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Archiv: Mai 2010
Wir erinnern uns: Tilman Jens‘ Buch "Demenz. Abschied von meinem Vater“ erschien Anfang 2009 – und die heftige, teils sehr persönliche und unseriöse Kritik, ließ nicht auf sich warten (siehe auch die Besprechung bei Sargsplitter unter http://www.sargsplitter.de/comments.php?id=-buchtipptilman-jens-demenz-abschied-von-meinem-vater_0_7_10_C39)
Er habe seinen Vater, Walter Jens, „vorgeführt“, „einen Wehrlosen vom Sockel gestürzt“ und „literarischen Vatermord“ begangen – so der Vorwurf an den „feigen Filius“, den „missratenen Spross“. Dennoch gab es Ermutigung und das Lob für sein „bewegendes“, „bestechendes“, „gelungenes“ Buch.
Es kann und soll hier nicht der Ort sein, das Buch in allen Einzelheiten zu analysieren – es muss gelesen werden.
Tilman Jens hat ein wichtiges (zweites) Buch wider die Tabuisierung eines Krankheitsbildes geschrieben, das trotz (oder wegen?) der gesellschaftlichen Brisanz ein Schattendasein führt. Welche persönlichen Umstände (z.B. ein lang verschwiegener Parteieintritt in die NSDAP) auch ursächlich für eine Demenz sein können – die Tatsachen zählen. Und dies am Beispiel von Walter Jens zu veranschaulichen - einen der bedeutendsten Geister, die Deutschland je hatte, ist außerordentlich. Und verdient Respekt.
Zum Autor:
Tilman Jens, geboren 1954, lebt als Journalist in Frankfurt am Main. Buchveröffentlichungen über Uwe Johnson und Mark Twain. Autor von »Goethe und seine Opfer«.Regelmäßige Arbeit für die Kulturmagazine der ARD. Zahlreiche Fernsehdokumentationen für die Kulturmagazine von ARD und 3sat/Kulturzeit.
Tilman Jens
Vatermord. Wider einen Generalverdacht
192 Seiten, Geb.
ISBN: 978-3-579-06870-1
17,95 € [D]
Gütersloher Verlagshaus

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Der 13. Bundeskongress Notfallseelsorge und Krisenintervention findet am
31. Mai – 2. Juni 2010 in Münster statt.
Motto: Miteinander vernetzt - Grenzen überwinden
Man will in Zukunft noch besser und enger bei Unfällen, Verbrechen und Katastrophen zusammenarbeiten. Des weiteren will man über den Sinn und Nutzen von Netzwerken in der Psychosozialen Notfallversorung (PSNV) nachdenken und auch offen über die Probleme bei der Bildung von Netzwerken diskutieren.
Programm.pdf
nfs-kit.de
www.borkenerzeitung.de
paramedius.com
Es war wieder soweit: Die "Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal" tagte - und diesmal in Berlin.
Hier ein kurzer Abriss des Programms:
AFD-Jahrestagung 2010
Neben den üblichen Regularien der Mitgliederversammlung ist die Jahrestagung mit ihren
Besichtigungen dem neuesten Friedhofstrend zu religiösen, weltanschaulichen und gruppenspezifischen Gemeinschaftsgräbern gewidmet. Die Grabstätten von Clans und Peergroups (Gruppen von Gleichgesinnten) werden künftig an die Stelle des Wahlgrabes der biologischen Familie treten.
Nirgendwo anders wird dies in seiner historischen und aktuellen Dimension so deutlich wie in Berlin. Indem sich Verwaltungen diesem Trend öffnen oder ihn sogar bewusst fördern, nutzen sie eine weitere Chance zur Verbesserung der Nachfrage nach Gräbern auf Friedhöfen.
Donnerstag, 20.05.2010 Individuelle Anreise nach Berlin und Check-in im Hotel.
Zimmer werden im Hotel Park Inn Berlin-Alexanderplatz (Alexanderplatz 7,10178 Berlin) nach Ihrer Anmeldung gebucht.
13.00 h
Öffnung des Tagungsbüros
Beginn der Mitgliederversammlung
Grußwort der Senatsbaudirektorin, Frau Regula Lüscher
Kaffeepause
OKR Dr. Arne Ziekow, Die Arbeit der "Stiftung Historische Friedhöfe und Kirchhöfe
in Berlin-Brandenburg"
Professor Dr. Reiner Sörries, "Die multikulturelle Friedhofslandschaft Berlins:
1910 - 2010 - ein Vergleich". Die Mitgliederversammlung findet statt im Gebäude des Konsistoriums der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Georgenkirchstraße 69-70, Raum 3701 (Haus 3, 7. Etage), unweit Alexanderplatz (ca. 1 km).
Abends wird die Möglichkeit für einen Gedankenaustausch gegeben sein. Der Ort wird auf der
Mitgliederversammlung bekannt gegeben.
