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Archiv: Juli 2006



30./31.07.2006
Es ist schon sehr beeindruckend, wie sehr die Bevölkerung - und darunter viele junge Menschen - ihrer Trauer um die tödlich verunglückte Anastasia Ausdruck verleihen.
Die Blumen und Kerzen werden immer mehr, ebenso die Gedenkkarten und Beileidsbekundungen.
Im Gegensatz dazu hört (und sieht) man von den Vertretern der Politik und den Kirchen leider überhaupt nichts! Liegt das nur an der Ferienzeit? Wohl kaum.
Immerhin wurden ja bereits einige Stadträte zum Vorfall am Tegeler Hafen von der Presse befragt - doch vermisse ich nach wie vor eine Äußerung, die die Anteilnahme an diesem furchtbaren Unfall um Ausdruck bringt!
Die große Anteilnahme aus der Bevölkerung macht wieder einmal deutlich, wie wichtig solche authentischen Trauerorte sind: Hier, an dieser Stelle des Tegeler Hafens ist die achtjährige Anastasia verunglückt. Und hier will man ihrer gedenken. Die spätere Grabstelle (wohl in Oranienburg) wird nicht für jeden erreichbar sein, aber ich denke, dass sich auch dort eine große Anteilnahme zeigen wird.
Meine Gedanken sind bei der trauernden Familie, so wie von vielen. Ich denke, dass wird sie spüren.

Übrigens gibt es nicht weit vom Tegeler Hafen einen weiteren Gedenkort, auf der Mittelinsel der Karolinenstraße: Ein Straßenkreuz aus Birkenholz, das regelmäßig mit Blumen geschmückt wird. Diese Orte sind wichtig und sie scheinen in unserer heutigen Zeit immer wichtiger zu werden. Sie sollten erhalten bleiben...
Neben den Eltern stehen auch die Anwohner des Tegeler Hafens immer noch unter Schock:
Vor einer Woche verunglückte die achtjährige Anastasia in einem Entwässerungsrohr. Man müsste eigentlich ein andereres Wort als "verunglückt" benutzen - aber das möchte ich an dieser Stelle besser nicht nennen.
Die bisher bekannten Äußerungen der verantwortlichen Politiker - insbesondere der beiden Reinickendorfer Stadträte Peter Senftleben (SPD) und Frank Balzer (CDU) - sind enttäuschend, ja geradezu eine Verhöhnung!
Schlimm genug, dass das Gitter der Rohröffnung fehlte - aber wenn davon gesprochen wird, dass in allen innerstädtischen Kanälen oder in der Spree ein Badeverbot bestehe, dann entlastet dies nicht davor, Verbotsschilder aufzustellen.
Zudem hat Frank Balzer erklärt, dass für die Durchsetzung des Badeverbots sonst immer die Polizei zuständig gewesen sei - jetzt aber das Ordnungsamt, das es erst seit September 2004 gibt (Berliner Zeitung vom 24. Juli 2006, S. 19)
Wie hat man sich das vorzustellen? Das rund um die Uhr Polizeibeamte (früher) bzw. Mitarbeiter des Ordnungsamts (heute) patroullieren? Was ist denn um Himmels willen so schwierig, gefährliche Stellen durch eine aussagekräftige Beschilderung kenntlich zu machen?
Man wird den Eindruck nicht los, das mittlerweile wieder das berühmte "Schwarzer-Peter-Spiel" losgeht: Jeder schiebt die Verantwortung (und Schuld) ab. Nach letztem Stand sind für das Unglück die Wartungsfirma (Abdeckung vergessen) bzw. der Vater (Verletzung der Aufsichtspflicht) verantwortlich.
Ich kann nur inständig hoffen, dass bei diesem tragischen Fall auch die Politik bzw. die betreffenden Politiker ihre Konsequenzen ziehen. Wie hart diese auch immer aussehen mögen.
Eine weitere Forderung scheint mir selbstverständlich: Das Bezirksamt Reinickendorf und die Wartungsfirma sollten für die kompletten Bestattungskosten aufkommen.
Mehr noch: Sie sollten ggf. die Kosten der Trauerbegleitung und der Nachsorge tragen. Das ist wohl das Mindeste. Alles andere wäre armselig!
Außerdem solle man sich auch mal Gedanken zum einem Gedenkgottesdienst in der hiesigen Kirche in Alt-Tegel machen - es wäre sicherlich ein tröstendes Zeichen.
