Archiv: Juli 2010

Fr Jul 30, 2010

Duisburg: Ort der Trauer 2010

Es ist schon ärmlich - aber war zu erwarten:
Schuldzuweisungen, Besserwisser-Geschwätz, Verantwortungslosigkeit ohne Ende beim Thema "Love Parade 2010 in Duisburg". Nicht nur, aber auch deswegen ist die enorme Anteilnahme mit Wut gekoppelt. Dabei kommen die Opfer und deren Angehörige meist zu kurz.
Aber gerade hier wäre es jetzt wichtig, Verantwortliche zu benennen oder besser: Die Verantwortlichen bekennen sich selbst und stehen dazu.
Aber warum scheint "Verantwortung" heute immer mehr ins Abseits zu geraten? Sind Politiker, Veranstalter, Behören etc. nur noch Feiglinge und Bürokraten, die sich hinter Verordnungen, Anordnungen und Gesetze verschanzen?

Verantwortung bedeutet, für die Folgen eigener oder fremder Handlungen Rechenschaft abzulegen [...] Eine Grundvoraussetzung hierfür ist die Fähigkeit zur bewussten Entscheidung. Eine Verantwortung zieht immer eine Verantwortlichkeit nach sich, d. h. dafür Sorge zu tragen, dass die Entwicklung des Verantwortungsbereichs im gewünschten Sinne verläuft.
wikipedia.de
Haben denn alle Beteiligten vielleicht gar keine "bewussten" Entscheidungen getroffen?
Wenn nicht, gehören viele aus dem Verkehr gezogen und sollten der Justiz überantwortet werden. In der Hoffnung, diese ist sich ihrer Rolle bewusst!

Die Duisburger tragen schwer an der Katastrophe vom Samstag. Nach Schätzungen der Polizei kommen täglich Tausende in den Tunnel unter dem Alten Güterbahnhof. "Sie kommen von überall her - aus dem gesamten Ruhrgebiet, aber wir wurden auch von Leuten aus Marburg, Hamburg und München angesprochen", sagt ein Polizist.
In dem 300 Meter langen Tunnel riecht es nach Kerzenwachs. Flackernde Lichterketten weisen den Weg ins dunkle Innere. Aus Teelichtern sind Kreuze, ineinander verschlungene Herzen oder die Zahl 21 geformt. Dazwischen liegen einzelne Rosen, Sonnenblumen und wuchtige Gestecke, in Auftrag gegeben von einem Seniorenstift aus Duisburg, namhaften Firmen, Privatleuten. Kinder zünden Kerzen an, die der Wind wieder ausweht, und betrachten die Fotos der Toten.


spiegel.de

Strahlenden Glanz für ihre graue, geplagte Stadt hatten sich die Duisburger von der Love Parade erhofft. Doch nach der Katastrophe sind die Menschen voller Trauer - und fürchten zudem, als "ewige Verlierer" gebrandmarkt zu sein.

spiegel.de/panorama


Stephan Hadraschek am 30. Juli 2010, 12:07 | 0 Comment/s (1867) | 0 Trackbacks | » Trauer

Sa Jul 24, 2010

Katastrophe in Duisburg - tiefe Trauer

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Nach offiziellen Angaben sind jetzt (26.07.) 20 Menschen ums Leben gekommen.

Bei der Love Parade in Duisburg sind mindestens 15 Personen ums Leben gekommen. Sie wurden bei einer Massenpanik in einem Tunnel erdrückt. Sie hatten gegen 17 Uhr versucht, auf das Gelände zu gelangen, auf dem die Love Parade stattfindet. In einem Tunnel zum Festivaleingang kam es zur Panik, nachdem das Gelände gerade gesperrt worden war und es kein Durchkommen mehr gab. Ein Augenzeuge sagte dem Nachrichtensender n-tv, der Tunnel habe wie eine "Falle" gewirkt.
Bundespräsident Christian Wulff hat bestürzt auf das Unglück reagiert und zugleich eine rückhaltlose Aufklärung der Ursachen gefordert


Derzeit wird ermitelt. Es wird durch die Staatsanwaltschaft u.a. geprüft, ob das Sicherheitskonzept überhaupt angemessen war.
Polizei und Feuerwehr in Duisburg hatten eine eigene, weiterreichende Planung für die Millionenparty entwickelt - mit der sie sich allerdings in der Stadt nicht durchgesetzt haben.
Es ist zu hoffen, dass die Untersuchungen schnell zu Ergebnissen kommen und Verantwortliche benennen.

