Archiv: April 2011

Sa Apr 30, 2011

Die Untoten - Life Sciences & Pulp Fiction


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Wann beginnt ein Leben?
Wann endet ein Leben?
Und wer bestimmt darüber?

Zum Thema "Tod" tut sich immer mehr an öffentlichen Veranstaltungen.
Demnächst beginnt in Hamburg ein Kongress der Superlative zum Thema "Tod":
Die Untoten - Life Sciences & Pulp Fiction
Kongress und Inszenierung

Die dreitägige Veranstaltung mit Vorträgen, Präsentationen und Dialogen für Theorie und Praxis wird am Internationalen Tag der Pflege (12. Mai) eröffnet. Der Kongress findet täglich von 17.00 bis 22.00 Uhr mit anschließendem Late-Night-Filmprogramm statt.
Besonderes sei auf Veranstaltungen hingeweisen, die den Tod und den Umgang mit der Leiche thematisieren, z.B.: Petra Gehring, DER DEREGULIERTE TOD (Vortrag) am FREITAG, 13. MAI 2011
19.25 - 20.10 Uhr, Labor. Zum Inhalt: Wir sorgen uns mehr um das Sterben als um den Tod; der Tod scheint heute wenig Wert[...] Wir werden aufgefordert, unseren Tod zu planen und mit Patientenverfügungen und Sterbeversicherungen zu managen. Doch was «Patientenautonomie» heißt, dient vor allem dem Klinikbetrieb. Sterbepolitik ist die Kehrseite eines Gesundheitssystems, das versteckt rationiert. Der Tod wird durch Szenarien eines vorgezogenen Sterbens ersetzt, das mit Kontrollversprechen winkt und das Medizinsystem von Verantwortung entlastet.

Kongress & Inszenierung
12.-14. Mai 2011
Kampnagel Hamburg

untot.info

kulturstiftung-des-Bundes.de


Stephan Hadraschek am 30. April 2011, 13:04 | 0 Comment/s (1662) | 0 Trackbacks | » Tipps

Do Apr 28, 2011

Buchtipp - Torben Fischer, Matthias N. Lorenz (Hg.): "Lexikon der »Vergangenheitsbewältigung« in Deutschland"

Torben Fischer, Matthias N. Lorenz (Hg.):
Lexikon der »Vergangenheitsbewältigung« in Deutschland
Debatten- und Diskursgeschichte des Nationalsozialismus nach 1945

In seinem interdisziplinären Zugriff konkurrenzlos, in seiner diskursgeschichtlichen Anlage ein Nachschlagewerk völlig neuen Typs: Das Lexikon der »Vergangenheitsbewältigung« präsentiert in 170 Einträgen erstmals die politischen und künstlerischen, juristischen und gesellschaftlichen, wissenschaftlichen und medialen Auseinandersetzungen mit der NS-Vergangenheit.
Die kritische Aufarbeitung der zentralen Ereignisse und Debatten des bundesrepublikanischen Erinnerungsdiskurses – von »Auschwitzprozess« bis »Zwangsarbeiterentschädigung« – mündet so zugleich in eine aufschlussreiche Kulturgeschichte deutscher Befindlichkeiten nach dem Holocaust. Mit einem Vorwort von Micha Brumlik.


Torben Fischer, Matthias N. Lorenz (Hg.):
Lexikon der »Vergangenheitsbewältigung« in Deutschland
Debatten- und Diskursgeschichte des Nationalsozialismus nach 1945
(2., unveränderte Auflage 2009)
2007, 398 S., kart., 29,80 €
ISBN 978-3-89942-773-8

transcript verlag

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Stephan Hadraschek am 28. April 2011, 23:04 | 0 Comment/s (1613) | 0 Trackbacks | » Tipps - Bücher

Someone is watching you...


