menschen könnte sein: Massenveranstaltungen auf begrenzten Räumen zu meiden.

spiegel.de/themenseite

faz.net

spiegel.de

spiegel.de


#| Stephan Hadraschek am 24.07.10 | 0 Comment/s (33) | 0 TB  | » Trauer




Mittwoch, 21. Juli 2010

Bestattung Wien

Wien ist anders - und besonders beim Thema "Tod".
Denn Österreichs größter Bestatter zieht um.

Zugegeben: Die Bestattung Wien ist in einer komfortablen Situation, denn sie war lange Zeit alleiniger Anbieter von Bestattungsleistungen. Ein Monopolist.
Nun sind zwar private Anbieter de facto zugelassen (Gewerberechtsnovelle 2002), spielen aber keine Rolle.
Wir wollten klare Verhältnisse schaffen“, sagt „B&F Wien“-Geschäftsführer Christian Fertinger. Auch wenn es sich um ein eher theoretisches Problem handelt – schließlich hat die Bestattung Wien im Vorjahr mit Pax und Perikles die letzten relevanten privaten Konkurrenten gekauft. Sie ist damit de facto wieder Monopolist. Durch die Neustrukturierung stünden der operative Teil der Bestattung und die Friedhöfe nun gleichrangig nebeneinander.

Die Bestattung Wien zieht nach Simmering zum Zentralfriedhof. Anfang 2012 soll die neue Unternehmenszentrale vis-à-vis des zweiten Tors in Betrieb genommen werden. Gleichzeitig wird auch am Gelände des Zentralfriedhofs ein Werkstättencluster eingerichtet, in dem künftig alle Unternehmensteile untergebracht werden.

derstandard.at

diepresse.com

bestattungwien.at

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BESTATTUNG WIEN GMBH, Goldeggasse 19



#| Stephan Hadraschek am 21.07.10 | 0 Comment/s (14) | 0 TB  | » Bestattung


Ceausescu und Ehefrau wurden exhumiert

Im Beisein des Schwiegersohnes, Mircea Opran, wurden die Särge auf dem Militärfriedhof Ghencea geöffnet.
Mittels DNA-Tests soll herausgefunden werden, ob es sich bei den Toten wirklich um die Ceausescus handelt.
Das Ergebnis der Untersuchung steht zur Zeit (Stand: Juli 2010) noch aus.

nachrichten.ch

wikipedia.de


#| Stephan Hadraschek am 21.07.10 | 0 Comment/s (13) | 0 TB  | » Friedhof




Dienstag, 20. Juli 2010

Delfin-Bestattung auf Neuseeland


Der Delfin Moko ist auf Neuseeland mit einer großen Zeremonie beigesetzt worden. 400 Personen verabschiedeten sich auf der Insel Matakana von dem weiblichen Tümmler, der seit 2008 der berühmteste seiner Art war.

news.myvideo.de


#| Stephan Hadraschek am 20.07.10 | 0 Comment/s (13) | 0 TB  | » Kurioses


Klassiker


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Gustave Doré: Houndsditch (1872)
wikipedia.de


#| Stephan Hadraschek am 20.07.10 | 0 Comment/s (17) | 0 TB  | » Friedhof




Sonntag, 18. Juli 2010

Traurig, aber Realität...

Auch in Trier sind ordnungsbehördliche Bestattungen keine Seltenheit:
TRIER. Paragraph 15, Absatz 1 setzt die Deadline: “Die Erdbestattung oder Einäscherung muss innerhalb von sieben Tagen nach Eintritt des Todes erfolgen”, heißt es im rheinland-pfälzischen Bestattungsgesetz. Eine Beerdigung innerhalb dieser Frist zu organisieren, ist in der Regel kein Problem. Doch diese Regel setzt voraus, dass der Verstorbene Angehörige oder Freunde hat, die sich um die Beisetzung kümmern und unmittelbar nach dem Eintritt des Todes ein Bestattungsunternehmen konsultieren.
Auch für normale Verhältnisse ist diese Frist des rheinland-pfälzischen Bestattungsgesetzes äußerst knapp bemessen.
Im Berliner Gesetz über das Leichen- und Bestattungswesen (Bestattungsgesetz)
heißt es beispielsweise zum Zeitpunkt der Bestattung:
"Die Bestattung darf frühestens 48 Stunden nach Eintritt des Todes stattfinden,
sofern nicht die zuständige Behörde auf Grund des Infektionsschutzgesetzes
eine vorzeitige Bestattung anordnet."