Ein Fazit für die Menschen könnte sein: Massenveranstaltungen auf begrenzten Räumen zu meiden.

spiegel.de/themenseite

faz.net

spiegel.de

spiegel.de


Stephan Hadraschek am 24. Juli 2010, 21:07 | 0 Comment/s (1670) | 0 Trackbacks | » Trauer

Fr Jul 23, 2010

Wie wird ein Tatort wieder sauber?

Wir erinnern uns: Letztes Jahr gab es einen Kinofilm, der hieß "Sunshine Cleaning".
Und in diesem Film wurde auf komische Art eine berufliche Tätigkeit dargestellt, die weitgehend unbekannt ist: Die Reinigung von Tatorten.
O-Ton des Filmverleihs:
Um ihre Finanzkrise zu meistern, starten die beiden
Schwestern Rose (Amy Adams) und Norah (Emily Blunt)
ein ungewöhnliches Geschäft.
Sie gründen die Firma "Sunshine Cleaning" und kratzen
Blut von den Wänden - kurz: sie reinigen Tatorte.
Die beiden werden von ihrem unkonventionellen Vater
Joe (Alan Arkin) unterstützt, der mit verschiedenen
sonderbaren Mini-Jobs versucht, Rechnungen zu zahlen
und seinem 8jährigen Enkel nebenher beibringt,
wie sich binnen kürzester Zeit eine Million Dollar
verdienen lassen.

Also nicht nur eine fiktive Filmidee, sondern ein realer Teilbereich des Reinigungsgewerbes.

sunshinecleaning-film.de

spiegel.de

imdb.com

wikipedia.de


Stephan Hadraschek am 23. Juli 2010, 23:07 | 0 Comment/s (1516) | 0 Trackbacks | » Kurioses

Mi Jul 21, 2010

Bestattung Wien

Wien ist anders - und besonders beim Thema "Tod".
Denn Österreichs größter Bestatter zieht um.

Zugegeben: Die Bestattung Wien ist in einer komfortablen Situation, denn sie war lange Zeit alleiniger Anbieter von Bestattungsleistungen. Ein Monopolist.
Nun sind zwar private Anbieter de facto zugelassen (Gewerberechtsnovelle 2002), spielen aber keine Rolle.
Wir wollten klare Verhältnisse schaffen“, sagt „B&F Wien“-Geschäftsführer Christian Fertinger. Auch wenn es sich um ein eher theoretisches Problem handelt – schließlich hat die Bestattung Wien im Vorjahr mit Pax und Perikles die letzten relevanten privaten Konkurrenten gekauft. Sie ist damit de facto wieder Monopolist. Durch die Neustrukturierung stünden der operative Teil der Bestattung und die Friedhöfe nun gleichrangig nebeneinander.

Die Bestattung Wien zieht nach Simmering zum Zentralfriedhof. Anfang 2012 soll die neue Unternehmenszentrale vis-à-vis des zweiten Tors in Betrieb genommen werden. Gleichzeitig wird auch am Gelände des Zentralfriedhofs ein Werkstättencluster eingerichtet, in dem künftig alle Unternehmensteile untergebracht werden.

derstandard.at

diepresse.com

bestattungwien.at

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BESTATTUNG WIEN GMBH, Goldeggasse 19



Stephan Hadraschek am 21. Juli 2010, 21:07 | 0 Comment/s (10388) | 0 Trackbacks | » Bestattung