Heute ist es eine Woche her...
tagesspiegel.de
Es ist nicht üblich, dass im Sargsplitter über konkrete und aktuelle Todesfälle berichtet wird.
Doch dieses Mal ist es anders: Vor der Haustür der Sargsplitter-Redaktion hat sich in dieser Woche ein tragisches Unglück ereignet, bei dem einem die Worte fehlen.
Die Pressemeldung der Berliner Polizei vermeldet dazu aktuell:
Eingabe: 22.07.2006 - 20:20 Uhr
Anastasia Bierkamp tot geborgen
"Nur noch tot konnten gestern am frühen Nachmittag Taucher der Polizei die seit Dienstag vermisste Anastasia Bierkamp aus Oranienburg im Tegeler Hafen auffinden. Die Bergung des Mädchens erwies sich als besonders schwierig, da sie in einem Entwässerungskanal feststeckte. Vermutlich ist Anastasia beim Baden ertrunken. Die Polizei ermittelt weiter, eine Obduktion ist angeregt."

Gedenken an die tödlich verunglückte, achtjährige Anastasia
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Friedhof auf Lanzarote, Haría
In einem 60 Seiten langen Schreiben hat der Nationale Ethikrat in Deutschland Empfehlungen zur "Selbstbestimmung und Fürsorge am Lebensende" abgegeben. Diese Empfehlungen sind allerdings aus unterschiedlichen Positionen innerhalb des Ethikrats hervorgegangen.
Völlig einig ist sich der Ethikrat über den Umgang mit aktiver Sterbehilfe - sie soll auf jeden Fall strafbar bleiben. Der Rat plädiert dafür, den Begriff der aktiven Sterbehilfe aufzugeben und von "Tötung auf Verlangen" zu sprechen. Der Ethikrat möchte eine generelle Änderung der bisherigen Terminologie durchsetzen, da Begriffe wie "aktive", "passive" und "indirekte" Sterbehilfe missverständlich seien.
Sehr erfreulich ist ebenfalls, dass die Orte des Sterbens mehr ins Blickfeld genommen werden sollen. Pflegeheime, Palliativstationen und Hospize sollten weiter ausgebaut werden.
Dem kann man nur zustimmen.
Spiegel.de
Unser aller Plastinator macht wieder mal Schlagzeilen (wann macht der mal keine?):
Jetzt will er auch noch in Südbrandenburg eine zentrale "Leichen-Annahmestelle" einrichten.
Es reicht scheinbar nicht mehr, in seinem neuen Domizil in Guben die Leichen anzuliefern - es muss eine externe Sammelstelle für Tote geben. Ist der Andrang etwa so groß?
Irgendwie ein merkwürdiger Gedanke: "Leichensammelstellen" über die Bunderepublik verteilt, um einem verschrobenen Mediziner zu dienen...
RP Online
Die Seiten von berlin-juedisch.de bieten ein vielfältiges Informationsangebot zur jüdischen Geschichte, Kultur und zum jüdischen Leben in Berlin heute.
Eine Rubrik beschäftigt sich auch mit den jüdischen Friedhöfen in der Haupstadt.
Ein breites Angebot an Führungen erschließt viele Facetten jüdischen Lebens – zu Fuß, per Bus, mit dem eigenen Auto, öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Schiff.
Im Weblog JÜDISCHES BERLIN finden sich aktuelle Meldungen, Kulturveranstaltungen, Tagestipps und persönliche Eindrücke zum jüdischen Leben in der Hauptstadt.
Jeder, der Interesse am jüdischen Leben in Berlin - in Geschichte und Gegenwart - hat, sollte die Seiten besuchen.
berlin-juedisch.de
Das Geschäft boomt: Die "Cold Spring Granite Company", einer der größten Hersteller von Grabmälern in den USA, verkaufte im vergangenen Jahr 2000 private Mausoleen.
In den USA gibt es eine immer noch kleine, aber wachsende - kaufkräftige - Gruppe von Amerikanern, die auch nach ihrem Tod noch präsent sein möchten:
Das Mausoleum als Statussymbol mit der Intention: "Ich bin wichtig, und ich bin meiner Familie wichtig".
Da werden doch gleich Erinnerungen an das vergangene 19. und beginnende 20. Jahrhundert wach, als es in Deutschland noch den Wunsch und das zahlungskräftige Potential für Mausoleen und große Grabanlagen gab.