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Stephan Hadraschek am 28. April 2011, 16:04 | 0 Comment/s (1559) | 0 Trackbacks |

Sa Apr 23, 2011

Leere Dörfer, lebendige Friedhöfe

Es scheint absurd:
In einem Dorf gibt es kaum Menschen, alles ist verlassen und leer - aber die Friedhöfe "leben".
Der Grund: Es handelt sich um Orte im atomaren Sperrgebiet von Tschernobyl.

Zum Gedenken an den Super-GAU in Tschernobyl, der sich am 26. April zum 25. Mal jährt, hat der Steyler Missionar Bruder Korneliusz Konsek eine Fotoausstellung konzipiert: "Der Name des Sterns ist Wermut".
Es gibt in diesen verwüsteten Gegenden nur einen Ort, an dem Leben stattfindet: Der Friedhof, den bunte Kränze und Sträuße auf den Gräbern schmücken.
Denn viele der Ausgesiedelten wollen in ihrer alten Heimat begraben werden.

eco-world.de


Stephan Hadraschek am 23. April 2011, 22:04 | 0 Comment/s (1841) | 0 Trackbacks | » Friedhof

Fr Apr 22, 2011

Buchtipp - Marcel Bernet: "Social Media in der Medienarbeit"

Marcel Bernet
Social Media in der Medienarbeit
Online-PR im Zeitalter von Google, Facebook & Co.

Rezension von Barbara Brecht-Hadraschek:
Marcel Bernet gibt auf knapp 200 Seiten einen fundierten Einblick in die Medienarbeit in Zeiten von Facebook & Co. Als Einstieg für PR-Neulinge genauso geeignet wie für gestandene PR-Mitarbeiter, die wissen möchten, wie sich ihre Medienarbeit durch Social Media verändert.
Das Buch hat neben Einführung und Glossar drei Kapitel:
Im Kapitel Grundlagen zeigt Bernet alte und neue Spielregeln guter Medienarbeit. Welche Inhalte sind medienwirksam? Interessant und sehr nützlich dann die konkreten Hinweise, was eine gute Pressemitteilung heute zusätzlich braucht, damit sie in den entsprechenden Online-Portalen gut gefunden wird: Für die passende Teilöffentlichkeit geschrieben und suchmaschinengerecht umgesetzt. Außerdem beschreibt Bernet, was zu einem guten Mediencorner auf der eigenen Website gehört, welche Anforderungen erfüllt sein sollten - und wo es perspektivisch hingehen könnte.

vs-verlag.de

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Stephan Hadraschek am 22. April 2011, 21:04 | 0 Comment/s (1829) | 0 Trackbacks | » Tipps - Bücher

Karfreitag - der Freitag der "Klage"

Das Triduum Sacrum hat gestern Abend (Gründonnerstag) begonnen:

Der Karfreitag (althochdeutsch kara, „Klage, Kummer, Trauer“) ist der Freitag vor Ostern. Er folgt auf den Gründonnerstag und geht dem Karsamstag voraus. Christen gedenken an diesem Tag des Kreuzestodes Jesu Christi[...]
Unter Einbeziehung des Gründonnerstagabends ist der Karfreitag der erste Tag der österlichen Dreitagefeier (Triduum Sacrum oder Triduum paschale), das in seiner Gesamtheit in allen Konfessionen das höchste Fest des Kirchenjahres darstellt und wie ein einziger Gottesdienst gefeiert wird.


wikipedia.de


Stephan Hadraschek am 22. April 2011, 12:04 | 0 Comment/s (1640) | 0 Trackbacks | » Trauer

Mi Apr 20, 2011

Die nächste "Leben und Tod" steht vor der Tür

LEBEN UND TOD richtet sich sowohl an Haupt- und Ehrenamtliche aus Hospiz und Pflege, Bestatter, Seelsorger, Friedhofsgärtner und Steinmetze, Trauerredner usw., aber auch an Interessierte, pflegende Angehörige und generell an Menschen, die dieses Thema betrifft. Mit diesem Konzept ist unsere Veranstaltung einmalig in Deutschland.