Weiter im Artikel bei 16 VOR:
Maßgabe sei in jedem Fall, die Würde des Toten zu achten, betont Schmitz. Ist für die Behörde ersichtlich, dass der Verstorbene eine Erdbestattung wünschte, wird er nicht eingeäschert. “Anonym gibt es schon mal gar nicht”, widerspricht Schmitz auch landläufigen Annahmen, die Toten würden anonym beigesetzt. Tatsächlich wissen die Mitarbeiter der Friedhofsverwaltung, wo welche Urne beigesetzt wurde – für den Fall, dass sich doch noch ein entfernt Verwandter oder enger Freund melden sollte. Für Außenstehende muss es jedoch den Anschein haben, die Toten seien anonym beigesetzt worden. Denn unter dem selben Gras ruhen Verstorbene, die zu Lebzeiten beschlossen haben, anonym bestattet zu werden.
Kommentar: Leider ist der Wunsch des Verstorbenen für die Behörde allzu oft nicht ersichtlich.
Und die Äußerung, "anonym gibt es nicht", ist natürlich Nonsens: Die Anonymität einer Bestattung bezieht sich ja nicht auf die Friedhofsmitarbeiter, sondern auf die Hinterbliebenen.

16vor.de


#| Stephan Hadraschek am 18.07.10 | 0 Comment/s (15) | 0 TB  | 


Das "ruhmvolle Skelett"

Reine Show, Selbstbeweihräucherung, Aktion zum eigenen Machterhalt?
Wie dem auch sein, aber die im TV übertragene Exhumierung des Unabhängigkeitskämpfers Simon Bolivar - veranlasst durch Venezuelas Staatschef Hugo Chávez - wirkt schon etwas merkwürdig. Grund: Chávez will prüfen lassen, ob sein politisches Vorbild ermordet wurde.

spiegel.de


#| Stephan Hadraschek am 18.07.10 | 0 Comment/s (16) | 0 TB  | » Kurioses




Samstag, 17. Juli 2010

Fragen über Fragen

Die Nachricht war erschütternd:

Sonntag, 04. Juli 2010
Es ist Gewissheit: Die Neuköllner Jugendrichterin Kirsten Heisig ist tot.

Die Leiche der Neuköllner Jugendrichterin Kirsten Heisig wurde am Samstag im Tegeler Forst gefunden. Nach dem vorläufigen Obduktionsergebnis gebe es keinen Hinweis auf ein Fremdverschulden, so ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.
sargsplitter.de

Mittlerweile gibt es viele Spekulationen und Mutmaßungen über den Tod von Kirsten Heisig. All dies ist mit der gebotenen kritischen Distanz zu betrachten, aber die Umstände dieses Falls scheinen dafür wie gemacht:

info.kopp-verlag.de

europenews.dk

www.politikforen.net

www.news.de

belljangler.wordpress.com


#| Stephan Hadraschek am 17.07.10 | 0 Comment/s (24) | 0 TB  | » Tod




Freitag, 16. Juli 2010

Neue Studie zur "Sterbequalität"

Eine Stiftung in Singapur hat erstmals untersuchen lassen, wie gut Sterbende in verschiedenen Staaten versorgt werden. Die bittere Erkenntnis: Nicht automatisch bedeutet eine gute Lebensqualität im Land auch, dass mit Sterbenden adäquat umgegangen wird.
Der Weltverband für Palliativpflege (WPCA) schätzt, dass rund um den Globus 100 Millionen Kranke und Angehörige im Jahr besonders betreut, begleitet und geschult werden müssten. Tatsächlich haben aber nur acht Millionen Menschen überhaupt Zugang zu Einrichtungen wie Hospizen und häuslicher Sterbebegleitung.
spiegel.de

Was besonders fragwürdig ist:
In den meisten hochentwickelten Ländern wird die Medizin ausschließlich dafür eingesetzt, um den Tod zu verhindern. Menschen beim Sterben ohne Schmerzen und Stress zu helfen, kommt oft zu kurz.
Wichtig als Lektüre zu dieser Thematik:

MICHAEL DE RIDDER
"Wie wollen wir sterben?"
Ein ärztliches Plädoyer für eine neue Sterbekultur in Zeiten der Hochleistungsmedizin
Link:
DVA


#| Stephan Hadraschek am 16.07.10 | 0 Comment/s (18) | 0 TB  | » Tod


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