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Archiv: Januar 2008
"Die Erinnerung darf nicht enden; sie muss auch künftige Generationen zur Wachsamkeit mahnen. Es ist deshalb wichtig, nun eine Form des Erinnerns zu finden, die in die Zukunft wirkt. Sie soll Trauer über Leid und Verlust ausdrücken, dem Gedenken an die Opfer gewidmet sein und jeder Gefahr der Wiederholung entgegenwirken."
Roman Herzog
wikipedia.org
einestages.spiegel.de
"Sei eingedenk, dass zu sterben ist" (kurz: "Memento mori")
Folgender antiker Mahnruf (um den Triumphator an sein Menschsein zu erinnern) ist in der heutigen Zeit aktueller denn je:
* Memento mori
Bedenke, dass du sterben musst.
* Memento te hominem esse
Bedenke, dass du ein Mensch bist.
* Respice post te, hominem te esse memento
Sieh dich um; denke daran, dass auch du nur ein Mensch bist.
Quelle: wikipedia.org

Parochialkirche Berlin-Mitte (Foyer)
Na, da hatte jemand aber noch mal Glück:
Ein angeblich verstorbener 81-jähriger Chilene hat sich während seiner eigenen Totenwache plötzlich im Sarg aufgerichtet.
Gut, dass es noch eine Abschiednahme gab (und der alte Herr wohl nicht in die Kühlung kam).
diepresse.com
Aus einem Artikel des Neuen Deutschland vom 18.01.2007:
Die passive und indirekte Sterbehilfe sind in Deutschland erlaubt; der (versuchte) Suizid ist nicht strafbar. Eine weitergehende Legalisierung, nämlich die Freigabe der aktiven Sterbehilfe und die gesellschaftliche Zustimmung zum assistierten Suizid, sind nicht verantwortbar![...]
Sterben ist ein angstbesetztes und tabuisiertes Thema. Viele wissen zu wenig über das Sterben und die Hilfen, die Medizin und Pflege bieten. Umfrageergebnisse zeigen die erschreckenden Informationsdefizite. Die zentralen Begriffe der Debatte (»assistierter Suizid«, »aktive«, »passive« und »indirekte Sterbehilfe«, und »Sterbebegleitung«), die geltenden gesetzlichen Regelungen sowie die Möglichkeiten der Palliativmedizin und der Hospize (»Palliative Care«) sind nicht hinreichend bekannt.
Sicher, der Überschrift "Humane Sterbebegleitung statt Sterbehilfe" wird erst einmal jeder zustimmen. Und das ist auch gut so.
Ob "Sterben" ein tabuisiertes Thema ist, darüber kann man streiten. Der "Tod" ist es jedenfalls nicht mehr.
Das es gravierende Informationsdefizite zu dieser Thematik gibt, ist bei dieser (ungefilterten) "Informationsflut" auch nicht weiter verwunderlich.
Doch auch dieser Artikel verkennt die Tatsache, dass Menschen bereits auch vor ihrer (aller-)letzten Lebensphase ihr Leben beenden wollen. Das würde bedeuten, bestimmte Hilfe (Palliativmedizin, Hospiz etc.) bewusst nicht in Anspruch nehmen zu wollen.
Das Buch von Nicola Bardola "Der begleitete Freitod" (Südwest Verlag, 2007) gibt darüber Auskunft.
Zitat dazu von Johannes Mario Simmel: "Es muss erlaubt sein, einem menschenunwürdigen Leben ein Ende zu setzen..."
Auch darüber sollte und muss diskutiert werden.
neues-deutschland.de
Wer nicht hören kann, muss fühlen...
In diesem Fall dann wohl eher sehen und riechen. Und mal sehen, was danach kommt...;-)
spiegel.de