Vielen Amerikanern behagt die Vorstellung nicht, "mit Matsch und Erde eingedeckt zu werden." Und so wird mal eben für 400.000 Dollar in Daytona Beach in Florida eine pompöse Ruhestätte über der Erde errichtet.
In unseren Landen gäbe es da sicherlich einige Schwierigkeiten...
netzeitung.de
Die Ausstellung hat jüdische Friedhöfe in Österreich zum Thema und reflektiert dabei zugleich die jüdische Geschichte im Land. Je einem Friedhof aus jedem Bundesland, der im Foto gezeigt wird, wird ein Lebensschicksal zugeordnet, das Schlaglichter auf die Geschichte des Judentums in Österreich wirft.
Zudem sind in der Ausstellung Bilder von allen erhaltenen jüdischen Friedhöfen in Österreich zu sehen. Das Ausstellungsprojekt stammt von dem Vorarlberger Fotografen Heinz Schmidt und dem Wiener Journalisten Andreas Feiertag. Sie wollen damit den Blick auf die lange und wechselvolle jüdische Geschichte vor und nach dem Holocaust in Österreich richten
Mehr unter wien.at
"Stein auf Stein" ist von 14. Juni bis 22. Oktober 2006, Sonntag bis Donnerstag von 10 bis 18 Uhr, an Feiertagen von 10 bis 14 Uhr zu sehen.
Eintritt Museum Judenplatz: 3 Euro, ermäßigt: 1,50 Euro.
Schulklassen in Begleitung eines Lehrers haben freien Eintritt und eine kostenlose Führung.
Detailinformationen zur Ausstellung und zu den Vermittlungsangeboten im Internet unter www.jmw.at/ .
Für Rückfragen:
Dr. Alfred Stalzer
Pressebüro des Jüdischen Museums
der Stadt Wien
A-1040
Weyringergasse 17/2
Tel.: 505 31 00
Mobil: 0664 506 49 00
Fax: 505 31 10
e-mail: presse@jmw.at oder
e-mail: alfred.stalzer@aon.at
wien.at
Ein interessantes Interview zum Thema "Bestattungsrecht", das zwar bereits anlässlich des letzten Totensonntages 2005 mit Assessor jur. Torsten F. Barthel (Geschäftsführer der BA Kommunalberatung mit Sitz in Berlin) geführt wurde, jedoch nichts von seiner Aktualität eingebüßt hat. Im Gegenteil - die angesprochenen "Grauzonen" scheinen sich in unserer Republik immer weiter auszudehnen...
"Beißend süßlich"
Torsten Barthels Kommentierung des sachsen-anhaltischen Begräbnis- und Bestattungsrechts liest sich wie ein Roman. Schade, dass das Werk wohl nur von Landesbeamten gelesen werden wird
INTERVIEW VON MARTIN REICHERT/taz Magazin vom 19.11.2005
Assessor jur. Torsten F. Barthel, 40, ist Geschäftsführer der BA Kommunalberatung mit Sitz in Berlin. In dieser Funktion verfasste er den Begräbnis-Kommentar.
taz: Herr Barthel, wie erkennt man eigentlich eine Leiche?
Torsten F. Barthel: Zum Beispiel an grünlichen Flecken auf der Bauchdecke. Es entsteht ein gewisser Geruch nach einer Zeit, das Aufquellen …
Wie ist denn der Geruch, steht das auch in Ihrem Buch?
Ja. Beißend-süßlich. Der Tod ist irgendwann offensichtlich, die Ursache weniger. Viele unnatürliche Todesarten werden gar nicht entdeckt, man vermutet, dass zwanzig bis dreißig Prozent der unnatürlichen Todesfälle gar nicht erkannt werden, weil die vorgeschriebene Leichenschau nicht richtig durchgeführt wird.
Der vollständige Artikel unter taz.de
Eine großartige Sache:
Die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung richtet die erste Professur für Kinderpalliativmedizin in Europa ein.
Der Lehrstuhl wird an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in München eingerichtet.
Nicht nur die normale Palliativmedizin benötigt viel mehr Hilfe, besonders auch die Kinderpalliativmedizin zur Unterstützung schwerstkranker und sterbender Kinder muss gefördert und ausgebaut werden.
Ein weiterer Schritt ist jetzt getan, dem hoffentlich viele weitere folgen werden.
Ärztezeitung.de