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Archiv: November 2009
Nun ist er wieder da (quasi als vorweihnachtliches Geschenk)
- und die quälende Ungewissheit für die Familie hat ein Ende:
Ein Jahr war er verschwunden, nun ist er wieder aufgetaucht: Der aus einem Mausoleum in Kärnten gestohlene Sarg des deutsch-österreichischen Multimilliardärs Friedrich Karl Flick ist in Ungarn sichergestellt worden. Laut einem Zeitungsbericht soll eine Bande hinter dem Diebstahl stecken [...] Nach einem Bericht der "Bild-Zeitung" steckt eine Bande aus Ungarn hinter dem Diebstahl. Die sechs Männer seien in Budapest verhaftet worden.
Aber über den Zustand der Leiche kann nur spekuliert werden...
spiegel.de
Sepulkralmuseum Kassel
Eine ungewöhnliche Form der Reklame hat sich ein auf Erbrecht spezialisierter Rechtsanwalt einfallen lassen. Für seine Dienste wirbt er mit einem Leichenwagen, den er vor den Eingängen von Berliner Friedhöfen parkt...Selbst am Volkstrauertag stand der schwarze Ford in der Spandauer Pionierstraße, was Besucher des Friedhofs In den Kisseln als pietätlos empfanden...
tagesspiegel.de
Eine ziemlich ungewöhnliche Art, auf sich aufmerksam zu machen.
Aber pietätloser sind sicher die oft geschmacklosen "Auftritte" der unterschiedlichsten Gewerke auf Friedhöfen. Gerade dort wird aber für die Dienstleistung "Bestattung/Friedhof" unmittelbar geworben. Allzu oft vertane Chancen...
Die Medien überschlagen sich, wieder mal...
Dies war bereits bei Prinzessin Diana so, ebenso bei Michael Jackson.
Die Berliner Zeitung "BZ" beschreibt die morgige Massen-Trauerfeier folgendermaßen:
Morgen ab 11 Uhr (ARD) erlebt Deutschland eine der größten Trauerfeiern aller Zeiten. Die AWD-Arena in Hannover wird beim Abschied von Robert Enke zur Arena der Tränen. Fast 100 000 Menschen werden zum öffentlichen Trauergottesdienst erwartet. Aus Sicherheitsgründen dürfen nur 45 000 der 49 000 Plätze im Stadion besetzt werden. Die Trauerreden und der Gottesdienst werden zusätzlich auf zwei Großbildleinwänden vor der Arena übertragen. Als Trauerredner treten Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff, Oberbürgermeister Stephan Weil und DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger auf. Die Andacht hält Pfarrer Heinrich Plochg.
bz-berlin.de
Bei aller öffentlichen Betroffenheit muss die Frage erlaubt sein, ob dieser Aktivismus sinnvoll ist.
Äußerungen wie diese sind mit Vorsicht zu genießen: Die Dimension der Anteilnahme ist überwältigend - nicht nur in Hannover, sondern in ganz Deutschland und sogar im Ausland", sagte Hannovers Klubpräsident Martin Kind. Dies würde aufzeigen, wie vielen Menschen Robert Enke etwas bedeutet habe und was für eine tolle Persönlichkeit er gewesen sei.
Hat den Hunderttausenden der Mensch Robert Enke wirklich etwas "bedeutet"?
Der Wunsch des Präsidenten des Deutschen Fußball Bundes (DFB), Theo Zwanziger, ist ehrenhaft, wird jedoch gesellschaftlich kaum Wirkung zeigen: Nach dieser Tragödie müssen wir alle im Fußball nachdenken, wie wir bestehende Tabus brechen", sagte Zwanziger der "Bild". Künftig dürfe es nur noch ein Tabu geben: "Und das ist die Würde des Menschen", sagte Zwanziger, der ein radikales Umdenken fordert [...]"
Der Kommentar von Harald Martenstein im Berliner Tagesspiegel könnte nicht passender formuliert werden:
Die bittere Pointe dieser Geschichte besteht darin, dass der Torwart Angst davor hatte, dass seine Krankheit öffentlich wird. Er wollte, dass niemand davon erfährt. Jetzt wissen es alle. Wahrscheinlich hat er die Dinge ganz richtig eingeschätzt, einen kranken Torwart hätten sie nicht zur Weltmeisterschaft mitgenommen. Aber wenn du deine Intimsphäre wahren möchtest, dann stirb besser nicht. Dann bleib besser am Leben...
tagesspiegel.de
Martenstein hat Recht, wenn er sagt, dass der tote Torwart zum Event wird: "Das Spektakel zeigt, wie maßlos, wie distanzlos, wie gierig nach Emotionen und Abwechslungen aller Art wir sind.
PS: Morgen ist Volkstrauertag!
volksbund.de
Das offizielle Buch zum diesjährigen Kirchentag in Bremen ist erschienen!
Der Kirchentag 2009 in Bremen war eine gigantische Versammlung von Christen (und anderer Religionen): Ein Fest des Glaubens.
Der Kirchentag stand unter der Losung: "Mensch, wo bist du?" (1. Mose 3,9).
Eine Vielzahl von Veranstaltungen zum religiösen und gesellschaftlichen Leben machte es den Besuchern nicht leicht, den Überblick zu behalten.
Dafür ist nun der Band im Gütersloher Verlagshaus erschienen, der alle Hauptvorträge versammelt und deutlich macht, wie umfangreich und bereichernd der 32. Deutsche Evangelische Kirchentag in Bremen war.
Ellen Ueberschär, Silke Lechner (Hrsg.)
Mensch, wo bist du?