Ceausescu und Ehefrau wurden exhumiert

Im Beisein des Schwiegersohnes, Mircea Opran, wurden die Särge auf dem Militärfriedhof Ghencea geöffnet.
Mittels DNA-Tests soll herausgefunden werden, ob es sich bei den Toten wirklich um die Ceausescus handelt.
Das Ergebnis der Untersuchung steht zur Zeit (Stand: Juli 2010) noch aus.

nachrichten.ch

wikipedia.de


Stephan Hadraschek am 21. Juli 2010, 20:07 | 0 Comment/s (1611) | 0 Trackbacks | » Friedhof

Di Jul 20, 2010

Delfin-Bestattung auf Neuseeland


Der Delfin Moko ist auf Neuseeland mit einer großen Zeremonie beigesetzt worden. 400 Personen verabschiedeten sich auf der Insel Matakana von dem weiblichen Tümmler, der seit 2008 der berühmteste seiner Art war.

news.myvideo.de


Stephan Hadraschek am 20. Juli 2010, 23:07 | 0 Comment/s (1619) | 0 Trackbacks | » Kurioses

Klassiker


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Gustave Doré: Houndsditch (1872)
wikipedia.de


Stephan Hadraschek am 20. Juli 2010, 00:07 | 0 Comment/s (1640) | 0 Trackbacks | » Friedhof

So Jul 18, 2010

Traurig, aber Realität...

Auch in Trier sind ordnungsbehördliche Bestattungen keine Seltenheit:
TRIER. Paragraph 15, Absatz 1 setzt die Deadline: “Die Erdbestattung oder Einäscherung muss innerhalb von sieben Tagen nach Eintritt des Todes erfolgen”, heißt es im rheinland-pfälzischen Bestattungsgesetz. Eine Beerdigung innerhalb dieser Frist zu organisieren, ist in der Regel kein Problem. Doch diese Regel setzt voraus, dass der Verstorbene Angehörige oder Freunde hat, die sich um die Beisetzung kümmern und unmittelbar nach dem Eintritt des Todes ein Bestattungsunternehmen konsultieren.
Auch für normale Verhältnisse ist diese Frist des rheinland-pfälzischen Bestattungsgesetzes äußerst knapp bemessen.
Im Berliner Gesetz über das Leichen- und Bestattungswesen (Bestattungsgesetz)
heißt es beispielsweise zum Zeitpunkt der Bestattung:
"Die Bestattung darf frühestens 48 Stunden nach Eintritt des Todes stattfinden,
sofern nicht die zuständige Behörde auf Grund des Infektionsschutzgesetzes
eine vorzeitige Bestattung anordnet."

Weiter im Artikel bei 16 VOR:
Maßgabe sei in jedem Fall, die Würde des Toten zu achten, betont Schmitz. Ist für die Behörde ersichtlich, dass der Verstorbene eine Erdbestattung wünschte, wird er nicht eingeäschert. “Anonym gibt es schon mal gar nicht”, widerspricht Schmitz auch landläufigen Annahmen, die Toten würden anonym beigesetzt. Tatsächlich wissen die Mitarbeiter der Friedhofsverwaltung, wo welche Urne beigesetzt wurde – für den Fall, dass sich doch noch ein entfernt Verwandter oder enger Freund melden sollte. Für Außenstehende muss es jedoch den Anschein haben, die Toten seien anonym beigesetzt worden. Denn unter dem selben Gras ruhen Verstorbene, die zu Lebzeiten beschlossen haben, anonym bestattet zu werden.
Kommentar: Leider ist der Wunsch des Verstorbenen für die Behörde allzu oft nicht ersichtlich.
Und die Äußerung, "anonym gibt es nicht", ist natürlich Nonsens: Die Anonymität einer Bestattung bezieht sich ja nicht auf die Friedhofsmitarbeiter, sondern auf die Hinterbliebenen.