Freitag, 21.05.2010
Ab 8.30 h ganztägige Exkursion (mit Bus) zur multikulturellen Friedhofslandschaft in Berlin. Folgende
Friedhöfe stehen auf dem Programm: Buddhistischer Friedhof (Ruhleben), Jüdischer Friedhof(Heerstraße), Muslimischer Friedhof (Gatow), Russisch-orthodoxer Friedhof (Tegel). Ein besonderer Höhepunkt ist die Teilnahme (11.00 h) an der Eröffnung des Gemeinschaftsgrabes des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge auf dem Waldfriedhof Heerstraße.
Ab 19.00 h gemeinsamer Abend im Bestattungshaus Otto Berg. Dort erleben wir "Mord und Totschlag bei Fontane" von und mit dem Autor Horst Bosetzky mit anschließendem Imbiss. Wir sind zu Gast bei Otto Berg Bestattungen GmbH & Co. KG, Residenzstraße 68. Rückkehr ins Hotel gegen 22.00 h.
Samstag, 22.05.2010
Ab 8.30 h Abfahrt zum Besuch der 1829 nach Plänen Karl Friedrich Schinkels
angelegten Familiengrabstätte der Hurnboldts mit einer Kopie der 1818 von dem Bildhauer Bertel Thorvaldsen geschaffenen Statue der Spes (Hoffnung). Diese einzigartige private Grabanlage ist Teil des Humboldt-Schlosses in Berlin-Tegel und für sich schon ein Kleinod klassizistischer Baukunst. Hier wurde u. a. Friedrich Wilhelm Heinrich Alexander von Humboldt (* 14. September 1769 t 6. Mai 1859) beigesetzt.
Ende der Tagung gegen Mittag und individuelle Rückreise.
sepulkralmuseum.de
Die Tagung
Gruppenbild
Der Geschäftsführer der AFD, Prof. Dr. Reiner Sörries (li.) und der Vorsitzende des Vorstandes der AFD, Matthäus Vogel (re.)
Die nächste Tagung 2011 findet in Kassel statt.
THE SUN AIN'T GONNA SHINE ANYMORE
Tod und Sterben in der Rockmusik
Eine Ausstellung der Stiftung Künstlerdorf Schöppingen im Museum für Sepulkralkultur
(29. Mai bis 12. September 2010)
Eröffnungskonzert & Ausstellungseröffnung
am Freitag, 28. Mai 2010, um 19:30 Uhr
Die neue Sonderausstellung "The Sun Ain´t Gonna Shine Anymore – Tod und Sterben in der Rockmusik“ befasst sich mit der dunklen, morbiden Seite des Glitzerbusiness. Idee und Zusammenstellung der umfangreichen Schau stammen von der Stiftung Künstlerdorf Schöppingen. 200 Platten- und CD-Cover, zahlreiche Songbeispiele ergänzt durch übersetzte Songtexte, Videoclips und dreidimensionale Exponate führen die Besucher in die Welt jenseits des Lichts, in die atemberaubenden Gewölbe menschlicher Vergänglichkeit und Abartigkeit.
sepulkralmuseum.de

Archäologischer Fund in Ägypten:
In Ägypten sind 57 jahrtausendealte Gräber entdeckt worden. In den meisten befänden sich noch hölzerne Sarkophage mit Mumien darin, teilten die Behörden mit. Die ältesten Gräber stammten aus der Zeit um 2750 vor Christus.
tagesschau.de
Die Gothics kommen wieder: Das 19. WGT in Leipzig hat begonnen!
(21. Mai 2010 bis 24. Mai 2010)
Wir Gothics sind einfach eine große Familie. Wir sind freundlich zueinander», sagt Angie Kaufer (27) aus München. Sie und ihr Begleiter Daniel Weber (28) laufen im Piraten-Look mit Totenkopf- Dress und Dreispitz über das Hauptfestivalgelände im Süden der Stadt. Zum siebten Mal sei sie schon beim WGT dabei, sagt Angie. Die Musik - dieses Jahr treten fast 200 Künstler an 40 Veranstaltungsorten bei dem viertägigen WGT auf - und die Gelegenheit, Leute kennenzulernen, zögen sie an. «Alle Jahre wieder. Es ist einfach so toll hier!
ivz-online.de
wave-gotik-treffen.de
Was machen Gothics eigentlich, wenn nicht WGT ist?
spiegel.de
Die Staatsanwaltschaft von Neapel vermutet, dass hunderte Pizzerien ihre Steinöfen mit dem Holz von gebrauchten Särgen befeuern. Fast täglich würden Gräber auf den Friedhöfen der süditalienischen Stadt geplündert.
Da braucht man sich über einen merkwürdigen Geschmack nicht wundern...
google.com/AFP
berlinonline.de
stern.de
Die anhaltende Wirtschaftskrise, "die Geiz-ist-geil-Mentalität auch bei Beerdigungen und die zunehmende Zersplitterung gewachsener familiärer Strukturen" hat nach den Worten eines Ausstellers das Gewerbe der Bestatter inzwischen nachhaltig getroffen. Angehörige legten vermehrt auf kleinere und billigere Bestattungen Wert.
welt.de

Friedhof von Staglieno - Cimitero di Staglieno
wikipedia.de
In Kürze soll in Athen das erste Krematorium Griechenlands entstehen.