Wann: 12.-13. Mai 2011
Wo: Halle 4, Messe Bremen

Öffnungszeiten: Donnerstag & Freitag jeweils von 10 - 18 Uhr
Tageskarte: 8,00 Euro
(beinhaltet den Eintritt in die begleitende Messe und in die offenen Vorträge)

Ermäßigung: 7,00 Euro
(Gilt für Rentner, Schüler, Studenten, Arbeitslose und behinderte Personen gegen Vorlage eines Nachweises. Begleitpersonen gegen Vorlage eines Berechtigungsnachweises haben freien Eintritt.)

lebenundtod-bremen.de


Stephan Hadraschek am 20. April 2011, 10:04 | 0 Comment/s (1702) | 0 Trackbacks | » Tipps

Mo Apr 18, 2011

Buchtipp - Céline Lafontaine: "Die postmortale Gesellschaft"

"Die Geschichte des natürlichen Todes ist die Geschichte der Medikalisierung des Kampfes gegen den Tod"
Ivan Illich


In ihrem Buch untersucht die Soziologin Céline Lafontaine die Art und Weise, wie die (westlichen) Gesellschaften mit dem Tod umgehen und welche Veränderungen der Diskurse vom Altern und Sterblichkeit festzustellen sind. Lafontaine diskutiert diese Fragen mit Hilfe von Begriffen wie „Dekonstruktion“ und „Desymbolisierung des Todes“. Ersterer bezieht sich auf die mit der Aufklärung einsetzende Verwissenschaftlichung und Säkularisierung des Todes, letzterer auf die damit verbundene Internalisierung des Todes in den Körper des Einzelnen.
„Vom Stellenwert der Subjektivität bis zum wachsenden Einfluss der biomedizinischen Steuerung, von der demografischen Revolution bis zur Ich-Kultur, vom ‚Altersschreck‘ bis zu den Fortschritten der Technowissenschaften[…].“
Damit zusammenhängend stehen Aspekte wie die Medikalisierung und Hospitalisierung von Schwerkranken und Sterbenden und die Maßnahmen zur Verlängerung des Lebens. Lafontaine stellt die ethisch bedeutsame Frage nach der Verantwortung: dem Selbstbestimmungsrecht des Einzelnen einerseits und der gesellschaftlichen Verantwortung für den Anderen andererseits.

Céline Lafontaine ist Professorin für Soziologie an der Universität Montreal.


Céline Lafontaine
Die postmortale Gesellschaft
Aus der Reihe: Neue Bibliothek der Sozialwissenschaften
2010. 196 S. Br.
ISBN: 978-3-531-16922-4
VS Verlag

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Stephan Hadraschek am 18. April 2011, 06:04 | 0 Comment/s (1927) | 0 Trackbacks | » Tipps - Bücher

So Apr 17, 2011

Der Frühling ist da - der Sommer naht!

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Hauptfriedhof Gotha
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Hauptfriedhof Gotha
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Das erste Krematorium im deutschsprachigen Raum: 1878 von Julius Bertuch und Carl Heinrich Stier auf dem Gothaer Hauptfriedhof erbaut


Stephan Hadraschek am 17. April 2011, 04:04 | 0 Comment/s (1814) | 0 Trackbacks | » Friedhof

Sa Apr 16, 2011

Allendes Leichnam soll exhumiert werden

Ein Richter hat die Exhumierung des Leichnams des früheren Chilenischen Präsidenten Salvador Allende angeordnet. Laut einem Justizsprecher in Santiago sollen damit die genauen Umstände des Todes des sozialistischen Politikers im Jahre 1973 geklärt werden. Die Exhumierung wurde von der Familie Allendes und von Menschenrechtlern beantragt. Allende soll beim Angriff der Putschisten ( General Pinochet ) am 11. September 1973 Suizid begangen haben. Dies wird jedoch von der Familie und Historikern bezweifelt.

dw-world.de
wikipedia.de


Stephan Hadraschek am 16. April 2011, 14:04 | 0 Comment/s (1825) | 0 Trackbacks | » Tod

