Archiv: April 2006

Sa Apr 29, 2006

(Auch) keinen Respekt mehr, die Dänen

Auch in Dänemerk schwindet der Respekt vor Verstorbenen:
Wie Spiegel Online berichtet, haben es Leichenwagenfahrer in Dänemark auch nicht mehr leicht: "Immer öfter klagen sie über aggressive Reaktionen, wenn sie die Toten würdevoll langsam über die Straßen transportieren." Da wird bei langsamen Transporten mit den Toten gepöbelt oder mit lautem Gehupe überholt.
Tja, warum sollte es in Dänemark anders sein als bei uns?

Stephan Hadraschek am 29. April 2006, 11:04 | 0 Comment/s (2878) | 0 Trackbacks | » Bestattung

Fr Apr 28, 2006

Er hat´s geschafft

Wer hätte das gedacht - Gunther von Hagens kommt nach Guben (Brandenburg).
Die Stadtverordneten von Guben haben der Ansiedlung einer Plastinationswerkstatt zugestimmt. Eine knappe Mehrheit stimmte nach Angaben einer Stadtsprecherin für den Verkauf der Rathausimmobilie an den Heidelberger Plastinator Gunther von Hagens.
man darf gespannt sein, wie die Gubener jetzt damit umgehen werden und wie und ob die Plastinationsfabrik die Stadt verändert.

n-tv.de
Märkische Allgemeine

Stephan Hadraschek am 28. April 2006, 11:04 | 0 Comment/s (2604) | 0 Trackbacks | » Bestattung

Do Apr 27, 2006

Grabmaldiscount-Franchising!?!

Wie das Franchise PORTAL berichtet, verkauft die Dortmunder Metropol GmbH Fertiggrabmale zum Discountpreis.
O-Ton Franchise PORTAL:
"Der Vertrieb der Grabmale erfolgt nicht wie branchenüblich über Steinmetzbetriebe, sondern vor allem über Gartencenter, Baumschulen, Bestattungsunternehmen und über Außendienstmitarbeiter, die den Verkauf beim Endverbraucher abwickeln. Die Denkmäler werden durch ein Netzwerk von Steinmetzen beschriftet und nach der jeweiligen Friedhofsverordnung aufgestellt. Nun will Metropol auch verstärkt mittels Franchising seine Produkte an den Mann bringen."

Na, darauf habe ich auch schon gewartet! Noch so eine Idee, die mit der Discounter-Mentalität auf Kundenfang geht. In einem Gartencenter - neben dem Einkauf von Blumenerde und Setzlingen - mal schnell einen Granstein kaufen. Bis es dann die Särge, Sargwäsche und Urnen auch bei den Supermärkten zu kaufen gibt, ist es nur noch ein kleiner Schritt. Man stelle sich an der Schnellkasse (max. 10 Artikel) die Schlange vor, wenn es Särge im Angebot gibt!

Stephan Hadraschek am 27. April 2006, 00:04 | 0 Comment/s (2869) | 0 Trackbacks | » Friedhof

Sa Apr 22, 2006

PIETA 2006 in Dresden - Fachmesse für Bestattungsbedarf und Friedhofstechnik

Es ist mal wieder soweit - die PIETA steht an!
Nach der BEFA im Mai 2005 in Düsseldorf ist allerdings in Dresden nicht allzu viel Neues zu erwarten.
Sehr erfreulich: Am Sonntag, 30. April, gibt es erstmals einen Publikumstag!

Termin: 28. bis 30. April 2006

Art der Veranstaltung: Einzige Fachmesse für Bestattungsbedarf und Friedhofstechnik
in Deutschland im Jahr 2006

Veranstalter: MESSE DRESDEN
Messering 6
D-01067 Dresden

Kontakt:
Projektleiter: Gerd Sperhacke
Tel.: 0351 4458-113
Fax: 0351 4458-153
E-Mail: gerd.sperhacke@messe-dresden.de

Beschreibung der Messe (Originaltext Messe Dresden):
Die PIETA ist seit 1996 in Dresden als Fachmesse etabliert. Bereits zum 4. Mal trifft sich die Branche im April 2006 in Dresden. Zahlreiche nationale und internationale Aussteller präsentieren ihr facettenreiches Sortiment den Fachbesuchern aus Deutschland und den angrenzenden Ländern.

