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Archiv: Juni 2009
Das Gezerre um den toten Michael Jackson nimmt absurde Züge an: Allerlei Stars und Sternchen in Hollywood sonnen sich im Glanz des verstorbenen King of Pop. Vorne mit dabei ist seine Familie. Der Clan plant jetzt eine bombastische Trauerfeier.
spiegel.de
Wen wundert's?
Aber alles noch völlig unklar: Ob auf dem Forest Lawn Memorial Park bei Hollywood, auf der Neverland-Ranch oder doch ein Plastinat? Alles scheint möglich?
Für eine öffentliche Trauerfeier rechnen Planer mit bis zu einer Million Menschen, weit mehr noch als bei der Beisetzung von Prinzessin Diana 1997 oder Elvis Presley 20 Jahre zuvor. Fast eine Milliarde Menschen könnten weltweit am Fernseher zuschauen.
spiegel.de
Aber eine Frage zur Todesursache hat scheinbar noch niemand gestellt: War es vielleicht nicht doch ein Suizid? Zumindest ein extremer Versuch, der dann "geglückt" ist?
Fragen über Fragen...
Es ist zwar schon etwas her, aber von der Kirschblüte kann man nie genug bekommen...

Friedhof Heerstraße, Berlin/ Grab von Victor de Kowa (1904–1973), Feld 16-G-29, Schauspieler gemeinsam mit seiner japanischen Frau, der Schauspielerin und Sängerin Michiko de Kowa-Tanaka
Es gibt die unterschiedlichsten Meinungen zu Michael Jackson, seiner Musik, seiner Person.
Aber folgender Erlebnisbericht bei "EINESTAGES Zeitgeschichten" (Spiegel online) macht deutlich, wie Jackson gewirkt hat. Und es gab viele, die es permanent und vehement ablehnten, auch nur einmal eine Jackson-Platte gehört oder ein Video gesehen zu haben. Na, es ist wie mit der BILD - keiner liest sie, aber die Druckauflage steigt und steigt...
Folgende Aussage des Berichts finde ich sehr schön und kann sie nur unterstreichen:
Egal wie krank, seltsam, angeschlagen, durch Operationen zerstört, sexuell verwirrt oder irre Michael Jackson in den letzten Jahren seines Lebens gewesen sein mag: ein Zauberer war er bis zuletzt. Zauberer sind rätselhafte Figuren. Sie erklären sich nicht. Sie stellen mehr Fragen als sie Antworten geben. Dafür lieben wir sie, dafür brauchen wir sie. Und darum ist es natürlich ein großer Verlust, dass Michael Jackson tot ist.
Zum Bericht:
Er war wie sie, ein Außenseiter, Schwächling und schon gar kein Sexgott: Bei einem Konzert in Hamburg trafen sie aufeinander, der King Of Pop auf der Bühne, Marc Fischer und seine Nerd-Freunde im Publikum. Fast wären sie vor Scham nicht hingegangen - danach waren sie wie verwandelt.
einestages.spiegel.de
Man hatte es ja schon ahnen können:
Michael Jackson wird vielleicht nicht "ordentlich" bestattet - sondern nochmals als reines "Show-Objekt" präpariert und plastiniert. Angeblich hat es bereits vor Monaten Kontakte der Famlie Jacksons's mit dem Plastinator gegeben.
Da Gunther von Hagens ja auch bewegliche Plastinate präsentiert, wäre Jacko als Tänzer sicher passend. Aber der Plastinator soll dann nicht den Schimpansen vergessen...
20min.ch
spiegel.de
Da sich die Jackson-Familie bis dato noch nicht zu Bestattung und Trauerfeierlichkeiten geäußert hat, darf man gespannt bleiben.
Sargsplitter bleibt dran und wird berichten...
Dr. Tod darf nicht weiter öffentlich sezieren:
Der umstrittene „Körperwelten“-Ausstellungschef Gunther von Hagens darf Leichen nicht mehr vor Publikum zerschneiden. Das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg untersagte dessen Unternehmen am Freitag Live-Präparationen im sogenannten Anatomischen Theater der Moderne. Der Bescheid stützt sich auf das Allgemeine Gesetz zum Schutze der öffentlichen Sicherheit und Ordnung in Berlin sowie auf das Sektionsgesetz und das Bestattungsgesetz, wie die Behörde mitteilte.
bz-berlin.de
sz-online.de
__________________________________
Gedanken zum Sonntag, von Jörg Machel (Pfarrer der evangelischen Gemeinden Emmaus sowie Ölberg, Kreuzberg):
Gunther von Hagens' Ausstellung "Körperwelten" im ehemaligen Postbahnhof in Friedrichshain begeistert die Besucherinnen und Besucher. Das dort ausgelegte Gästebuch ist voll von geradezu euphorischen Eintragungen.
Nur einige wenige protestieren darin gegen diesen, wie ich meine, respektlosen Umgang mit toten Menschen, so wie es kürzlich eine Gruppe von Pfarrerinnen und Pfarrern tat.
morgenpost.de
Aktuell:
Am heutigen Sonntag wurde vehment gegen die Körperwelten-Ausstellung im Berliner Postbahnhof protestiert. Zahlreiche Pfarrer zogen mit Transparent ("Gebt Toten Ruhe") und Handzetteln vor die Ausstellung - wo sie jedoch von ebenso zahlreichen Körperspendern und Mitarbeitern der Ausstellung "empfangen" wurden. Es wirkte zeitweise wie ein Gerangel - und mittendrin Gunther von Hagens persönlich. Der nutzte die Gelegenheit, um auf sein neuestes Objekt aufmerksam zu machen: Das bewegliche Plastinat.
Nach Presseberichten waren zumindest die Körperspender begeistert (was zu erwarten war...), applaudierten und einer juchzte: „Dett is lustich. Dett soll er mit meiner Leiche och machen.“
Na ja, wenn das die Klientel ist. Schöne neue Welt...
Übrigens ist der Vorwurf von Hagens', man stelle sich nicht der Diskussion mit den Körperspendern, haltlos: Der Ort und der Zeitpunkt war für eine inhaltliche, fundierte Diskussion wirklich nicht geeignet.
Berechtigter Protest oder unfreiwillige Reklame? Pfarrer demonstrierten am Sonntag gegen die Leichenschau "Körperwelten" von Gunther von Hagens. Der Plastinator nutzte die Aktion, um ein neues gruseliges Präparat vorzustellen.
tagesspiegel.de
ad-hoc-news.de
20min.ch
bild.de
Unter dem Motto "Gebt Toten Ruhe" werden rund 20 (evangelische) Pfarrerinnen und Pfarrer am kommenden Sonntag zwischen 14 und 14.30 Uhr gegen die Berliner Ausstellung am Postbahnhof am Ostbahnhof protestieren. Darunter der Berliner Generalsuperintendent Ralf Meister und die Brandenburger Pfarrerin Heilgard Asmus, zu deren Zuständigkeitsbereich auch Guben ("Plastinarium").
Der Berliner Bischof Wolfgang Huber nannte die "Leichen mit klimpernden Augenlidern" geschmacklos.
morgenpost.de
berlinonline.de

