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Archiv: Juni 2006
Darauf hab' ich schon gewartet: Unser aller Plastinator will nun auch unseren einfach abgeknallten Bruno in Scheiben schneiden!
Das Fell brauche er nicht, so Gunther von Hagens. "In Scheiben geschnitten könnte ich auch den exkaten Schusskanal der Gewehrkugel und die getroffene Lunge zeigen."
Na sehr schön, aber wer will denn das sehen?
Schlimm genug, dass man den "Problembären" Bruno tagelang gejagt hat und scheinbar nicht in der Lage war, ihn zu betäuben und in einer anderen Region wieder auszusetzen.
Es wäre sicher interessant zu sehen, welche Lücken das dereinst in Scheiben geschnittene Hirn von Hagens' aufweist - was da wohl alles zum Vorschein kommt...;-)
Kölner Stadt-Anzeiger
welt.de
N24.de
Kaum zu glauben - aber wahr:
Die Aschenreste des Gründers des Mauermuseums am Checkpoint Charlie, der 2004 mit 89 Jahren verstarb – stehen noch immer im Regal des Krematoriums Ruhleben in Berlin.
Seine Witwe Alexandra Hildebrandt weigerte sich bisher, ihren Gatten zu beerdigen. Sie will, dass ihr Mann auf dem Moabiter Ehrenfriedhof bestattet wird, der aber bereits seit 1952 geschlossen ist! Ein anderer Friedhof kommt für Frau Hildebrandt nicht in Frage.
Bei dieser Ausgangslage scheint wohl klar zu sein, dass eine "freiwillige" Beisetzung nie stattfinden wird.
Aber auch dies ist ja eine Möglichkeit, sich seines verstorbenen Angehörigen zu entledigen...
Berliner Kurier
Grabbeigabe aktuell: Und immer eine gute Flasche Wein...
Friedhof Grunewald-Forst, Berlin
Aufgrund einiger Anfragen, wer denn eigentlich NICO war, hier eine kurze Erläuterung:
Nico hieß mit bürgerlichem Namen Christa Päffgen (* 16. Oktober 1938 in Köln; † 18. Juli 1988 auf Ibiza) und war Fotomodell, Schauspielerin und Sängerin.
Bekannt wurde sie durch ihren Gesang bei der Rockband Velvet Underground.
Sie lernte verschiedene Musiker, Produzenten und Künstler kennen, wie Bob Dylan, Brian Jones von den Rolling Stones, Jimmy Page von Led Zeppelin und Andy Warhol.
Ihre Solo-Alben sorgten durch einen experimentellen und nihilistischen Klang für Anerkennung und Inspiration insbesondere für die Musikrichtungen Dark Wave und Gothic.
Mehr unter wikipedia.org
Sterbehilfe und wie die nächsten Verwandten damit umgehen
Der Auftakt des Buches macht neugierig – und ist zugleich bedrückend:
„Das Telefon klingelt. Die Tochter schläft. Die Frau sieht im Wohnzimmer fern.
Mit dem Hörer in der Hand ist er sofort Sohn. Vor etwa einer Stunde hatte er seiner neunjährigen Tochter noch eine Gute-Nacht-Geschichte vorgelesen.
Der Vater fragt, ob er den Termin wissen wolle. Es ist kein gewöhnlicher Termin, sondern eine Deadline. Der neunte Dezember.“
Mit dieser schonungslosen Zeitvorgabe beginnt für die Kinder eine neue Zeitrechnung. Und für den Leser das außergewöhnliche Dokument eines Abschieds.
Der Autor, Nicola Bardola, 1959 in Zürich geboren, entwirft in seinem Roman ein ergreifendes Familienporträt, mit dem er einen wichtigen Beitrag zur Diskussion um die Sterbehilfe leistet. Er arbeitet seit über 20 Jahren als Journalist und als Übersetzer in München. „Schlemm“ ist sein erster Roman.
Nicola Bardola erzählt in seinem Buch die Geschichte von Luca und seinen Eltern, die sich nach der Krebsdiagnose des Vaters für den gemeinsamen Freitod entschieden haben.
In einer autobiographischen Collage aus Erinnerungen, Briefwechseln und Zeitungsartikeln entwickelt Bardola ein außergewöhnliches Familienporträt.
Sensibel nähert sich der Autor den Figuren und ihren Geschichten, so dass trotz Reizworten wie Patientenautonomie und Sterbehilfe nicht oberflächlich argumentiert und polemisiert wird. Sehr differenziert setzt sich Bardola mit Alter, Sterben, Tod und freiem Willen auseinander.
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Der "Plastinator" Gunther von Hagens klagt vor dem Verwaltungsgericht Düsseldorf dagegen, dass ihm das nordrhein-westfälische Wissenschaftsministerium die Auflage erteilt hatte, einen ihm in der Volksrepublik China verliehenen Titel nur mit Hinweis auf das Land der Verleihung zu führen.