Friedhof I der Georgen- Parochialgemeinde, Berlin
Auf dem Karslruher Hauptfriedhof werden die Weichen für die Zukunft gestellt.
Karlsruhe - Der Friedhof als feierlicher Ort für die Toten? Das reicht nicht mehr. "Wenn ein Friedhof konkurrenzfähig sein und bleiben will, dann muss er ein Ort für die Lebenden werden", sagt Matthäus Vogel, der Leiter des städtischen Friedhofsamtes in Karlsruhe.
Vogel ist übrigens zugleich Vorsitzender der renommierten Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal e.V. (AFD) in Kassel. Dort macht man sich seit Jahrzehnten Gedanken über die Friedhofs- und Bestattungskultur unseres Landes (und darüber hinaus).
Mit seinen ungewöhnliche Bestattungsangeboten ist der Friedhof in Karlsruhe seit Jahren Vorreiter. Als einer der ersten überhaupt bietet der Hauptfriedhof seit drei Jahren Bestattungen unter Bäumen an. Außerdem dürfen hier Familien ihre totgeborenen Kinder unter 500 Gramm beerdigen [...] "Wie immer man beerdigt sein will, hier geht es. Dafür stehe ich mit meinem Namen", sagt Vogel.
Schade nur, dass sich viele Friedhöfe in Deutschland noch nicht einmal ein kleines Scheibchen davon abschneiden...
stuttgarter-nachrichten.de
ka-news.de
n-tv.de
Kunst und Tod in Lateinamerika
¡Viva la Muerte! ist die zweite Ausstellung im Rahmen des Schwerpunktes LIEBE, TOD und TRAUMA der Kunsthalle Wien.
Die Ausstellung ergänzt die exitus-Ausstellung , ohne in einem direkten Bezug mit ihr zu stehen.
¡Viva la Muerte! ist eine Ausstellung der Kunsthalle Wien in Kooperation mit dem Centro Atlántico de Arte Moderno (CAAM), Gran Canaria.
Unser Totenkult ist ein Lebenskult, wie die lebenshungrige Liebe Sehnsucht nach dem Tod ist.“
Octavio Paz
Kunsthalle Wien
17.10.2007 bis 17.02.2008
Täglich 10 - 19 Uhr
Donnerstag 10 - 22 Uhr
MuseumsQuartier Wien

Wie das Hamburger Abendblatt berichtet, müssen Hamburgs Bestatter immer mehr um ihre Aufträge kämpfen.
Denn: Die Zahl der Bestatter in Hamburg hat in den vergangenen Jahren erheblich zugenommen. Zu schaffen macht den alteingesessenen Unternehmen die zunehmende Konkurrenz von Billiganbietern. Auch aus den Niederlanden und Polen. Verbraucherinitiativen und Bestatterverbände warnen vor unseriösen Vertretern der Branche.
Tja, warum soll's denen besser ergehen als uns Berlinern...?
abendblatt.de
Mumien-Symposium in Mannheim
Der Sargsplitter berichtete bereits über die großartige Mumienaustellung in Mannheim Sargsplitter.de.
Nun findet begleitend dazu auch ein Symposium statt.
Die Reiss-Engelhorn-Museen veranstalten im Rahmen ihrer aktuellen Ausstellung „MUMIEN – Der Traum vom ewigen Leben“ am 8./9 Februar 2008 ein zweitägiges, öffentliches Symposium.
Das Symposium den Gedanken- und Informationsaustausch zum Thema „Mumien und Museen“ fördern. Ganz besonders sollen die ethischen Aspekte hinsichtlich der Ausstellung menschlicher Überreste im Museum zur Sprache kommen.
damals.de
Die Wiener Ausstellung „exitus. tod alltäglich“ läuft nur noch bis zum 6. Januar 2008!
Die Schau ist ein Kooperationsprojekt zwischen der Bestattung Wien zu ihrem 100. Geburtstag und dem Künstlerhaus. Sie vereint die Geschichte der Bestattung Wien mit der Wiener Alltagskultur und dem künstlerischen Zugang zu Tod, Trauer und Erinnerung.
20. Oktober 2007– 6. Jänner 2008
Täglich 10 – 18 Uhr, Do bis 21 Uhr
Künstlerhaus, 1., Karlsplatz 5
Also wer die Ausstellung noch nicht besucht hat - unbedingt hinfahren und angucken!
Und Wien ist ja immer eine (Kurz-)Reise wert...
k-haus.at
bestattungwien.at

Ökoboom am Friedhof
Särge aus recyceltem Zeitungspapier sind der neueste Trend in den USA.
Na, wenn God`s own country sonst schon nichts von Umweltschutz wissen will, dann wenigstens bei der Bestattung. "Grüne" Friedhöfe haben wir in der alten Welt aber schon lange...
derstandard.at