"KING OF POP" MICHAEL JACKSON DEAD
Nach Angabe von BNO News ist der "King of Pop" nach einem Herzstillstand in Los Angeles verstorben.
The cause of death was not immediately known. Both OK! Magazine and TMZ.com confirmed his death.
bnonews.com
Pop icon Michael Jackson has died in Los Angeles, according to multiple reports.
cnn.de
spiegel.de
Ein exklusiver Ort der Wissenschaft

Ruine des ehemaligen Rudolf-Virchow-Hörsaales im Berliner Medizinhistorischen Museum
Ein Berliner Billigbestatter darf nicht länger mit einem Lockangebot von 499 Euro werben, ohne auf Zusatzkosten für die Beisetzung hinzuweisen.
«Die Täuschung liegt darin, dass ein Grossteil des Publikums denkt, dass die verschiedenen Bestattungen tatsächlich für 499 Euro zu haben sind», sagte der vorsitzende Richter Wolfgang Moritz. Der Billigbestatter, der bundesweit sechs Filialen betreibt und expandieren will, dürfe nicht ausschliesslich den Grundpreis von 499 Euro für eine anonyme Feuerbestattung anpreisen. Vielmehr müsse er die Zusatzkosten für die angebotenen Beisetzungsformen ausweisen, damit der Endpreis für den Kunden erkennbar sei.[...]
Der Geschäftsführer des Berliner Traditionsbestatters Otto Berg, Eberhard Pohle, der bereits im Mai eine einstweilige Verfügung gegen seinen Billigkonkurrenten erwirkt hatte, sah sich durch den Vergleich bestätigt: „Die Werbung von Herrn Schneider ist nicht wahrhaft, denn es kostet ja am Ende nicht nur 499 Euro.“
morgenpost.de
Nun endlich hat mal einer einen "Schuss vor den Bug" bekommen: Die Verdummung und Vernebelung von Werbung nimmt zwar stetig zu, aber in dem sensiblen Bereich der Thematik "Bestattung" sollte es aufhören.
Tja, die Discounter und ihre Methoden...
tagesanzeiger.de
pr-inside.com
Mehr als sechs Jahre haben die Parlamentarier um dieses Gesetz gerungen, grundsätzliche ethische und moralische Debatten geführt, und Justizministerin Brigitte Zypries (SPD) mahnte noch am Mittwoch: "Eine schwache Beteiligung an der Abstimmung würde kein gutes Licht auf den Bundestag werfen."
Das sensible Thema sorgte vor der Abstimmung für eine angespannte, engagierte, aber zugleich auch besonnene Debatte. Mehrere Redner berichteten von sehr persönlichen Erfahrungen und Problemen, die sie im Zusammenhang mit dem Tod von Angehörigen gemacht hatten.
spiegel.de
Die dunklen Schatten unserer Vergangenheit...