Horizonte des Glaubens, Perspektiven für die Gesellschaft, Chancen für die Welt.
144 S., Gebundenes Buch
Format: 12,0 cm x 19,0 cm
9,95 € [D]
Gütersloher Verlagshaus
kirchentag.de

Aktuell:
Der Auftritt prominenter DFB-Verantwortlicher bei der Pressekonferenz war ehrlich und authentisch: Man(n) zeigte Trauer. Und DFB-Präsident Zwanziger betonte, dass nun "Trauer auch Zeit brauche." Solche Äußerungen machen Mut und sollten eigentlich selbstverständlich sein und für alle Gesellschaftsbereiche gelten.
tagesschau.de
Es ist ein Schock - nicht nur für Fußballfans:
Nationaltorwart Robert Enke ist tot. Das bestätigte die Polizei in Hannover SPIEGEL ONLINE. Ein Polizeisprecher erklärte, es deute alles auf Selbstmord hin. Der beim Bundesligisten Hannover 96 spielende Torhüter wurde 32 Jahre alt.
Sollte sich der Verdacht auf Suizid bestätigt, wäre dies ein weiteres alarmierendes Zeichen für ein nach wie vor tabuisierte Thematik in unserer Gesellschaft.
Wichtige Veranstaltungsreihen in diesem Jahr haben versucht, dieser immer noch "nicht gesellschaftsfähigen" Thematik öffentlichkeitswirksam zu machen.
So z.B. Denkraum Suizid.
spiegel.de
Es ist traurig - aber der Fall "Enke" bringt auch das wichtige Thema "Depression" wieder in die Öffentlichkeit:
spiegel.de
Frau Dr. Kerstin Gernig, Geschäftsführerin des Kuratoriums Deutsche Bestattungskultur, sprach in ihrem Referat «Bestattungskultur im Wandel» im Rahmen des Runden Tisches Trauer im Kreis Heinsberg im evangelischen Gemeindezentrum Hückelhoven von den derzeitigen dramatischen Entwicklungen im Bestattungs- und Friedhofswesen...
Bei der Veranstaltung wurde ebenfalls darauf hingewiesen, dass auch Trauerarbeit viel mit Bestattungskultur zu tun. Dies kann nicht oft genug betont werden, denn häufig hat man im "Trauer-Diskurs" den Eindruck, dass das Thema "Bestattung" kaum Beachtung findet. Schade eigentlich, denn bereits hier werden wichtige Weichen für die weitere Trauerarbeit gestellt...
az-web.de
Hubert Böke: "Buch vom Leben und vom Sterben. Ein christlicher Wegbegleiter"
Dieses Buch ist - wie es der Untertitel besagt - ein wirklicher Wegbegleiter. Und es ist ein christlicher Wegbegleiter.
Der Band bietet eine Vielzahl von kurzen Geschichten, Gleichnissen, Märchen, Gedichten, Gebeten und Liedversen, die Menschen im Sterbeprozess - und deren Begleiter
Hilfestellung geben wollen.
Oft entstehen in akuten Krisensituation Ängste, Verzweiflung und Verwirrung. Und es ist wichtig und hilfreich, auch in Form eines Buches Halt zu finden.
Doch das Buch von Böke richtet sich nicht nur an Menschen in Krisensituationen. Jedem, der sich mit seiner eigenen Endlichkeit befassen möchte, sei das "Buch vom Leben" empfohlen.
Es bietet einen reichhaltigen Schatz an Texten, der sich auch für die Gestaltung von Trauerfeiern, Grabreden und Gedenktagen eignet.
Ein tröstender Satz des Buches, der exemplarisch für den gesamten Inhalt stehen könnte, sei hier zitiert:
"Wir kommen weit her und müssen weit gehen - keine Angst - alle sind bei dir, die vor dir waren."
Hubert Böke
Buch vom Leben und vom Sterben
Ein christlicher Wegbegleiter
94 S., Geb.
ISBN: 978-3-579-06831-2
14,95 € [D]
gütersloher-verlagshaus.de

Im aktuellen "alverde"-Magazin (dm) wird das Thema Trauer berücksichtigt.
Hier schreibt u.a. Roland Kachler ("Meine Trauer wird dich finden") von der inneren Beziehung zum Verstorbenen, die man als Trauernder aufbauen sollte. "Denn nicht der Verlust, sondern der geliebte Mensch sollte Teil meines Lebens sein."
Es ist erfreulich, dass sich mittlerweile auch Verbrauchermagazine des schwierigen - aber immens wichtigen - Themas "Trauer" annehmen.
Hoffentlich nicht nur im Trauermonat November...
alverde
Laut einer Umfrage des evangelischen Magazins "chrismon" ist es 12 Prozent der Deutschen egal, wo sie zur letzten Ruhe kommen. Alte Bindungen scheinen immer unwichtiger zu werden...Einäscherungen werden beliebter; von den 17 Prozent, die sich bei der Umfrage dafür entschieden, wünscht sich jeder Fünfte eine Bestattung außerhalb einer klassischen Begräbnisstätte...
So sieht es wohl derzeit aus mit dem Bestattungsverhalten in Deutschland.
Aber wer klagt denn da immerzu über den Verfall unserer "christlichen, abendländischen Bestattungskultur"? Allzuoft sind es doch die Friedhofsgärtner und Steinmetzen, die die wirtschaftlichen Einbußen zu spüren bekommen. Und allzuoft steht eben nur dieser Aspekt im Vordergrund. Krampfhafte Bewahrung einer längst vergangenen Bestattungskultur hilft nicht weiter. Neue Ideen sind gefragt...
evangelisch.de