Man darf gespannt sein, ob von Hagens den Titel auch ohne Herkunftsnachweis führen darf - unbefugte Titelführung ist ja doch mehr als ein Kavaliersdelikt...
Deutsches Ärzteblatt

Eine interessante und innovative Ausstellung ist im Kasseler Sepulkralmuseum zu Ende gegangen.
Anlass fü diese Präsentation war u.a. die Behauptung vieler Kulturkritiker, dass es hinsichtlich des Todes in unserer Gesellschaft eine Kommunikationshemmung gäbe. Außerdem wird nach wie vor wenig über den Tod gesprochen - viele Menschen haben bei einem Todesfall Schwierigkeiten, ihre Empfindungen auszudrücken.
Wer die Ausstellung besucht hat, wurde mit Ideen geradezu überhäuft - zugegebenermaßen nicht immer praktikabel.
Dennoch ist zu wünschen, dass die Exponate auch in anderen Städten gezeigt werden!
Prädikat: Absolut sehenswert!
::: dernier cri ::::
Die Verbandszeitschrift "bestattungskultur" wurde von der Deutschen Fachpresse durch die Shortlist am 31. Mai in Wiesbaden ausgezeichnet.
Zum zweiten Mal wurde in diesem Jahr der Preis der Deutschen Fachpresse "Fachzeitschrift des Jahres" in Wiesbaden verliehen. In den fünf Kategorien 1. Wissenschaft / RWS, 2. Industrie / Technik, 3. Handel / Dienstleistungen, 4. Handwerk / Agrar und 5. Medizin / Pharma konnten Fachzeitschriften eingereicht werden.
In der Rubrik "Handel und Dienstleistungen" hat sich Dr. Kerstin Gernig, verantwortliche Chefredakteurin, mit der Verbandszeitschrift "bestattungskultur"beworben, nachdem sie im Jahr 2002 einen Relaunch gemeinsam mit der Graphikagentur ars:pro:toto durchgeführt hat.
Na, da wünscht der SargSplitter herzlichen Glückwunsch! Und weiter so...
Bundesverband Deutscher Bestatter e.V.
An der Peripherie Wiens soll der erste Tierfriedhof der Metropole entstehen.
Das Grundstück liegt neben dem Golfplatz von Süßenbrunn. Spätestens im Frühjahr 2007 sollen die ersten Beerdigungen stattfinden
Die Drei-Jahrespacht für ein Grab kostet je nach Tiergröße bis zu 680,20 Euro exklusive Mehrwertsteuer. Bei längerer Pachtdauer gibt es Rabatte.
Na endlich bekommen die Wiener auch die Möglichkeit, ihre lieben Bellos, Muschis und Schildis ordentlich zu bestatten... ;-)
wien.orf.at
Vorarlberg Online
Juni 2006:
14.06.2006 - 23.06.2006 in den Geschäftsräumen des Bestattungsinstitutes Köppe, Frontenhausener Str. 6 in 94419 Reisbach
September 2006:
04.09.2006 - 17.09.2006 in der Klinik und Poliklinik für Palliativmedizin im Dr. Mildred Scheel Haus auf dem Gelände der Universitätsklinik Köln (NRW), Kerpener Str. 62 in 50924 Köln (nähere Informationen, wie z.B. Programm der Ausstellungseröffnung und Öffnungszeiten, folgen in Kürze)
21.09.2006 - 26.09.2006 werden die Bilder in Wittlich (Rheinland-Pfalz) auf der Wittlicher Wirtschaftswoche zu sehen sein (nähere Informationen folgen)
nadine-stange.de
Bücher über den Tod sind eine Gratwanderung: Wir erleben ihn so lange aus zweiter Hand, wie wir über ihn berichten können. Tritt er dann ein, kann man nicht mehr vom Erleben reden - Berichtsmöglichkeiten bestehen ohnehin nicht mehr.
Alles ist Spekulation: Das Phänomen des Todes entzieht sich im Gegensatz zum Sterben der Beschreibung. Also alles vergebliche Mühe?
Mitnichten, wie das neue Buch von Robert Harrison zeigt.
Der in Stanford lehrende Literaturwissenschafter und Italianist mit ausgeprägten philosophischen Neigungen hat vor drei Jahren einen Essay unter dem Titel „The Dominion of the Dead“ („Die Herrschaft der Toten“) vorgelegt.
| Weiter ...
Wirklich beeindruckend - aber ob das auf deutschen Friedhöfen möglich wäre?
Auch die zweite Ausgabe (Thema: "Schönheit und Vergänglichkeit") ist vom Layout wieder sehr ansprechend und technisch gut umgesetzt (gutes Papier, guter Druck).
Auf weitere Hefte darf man gespannt sein - weiter so!
Kontakt:
Lothar Fölbach Medienservice
Heimeranstraße 6, 80339 München
Telefon 089 50 22619, Telefax 089 505337
ewig-forum.de