Messe Dresden



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Stephan Hadraschek am 22. April 2006, 13:04 | 0 Comment/s (2728) | 0 Trackbacks | » Termine

Do Apr 20, 2006

Jetzt wird´s spannend - darf der Plastinator oder nicht?

Wie die Berliner Morgenpost berichtet, werden die Stadtverordneten von Guben (Spree-Neiße) am kommenden Mittwoch über den Verkauf des alten Rathauses an Gunther von Hagens entscheiden.
Allerdings soll der Beschluß in einer nichtöffentlichen Sitzung gefaßt werden.
Da wird man gespannt sein dürfen, ob der umstrittene Plastinator neuer Arbeitgeber in Guben wird oder doch die ethisch-moralischen Vorbehalte siegen.
Warten wir es ab...

Stephan Hadraschek am 20. April 2006, 20:04 | 0 Comment/s (2673) | 0 Trackbacks | » Tod

Mi Apr 12, 2006

Buchtipp - Peter Andreas: Im letzten Garten. Besuch bei toten Dichtern

Was bewirken die Grabstätten berühmter Personen beim Friedhofsbesucher? Wieso ziehen Friedhöfe mit viel „liegender“ Prominenz so viele Besucher an?
Es ist wohl die Atmosphäre, die Aura, die viele Menschen anzieht und fasziniert. Und wenn schon nicht zu Lebzeiten, so hat man wenigstens jetzt die Gelegenheit, diesen Berühmtheiten einmal ganz nahe zu sein.
Es sind nicht nur die "Klassiker" - die großen Schauspieler oder Musiker - sondern auch immer mehr die Stars unserer Popkultur: Gräber wie die von Jim Morrison (Paris) oder Falco (Wien) zeigen es.

Der Autor Peter Andreas hat rund 120 Gräber bekannter Dichter in Deutschland und im Ausland fotografiert, sehr stimmmungsvolle, gekonnte schwarz-weiß Aufnahmen, die den Leser schon wegen ihrer Wirkung neugierig machen auf das geschriebene Wort der jeweiligen Dichter.
Der Hildesheimer Gerstenberg Verlag hat mit der Herausgabe eines Werkes über tote Dichter große Anerkennung verdient.
Ähnlich wie bei dem Buch des gleichen Autors „Gräber unsterblicher Komponisten" werden hier Grabstätten einer Künstlergattung betrachtet, so dass der Leser zugleich ein Nachschlagewerk bekannter Dichter zur Hand hat. Ideengeber für den Buchtitel kann denn auch der in Berlin bestattete Dichter Gottfried Benn gewesen sein, der sagte: „Was wäre der Sommer ohne die Flüge der Schwalben, und was wäre das Land ohne die Gräber der Dichter".
Das Vorwort zu diesem sehr ansprechend aufgemachten Werk schrieb Günter Kunert, der der Frage nachgeht, was wir vom Anblick der Grabstätten bekannter Dichter erwarten.

Den Fotos stellt Peter Andreas Texte, Sequenzen oder Gedichte zur Seite, die sich mit Gräbern, dem Tod oder dem Sterben befassen - zum Beispiel der Text von Joseph Roth mit dem ausgefallenen Titel,, Ich halte nichts von Menschen, die im Sterben lügen" oder dem für mich beeindruckenden Tagebucheintrag von Franz Kafka mit dem Eingangssatz: "Ein erstes Zeichen beginnender Erkenntnis ist der Wunsch zu sterben [...]"

