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Archiv: Februar 2010
Berlin, Friedhof Wilmersdorf
Die Werbemethoden der Bestatter haben ja in den letzten Jahren an Qualität zugelegt (hpd.de) - aber ebenso scheinen sich einige Bestattungsunternehmen in Geschmacklosigkeit übertreffen zu wollen.
So z.B. ein österreichsicher Bestatter, der zu Werbezwecken einen Leichenwagen mit der Aufschrift "Wir sind allzeit für Sie bereit"an unfallträchtigen Kreuzungen parkt.
Clever - oder makaber und pietätlos?
Wohl eher einfach geschmack- und gedankenlos. Wem nicht mehr einfällt als solch platte "Werbung", der hat am Markt nichts verloren...
regionews.at
Ein frommer Hindu und geistlicher Heiler namens Davender Kumar Ghai (71), gesundheitlich angeschlagen, wollte vom Rat der Stadt Newcastle, in der er lebt, die Erlaubnis erhalten, nach seinem Tode auf einem Scheiterhaufern verbrannt werden zu dürfen, treu dem 4000 Jahre alten hinduistischen Glauben, wonach die Seele ihre Wiedergeburt erst erleben kann, wenn sie ungehindert von aller Materie sich hat trennen und mit den Elementen vereinen können. Im Freien, und nur dort. Er zog vor Gericht, um seinen Willen durchzusetzen. Und er hat es geschafft!
welt.de
Interessant dazu ist auch folgende Umfrage (unter welt.de):
Ist es richtig, einem Hindu das Recht auf die öffentliche Verbrennung seines Leichnams einzuräumen?
Ergebnis:
48% - Nein, das geht eindeutig zu weit.
52% - Ja, jeder sollte das Recht auf eine seiner Religion gemäßen Bestattung haben.
(647 abgegebene Stimmen, 14.02.2010, 23.00 Uhr).
Und wie stehen Sie dazu, liebe Leser des Sargsplitter?
In Moskau sterben jeden Monat rund 10.000 Menschen.
Das scheint sich das Geschäft mit dem Tod noch zu lohnen:
So viel konjunkturelle Stabilität hat offenbar Begehrlichkeiten geweckt, denn in den vergangenen zwei Jahren ist die Zahl der Beerdigungsinstitute allein in der russischen Hauptstadt von 40 auf mehr als 160 gestiegen. Mit unappetitlichen Nebenwirkungen...
sueddeutsche.de
Das erinnert im historischen Rückblick an Zeiten Ende des 19., Anfang 20. Jahrhundert in Deutschland und Österreich. Nicht zuletzt wegen dieser "unappetitlichen Nebenwirkungen" wurde z.B. das Bestattungswesen in Wien bis zum Jahr 1907 städtisch organisiert - nachdem es zunächst jede Menge privater Unternehmen gab, die alles taten, um schneller zu sein als ihre Konkurrenz...
Zwei Bestatter sollen einen Ex-Konkurrenten getötet und unter falschem Namen eingeäschert haben[...] Aus Habgier sollen sie den 43-Jährigen aus Heroldsbach im April 2007 mit einem Kantholz erschlagen und verbrannt haben.
Aber: Gibt es überhaupt einen Mordfall? Oder hat sich der Vermisste doch ins Ausland abgesetzt? Fragen über Fragen...
Das erinnert einen an einen Copolla- oder Scorsese-Film... Aber warum sollte es bei Bestattern anders zugehen als...
sueddeutsche.de
br-online.de
rp-online.de
nz-online.de

Foto: Patrik Budenz