16vor.de


Stephan Hadraschek am 18. Juli 2010, 22:07 | 0 Comment/s (1511) | 0 Trackbacks |

Das "ruhmvolle Skelett"

Reine Show, Selbstbeweihräucherung, Aktion zum eigenen Machterhalt?
Wie dem auch sein, aber die im TV übertragene Exhumierung des Unabhängigkeitskämpfers Simon Bolivar - veranlasst durch Venezuelas Staatschef Hugo Chávez - wirkt schon etwas merkwürdig. Grund: Chávez will prüfen lassen, ob sein politisches Vorbild ermordet wurde.

spiegel.de


Stephan Hadraschek am 18. Juli 2010, 20:07 | 0 Comment/s (1664) | 0 Trackbacks | » Kurioses

Sa Jul 17, 2010

Fragen über Fragen

Die Nachricht war erschütternd:

Sonntag, 04. Juli 2010
Es ist Gewissheit: Die Neuköllner Jugendrichterin Kirsten Heisig ist tot.

Die Leiche der Neuköllner Jugendrichterin Kirsten Heisig wurde am Samstag im Tegeler Forst gefunden. Nach dem vorläufigen Obduktionsergebnis gebe es keinen Hinweis auf ein Fremdverschulden, so ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.
sargsplitter.de

Mittlerweile gibt es viele Spekulationen und Mutmaßungen über den Tod von Kirsten Heisig. All dies ist mit der gebotenen kritischen Distanz zu betrachten, aber die Umstände dieses Falls scheinen dafür wie gemacht:

info.kopp-verlag.de

europenews.dk

www.politikforen.net

www.news.de

belljangler.wordpress.com


Stephan Hadraschek am 17. Juli 2010, 23:07 | 0 Comment/s (1760) | 0 Trackbacks | » Tod

Fr Jul 16, 2010

Neue Studie zur "Sterbequalität"

Eine Stiftung in Singapur hat erstmals untersuchen lassen, wie gut Sterbende in verschiedenen Staaten versorgt werden. Die bittere Erkenntnis: Nicht automatisch bedeutet eine gute Lebensqualität im Land auch, dass mit Sterbenden adäquat umgegangen wird.
Der Weltverband für Palliativpflege (WPCA) schätzt, dass rund um den Globus 100 Millionen Kranke und Angehörige im Jahr besonders betreut, begleitet und geschult werden müssten. Tatsächlich haben aber nur acht Millionen Menschen überhaupt Zugang zu Einrichtungen wie Hospizen und häuslicher Sterbebegleitung.
spiegel.de

Was besonders fragwürdig ist:
In den meisten hochentwickelten Ländern wird die Medizin ausschließlich dafür eingesetzt, um den Tod zu verhindern. Menschen beim Sterben ohne Schmerzen und Stress zu helfen, kommt oft zu kurz.
Wichtig als Lektüre zu dieser Thematik:

MICHAEL DE RIDDER
"Wie wollen wir sterben?"
Ein ärztliches Plädoyer für eine neue Sterbekultur in Zeiten der Hochleistungsmedizin
Link:
DVA


Stephan Hadraschek am 16. Juli 2010, 22:07 | 0 Comment/s (1729) | 0 Trackbacks | » Tod

Mi Jul 14, 2010

In eigener Sache: Spendenaktion!

Durch ein tragisches Unglück wurde die Entwicklerin des "Sargsplitter" und ihre Familie durch einen verheerenden Wohnungsbrand obdachlos. Carola, ihr Mann Oliver und ihre kleine Tochter haben innerhalb von Minuten alles verloren und müssen sich nun eine neue Existenz aufbauen. Wie durch ein Wunder haben alle überlebt – aber sie stehen da mit leeren Händen, gerade ein paar Sachen konnten sie aus den Trümmern retten.
Zu diesem Zweck wurde nun schnell und unkompliziert ein Spendenkonto eingerichtet, auf das gespendet werden kann. Und dazu wurde "abgebrannt-wir-helfen.de" ins Leben gerufen.

Hier der Link:
abgebrannt-wir-helfen.de

Sargsplitter bittet daher um Spenden für diese Familie in Not.
Vielen Dank!