Wer hätte das gedacht. Und der Zeitpunkt ist auch optimal gewählt...;-)
griechenland.net
Die BEFA 2010, weltgrößte Bestatterfachmesse in Düsseldorf, startet vom 13. bis 15. Mai 2010 in die Ausstellungsphase.
Neben der Ausstellung findet ein Fachforum zu den aktuellen Fragen der Bestattungsbranche statt. Daneben wird es eine Ausstellung zu historischer Trauermode, eine einmalige Sammlung von Grabkreuzen sowie historische Bestattungsfahrzeuge geben.
BEFA 2010
welt.de
BEFA_Preview_Flyer.pdf
MICHAEL DE RIDDER
Wie wollen wir sterben?
Ein ärztliches Plädoyer für eine neue Sterbekultur in Zeiten der Hochleistungsmedizin
Michael de Ridder ist seit dreißig Jahren als Arzt klinisch tätig und heute als Internist Chefarzt der Rettungsstelle eines Berliner Krankenhauses. Er ist Vorsitzender einer Stiftung für Palliativmedizin und erhielt im Jahr 2009 den Ossip K. Flechtheim-Preis für sein gesundheitspolitisches Engagement.
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 320 Seiten
ISBN: 978-3-421-04419-8
€ 19,95 [D]
dva.de
Video-Interview_de Ridder

Wieder mal ein Versuch, einfaches und schnelles Geld mit Toten zu machen:
Nach dem Fund von dutzenden übereinander gestapelten Leichensäcken in einer Garage ist ein US-Bestattungsunternehmen geschlossen worden.
tt.com
relevant.at
Virtopsy
Der Hamburger Rechtsmediziner Klaus Püschel will die Branche modernisieren - und auch Leichen mit Computern zu Leibe rücken...
Die postmortale Bildgebung wird in der Fachwelt bereits unter dem Namen Virtopsy diskutiert. Die neuen, hochauflösenden Prozesse in der Bildgebung seien für die forensischen Fragestellungen überaus hilfreich, sagt Püschel. Deshalb hat der Wissenschaftler für die ideale Rechtsmedizin eine konsequente Abfolge von Räumen, Technik und Arbeitsabläufen umrissen, "weil wir die Toten eben nicht in Ruhe lassen, sondern genau hinsehen sollen". Und das im Interesse der Lebenden, die von Erkenntnissen über Todesursachen oder Behandlungsfehler profitieren.
welt.de
Ziemlich skurril: Ein Bestatter beim Einladen eines Kinderwagens in einen Leichenwagen.
Der Sarg war hoffentlich ohne Fracht...
bild.de
Barbara Davids
Eines Morgens war alles ganz anders
Es gibt mittlerweile viele Bücher zum Thema "Kinder und Tod" (siehe auch die Literaturliste unter veid.de) . Aber es gibt wenige, die sich der gemeinsamen Verlusterfahrung und Trauer eines Kindes und eines hinterbliebenen Elternteils widmen.
Oft reagieren Kinder durch den Tod eines nahestehenden Menschen mit Wut oder totalem Rückzug. Dies verunsichert nicht nur gleichaltrige Freunde, Mitschüler etc. sondern auch Erzieher/Lehrer und andere Vertrauenspersonen. Und leider sind häufig Pädagogen, die damit überfordert sind. Dadurch können Barrieren des Schweigens entstehen, die die Isolation des betroffenen Kindes vergrößern.
Das Buch von Barbara Davids will hier Abhilfe schaffen und betroffene Erwachsene unterstützen. Die Erfahrung mit diesem Buch zeigt, dass sich Kinder plötzlich mitteilen konnten, anstatt mit Trotz zu reagieren.
Das Verdienst diese Buches ist es zudem, dass betroffenen Erwachsenen einfühlsam deutlich gemacht wird, dass sie eben nicht permanent tapfer und stark sein müssen (oder zumindest so wirken wollen) - und dadurch die entstehende Einsamkeit des Kindes verstärken.
Der klare und sensible Text wird dabei hervorragend ergänzt durch die ausdrucksstarken Illustrationen von Gabriele Münzer. Mit den kindlich-naiven Bildern - die jedoch nie "kindisch"wirken - bewirkt Münzer eine "sprechende" Wirkung.
Ein wichtiges Buch, das mit seinen 24 Seiten mehr bewirkt als viele dickleibige Werke zu diesem Thema.
» … Fazit: Ein berührendes Buch, das sehr gut dafür geeignet ist, mit kleinen Kindern über den Tod, das Sterben und die Trauer zu reden.«
Tania Konnerth (www.zeitzuleben.de)
Dem ist nichts mehr hinzuzufügen...
Barbara Davids
Eines Morgens war alles ganz anders
ISBN 978-3-7841-1924-3
2. Auflage, Juni 2009, Kartoniert/Broschiert, 24 Seiten
14,50 € (D)
Lambertus-Verlag