Fazit: Es ist ein sehr informatives und inhaltsreiches Buch, aus dem der Leser nicht nur viel lernen kann, sondern auch an das intensive(re) Betrachten bekannter Gräber herangeführt wird.
Für viele Leser dürfte es zudem oft Überraschungen geben, wo denn eigentlich der jeweilige Dichter seine letzte Ruhe gefunden hat. Selbst für mich als Historiker und Germanisten gab es immer wieder "Aha-Erlebnisse".
Dieses Buch kann ich nicht nur den an Literatur und Dichtkunst Interessierten empfehlen, sondern würde es auch im Schulunterricht und an Universitäten als ergänzendes Lehrbuch einsetzen - zu oft erledigt sich die Wissensvermittlung zum Thema "Tod" mit der Nennung des Sterbedatums!
Man kann sich nur weitere Werke dieser Art wünschen - die Kulturgattungen sind ja längst nicht erschöpft.
Ein sehr präziser Quellen- und Grabstättennachweis und ein Register runden dieses bemerkenswerte Buch sinnvoll ab.

Peter Andreas, IM LETZTEN GARTEN. Besuch bei toten Dichtern, mit einem Vorwort von Günter Kunert, Gerstenberg Verlag, Hildesheim 2005, 216 Seiten, zahlreiche Abbildungen, 24,90 €, ISBN 3-8067-2940-9.

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Stephan Hadraschek am 12. April 2006, 22:04 | 0 Comment/s (2736) | 0 Trackbacks | » Tipps - Bücher

Fr Apr 07, 2006

Ausstellung: dernier cri - Designer gestalten den Abschied

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Informationen des Sepulkralmuseums zur Ausstellung:

Produkte und Utensilien rund um die Gestaltung der „letzten Reise“ sind keiner Mode unterworfen – denkt man. Aber viele Betroffene und Angehörige fühlen sich in dem Althergebrachten nicht mehr aufgehoben und Alternativen scheinen oftmals schwer zu finden. Dabei ist die Wahl der Bestattungsprodukte alles andere als eine Routineangelegenheit – und im Ernstfall fehlt es an Zeit und Kraft, sich intensiv mit den formalen Details des Abschiednehmens zu beschäftigen oder über alternative Bestattungsrituale nachzudenken.
Überlegungen wie diese gaben den Anstoß zur Ausstellung „dernier cri – designer gestalten den abschied“. Über sechzig Gestalter aus Belgien, Deutschland, den Niederlanden und der Schweiz zeigen Objekte und innovative Konzepte, die in Form und Handhabung dezidiert auf gegenwärtige Wünsche und Notwendigkeiten in einem Trauerfall eingehen: Trauerkarten und Kondolenzbücher, Särge, Katafalke, Sargwäsche und Bahrtücher sowie Trauerschmuck, Urnen, Gedenkzeichen für den Friedhof und für zu Hause bis hin zu „Dual use“-Produkten, die sich auch, aber nicht nur für Bestattungszwecke eignen.

SargSplitter wird demnächst mehr darüber berichten!

Öffnungszeiten: dienstags bis sonntags 10 bis17 Uhr, mittwochs 10–20 Uhr.
Das Museum ist auch an den folgenden Feiertagen geöffnet:
Karfreitag, Ostersonntag/-montag, 1. Mai, Christi Himmelfahrt, Pfingstsonntag/-montag


Museum für Sepulkralkultur
Kassel
Weinbergstraße 25–27
8. April bis 18. Juni 2006

Eröffnung am 7. April, 19.30 Uhr

Ausstellung dernier cri

Museum für Sepulkralkultur

hr-online.de

Stephan Hadraschek am 07. April 2006, 21:04 | 0 Comment/s (3114) | 0 Trackbacks | » Tipps

Sa Apr 01, 2006

Mit Rotwein zur Unsterblichkeit?

Die Medical Tribune berichtet, dass das im Rotwein enthaltene Resveratrol das Leben verlängert: Zumindest bei Fischen, wie Versuche italienischer Wissenschaftler gezeigt haben. Die entsprechenden Fische lebten bis zu 60 % länger als ihre Artgenossen, die die Substanz nicht bekamen.
Doch einen Haken hat die Sache: Ein Mensch müsste täglich 72 Flaschen Rotwein (!) trinken, um den gewünschten Effekt zu erzielen. Wenn man die Dosis noch weiter erhöhen würde, ließe sich ja eventuell das Sterben ganz abschaffen...

Stephan Hadraschek am 01. April 2006, 16:04 | 0 Comment/s (2636) | 0 Trackbacks | » Tod