Stephan Hadraschek am 14. Juli 2010, 22:07 | 0 Comment/s (2701) | 0 Trackbacks |

Mo Jul 12, 2010

Details: Friedhofstore


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Stephan Hadraschek am 12. Juli 2010, 21:07 | 0 Comment/s (1772) | 0 Trackbacks | » Friedhof

Sa Jul 10, 2010

Die vergessenen Toten Berlins I.

Nicht nur "Hart Island beherbergt namenlose oder vergessene Tote.
Auch in Berlin gibt es Bestattungsorte, für die sich niemand mehr zu interessieren scheint.
Als erstes Beispiel sei hier der
"Beamtenfriedhof" genannt, der einst der Anstaltsfriedhof ("Anstalts-Kirchhof) des Preußischen Mustergefängnisses Moabit war.
In zentraler Lage in Nähe des Berliner Hauptbahnhofs im Ortsteil Moabit diente er als Begräbnisstätte für die Vollzugsbeamten und Gefangenen des angrenzenden Zellengefängnisses Lehrter Straße.

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Stephan Hadraschek am 10. Juli 2010, 16:07 | 0 Comment/s (1761) | 0 Trackbacks | » Friedhof

Mi Jul 07, 2010

Die vergessenen Toten von New York

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Man kann es sich kaum vorstellen: Für die Toten in New York, um die sich niemand kümmert, gibt es eine Insel - Hart Island.

Nur Obdachlose und Drogenabhängige seien auf der Insel begraben, ist die Vorstellung mancher New Yorker. Das stimmt zwar auch, doch so viele Obdachlose und Drogenabhängige gibt es selbst im Big Apple nicht. Die Krankenhäuser in der Stadt müssen Verstorbene nur zwei Wochen aufbewahren. Wenn in dieser Zeit niemand erklärt, die Kosten für ein Begräbnis zu übernehmen, werden die Leichen weggeschafft – Kühlräume sind ein Kostenfaktor.
1865 diente die Insel zum ersten Mal als Friedhof. Die Armenfriedhöfe in Manhattan wurden mehr und mehr von der sich ausbreitenden Stadt "eingeholt". Daher entschloss man sich, in ausreichender Entfernung - rund 16 Meilen (ca. 25 Km) - einen neuen anzulegen. Und da ist er noch heute, der Armenfriedhof von New York, auch Potter`s Field genannt.

"Warum gibt es diesen Ort?", ist die Frage, die Melinda Hunt seit 20 Jahren umtreibt. Die Künstlerin hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, an die Toten auf Hart Island zu erinnern. "Die Stadt versucht, es unsichtbar zu machen", sagt Hunt. "Es ist wie der Versuch, Beweise zu verschleiern."
hartisland.net

"Hart Island umspült eine tiefe Traurigkeit", sagt Kenneth Jackson, Geschichtsprofessor an der Columbia University. "Das schlimmste ist, dass die Insel abgesperrt ist." Wenn sich in der Zukunft Historiker oder Anthropologen mit New York beschäftigen, werden sie wohl zu dem Schluss kommen, dass "wir eine Gesellschaft haben, die sich nicht in dem Maß um ihre schwächsten Mitglieder kümmert, wie das andere Gesellschaften tun, die deutlich ärmer sind als wir", sagt Jackson. "Die Ungleichheit im Leben setzt sich bei uns sogar nach dem Tod fort."
Traurig, aber für die USA nicht verwunderlich.
Doch wenn sich bestimmte Entwicklungen in Deutschland weiter fortsetzen, wäre ein "Hart Island" auch hier vorstellbar. Viele kleine "Hart Islands" gibt es ja bereits, wenn man nur an die "ordnungsbehördlichen Bestattungen" ("Ersatzbestattungen") denkt...

zeit.de

wikipedia.de


Stephan Hadraschek am 07. Juli 2010, 21:07 | 0 Comment/s (1869) | 0 Trackbacks | » Friedhof

So Jul 04, 2010

Tragik in Berlin

Es ist Gewissheit: Die Neuköllner Jugendrichterin Kirsten Heisig ist tot.