Fr Apr 15, 2011

Buchtipp - polar 10 : "Tod und Gesellschaft. Endlich"

Es ist eine Binsenweisheit: Alle Lebenwesen müssen sterben. Ergo: Auch der Mensch.
Der brühmte Philosoph Ludwig Wittgenstein ("Tractatus Logico-Philosophicus") traf die Aussage, dass "der Tod kein Ereignis des Lebens" sei. Das mag für den einzelnen Menschen stimmen, denn wer verstorben ist, hat nichts mehr mit der Welt der Lebenden zu tun.
Aber in seinen sozialen und kulturellen Auswirkungen hat der Tod natürlich mit dem Leben zu tun: Der Tod bricht in das Leben anderer Menschen ein - oft unerwartet, brachial, grausam.

Es gibt mittlerweile viele interessante Publikationen zum Thema "Tod" und seine kulturellen Übeformungen. Es gibt sogar ein Zentralinstitut und Museum für Sepulkralkultur in Kassel, das sich wissenschaftlich mit der Thematik beschäftigt.
Und dennoch ist in unserer Gesellschaft mit dem Tod überfordert, verdrängt ihn im Privaten immer noch. Daher ist es gut, dass sich immer mehr junge Wissenschaftler, Künstler und
Interessierte zu Wort melden. "polar" ist solch ein Magazin, das sich wichtigen Themen widmet, die gewöhnlich nur in internen Zirkeln diskutiert werden. Es ist ein Verdienst des Campus Verlages, diesem geistigen Austausch ein Medium zur Verfüng zu stellen.
Worum geht es in "Endlich?" Um eine philosophische Annäherung, um die verschwiegene Endlichkeit ("Die neue Sichtbarkeit des Todes"?), um "Sterbepolitiken" (Hirntod), um eine (neue) Kultur des Sterbens, um Organtransplantation, um "Tod und Untergang im politischen Protest", um den "ansteckenden Tod" in Alten- und Pflegeheime und um den "Soldatentod" - und vieles mehr.

Und: Über den Tod zu sprechen heißt auch, die kleinen Tode vor dem großen zu betrachten: Verlust, Abschied, Trennungen. Ein Heft über den Tod als Skandal und Politikum, über das Leben in der Immanenz, über große und kleine Tode, über Zombies, Black Metal und unendliche Beschleunigung. Der Tod als Aufruf zu leben. Endlich! polar 10.

Herausgeber: polarkreis e.V.
polar wird getragen von polarkreis e.V., einem Netzwerk meist jüngerer Wissenschaftler, Kulturschaffender und politisch Engagierter.

"Tod und Gesellschaft. Endlich"
192 Seiten
Reihe: polar, Bd.10
Campus Verlag
EAN 9783593394183
€ 14,00 inkl. MwSt.

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Stephan Hadraschek am 15. April 2011, 22:04 | 0 Comment/s (3329) | 0 Trackbacks | » Tipps - Bücher

Fr Apr 01, 2011

Fukushima: Abschiednahmen von Verstorbenen kaum möglich

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Die Trauer ist groß:
Die Polizisten tragen bei ihrer Suche Strahlenmessgeräte. Sobald der Alarm schlägt, sind sie angehalten, die Sperrzone zu verlassen. Immer wieder muss die Suche daher unterbrochen werden. "Wir wollen die Leichen schnellstmöglich bergen, aber wir müssen sicherstellen, dass die Polizisten ausreichend gegen die radioaktive Strahlung geschützt sind", sagte ein Einsatzleiter.

Eine Möglichkeit wäre die Dekontaminierung der Leichen. Dies hätte jedoch zur Folge, dass man die Toten später kaum mehr identifizieren kann. Somit ist eine Abschiednahme ausgeschlossen. Genauso wie die in Japan übliche Einäscherung, denn durch die Verbrennung könnten sich die radioaktiven Partikel weiter verteilen.

spiegel.de


Stephan Hadraschek am 01. April 2011, 22:04 | 0 Comment/s (1887) | 0 Trackbacks | » Trauer