Kriegsgräberanlage auf dem Parkfriedhof Lichterfelde, Berlin
Das so etwas bei BILD veröffentlicht wird (oder RTL oder...) ist klar - aber beschämend iund dilettantisch ist so eine Beisetzung allemal:
Als die sterblichen Überreste seiner Mutter Maria († 85) zu Grabe gelassen werden, verlieren die Träger plötzlich das Gleichgewicht. Sekunden später kracht der Eichensarg in das Erdloch!
bild.de
Schande über die Träger...
"Tod macht Arbeit" ist der Titel des Projektes einer Studentengruppe des Studiengangs Kulturarbeit an der Fachhochschule Potsdam, welches sich mit dem Thema Tod und Sterben in den unterschiedlichen Berufs-gruppen auseinander setzt.
waschhaus.de
Die Fotografie- und Hörausstellung von Studierenden des Studiengangs Kulturarbeit porträtiert insgesamt 20 Menschen, die sich oft täglich im Beruf mit dem Thema Tod und Sterben auseinandersetzen müssen.
rbb-online.de
Na, da schwappt doch hoffentlich nicht schon wieder ein Trend aus den USA über den großen Teich zu uns: Das "Leichenzersägen".
In der US-amerikanischen Stadt Allendale hat ein Bestattungsunternehmen, um den Körper eines zwei Meter großen Mannes in den Sarg zu bekommen, dem Leichnam schlicht die Beine abgesägt. Der Bestatter hatte nicht erwähnt, dass der Sarg zu klein sei. Inzwischen wurde das Unternehmen geschlossen.
focus.de
abendzeitung.de
Ein Artikel im Kölner Stadt-Anzeiger beschreibt den Rückgang der Bestattungen in Köln:
Die Menschen werden älter und lassen sich lieber außerhalb von Köln bestatten. Die Anzahl der Bestattungen ging in Köln innerhalb von 15 Jahren um 30 Prozent zurück. Neue Erweiterungsflächen für Friedhöfe sind daher überflüssig.
ksta.de
Damit sei festgestellt, dass Köln die gleichen Probleme hat wie Berlin oder andere Städte in Deutschland.
Ein aktueller, gut geschriebener Beitrag zur Ausstellung "Körperwelten" in Berlin:
So ist es vom Gesichtspunkt informativer Gestaltung beispielsweise nur bedingt verständlich, wieso einem an einem Steuerrad stehenden Exponat ähnlich einer Schaufensterpuppe eine Augenklappe aufgesetzt wurde - so dass der plastinierte Leichnam nun wie ein kecker Pirat wirkt. Hier scheint von Hagens mit Leichen zu spielen wie ein Kind mit Essen spielt, die Exponate wirken ihrem Plastinator in teilweise demütigender Weise ausgeliefert.
readers-edition.de
Die Herkunft der Körperspender ist immer noch umstritten...
Die Körperwelten-Ausstellung ist umstritten. Nicht nur wegen der Art der Darstellung. Auch die Frage nach der Herkunft der Körper spielt immer wieder eine Rolle. Das Gerücht, es handele sich um Hinrichtungsopfer, hält sich hartnäckig.
tagesspiegel.de
Die Ausstellung "KÖRPERWELTEN & Der Zyklus des Lebens" ist ab 7. Mai 2009 wieder in Berlin zu sehen. Am selben Ort, an dem sie vor Jahren schon einmal präsentiert wurde, nämlich im Postbahnhof am Ostbahnhof.
koerperwelten-deutschland.de
Nun wird seit Jahren über diese Ausstellung und ihre Intention leidenschaftlich gestritten.
Worüber noch nie gestritten wurde, sind die horrenden Eintrittspreise: 17,00 € für Erwachsene, Kinder ab 7 Jahren 13,00 €!
Aber bei den meisten Besuchern scheint die Schaulust größer zu sein als...
Dazu passend eine interessante öffentliche Ringvorlesung unter dem Titel "Der Leichnam im öffentlichen Raum" - leider nur an der Friedrich-Schiller-Universität Jena:
Informationsdienst Wissenschaft
Ist sie es nun oder nicht? - Das ist jetzt die Frage, die sich die ganze Nation stellt.
Passend zur laufenden Rechtsmedizin-Ausstellung im Berliner Medizinhistorischen Museum (bmm.charite.de) wurde nun die Öffentlichkeit darüber informiert, dass die sterblichen Überreste der Revolutionärin Rosa Luxemburg womöglich niemals begraben, sondern seit langer Zeit im Keller an der Berliner Charité aufbewahrt wurden.
Der Chef der Linksfraktion im Bundestag, Gregor Gysi, sprach sich unterdessen für eine Umbettung des Leichnams aus. Dem "Berliner Kurier am Sonntag" sagte er, sollte es zutreffen, dass der Leichnam Luxemburgs seit vielen Jahrzehnten im Fundus der Charité-Rechtsmedizin liege, stünden Bundespräsident, Bundesregierung und die Linkspartei in der Verantwortung, eine würdige Beerdigung in der Gedenkstätte der Sozialisten zu organisieren.
spiegel.de
ftd.de

Zentralfriedhof Friedrichsfelde/Berlin, Gedenktafel für das 1935 abgerissene Revolutionsdenkmal