Die Leiche der Neuköllner Jugendrichterin Kirsten Heisig wurde am Samstag im Tegeler Forst gefunden. Nach dem vorläufigen Obduktionsergebnis gebe es keinen Hinweis auf ein Fremdverschulden, so ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Für Weggefährten von Kirsten Heisig, die zwei halbwüchsige Kinder hinterlässt, ist es unvorstellbar, dass die kämpferische und energievolle Richterin freiwillig aus dem Leben geschieden sein soll. „Diese Frau war die Lebenslust pur“, sagte Neuköllns Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky gestern dem Tagesspiegel: "Für alle, die sich hier in Berlin um eine realistische Auseinandersetzung mit Jugendgewalt und -kriminalität sowie mit Problemen und Chancen von Integration bemühen, war und ist sie unersetzlich."
[...] Dass die Nachricht vom Tod der engagierten Richterin ausgerechnet mit dem Jubel über das Argentinien-Spiel zusammenfiel, fand Heinz Buschkowsky makaber: „Kirsten Heisig hätte sich so über diesen Sieg gefreut."


tagesspiegel.de

Sargsplitter wird diesen tragischen Fall weiter beleuchten.

In dem aufschlussreichen "Nachruf auf Kirsten Heisig" von Werner van Bebber und Sandra Dassler (Tagesspiegel) wird die Person Kirsten Heisig deutlich:
"Kirsten Heisig war politisch im Sinn von: So darf das nicht weitergehen. Wer sie kennenlernte, hätte nicht sagen können, ob sie die Grünen, die SPD oder die CDU gewählt hat. Sie schätzte die bürgerliche Ordnung – und sah, dass diese in manchen Teilen der Stadt so gut wie nicht mehr galt. Und dass es Leute gab, die daran litten, verprügelte friedliebende Jugendliche genauso wie beraubte Rentnerinnen. Dagegen ging sie an."
Es geht nicht um Mystifizierung oder gar Apotheose einer engagierten Frau. Sondern um Würdigung und Einordnung.
Weshalb sich Kirsten Heisig das Leben nahm, wissen wir nicht- und wir werden es wohl nie erfahren. Es steht auch niemandem zu, darüber zu urteilen oder zu richten. Wir haben es zu respektieren, so furchtbar es auch ist.
Den Angehörigen gilt meine aufrichtige Anteilnahme - in diesem Augenblick ist allein Schweigen.
Und besonders den Kindern wünsche ich für die kommende Zeit ohne Mutter viel Kraft, Mut und Zuversicht sowie viele liebe Menschen, die sie trösten und zur Seite stehen.

tagesspiegel.de


Stephan Hadraschek am 04. Juli 2010, 12:07 | 0 Comment/s (1906) | 0 Trackbacks | » Trauer

Hoffnung und Zuversicht

Dum spiro, spero. - Solange ich atme, hoffe ich.

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Der Begriff der Hoffnung ist im Sprachgebrauch nicht neutral, d. h. wenn von Hoffnung die Rede ist, wird dadurch in der Regel auch zum Ausdruck gebracht, dass diese berechtigt ist. Beispiel: Es besteht noch Hoffnung.
Sonst wäre es Illusion.

wikipedia.de


Stephan Hadraschek am 04. Juli 2010, 12:07 | 0 Comment/s (1714) | 0 Trackbacks |

Vor zwei Jahren...

Erinnerungen

Wir erinnern uns: Die Endrunde der in Wien am 29. Juni 2008 um 22:42 Uhr wurde Spanien zum zweiten Mal nach 1964 Fußball-Europameister. Als Sieger der Europameisterschaft nahm Spanien dann am Konföderationen-Pokal 2009 in Südafrika teil.
Das Wetter war zwar nicht vergleichbar mit dem der WM 2010 in Südafrika, aber viele Emotionen waren dennoch im Spiel...
Und die Hoffnung bleibt.


Stephan Hadraschek am 04. Juli 2010, 12:07 | 0 Comment/s (1569) | 0 Trackbacks |