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Archiv: Mai 2006
Es verhält sich mit dem Alten St. Matthäus-Kirchhof genauso wie mit vielen anderen bedeutenden Friedhöfen: Sie werden zwar in diversen Sammelwerken abgehandelt – eigenständige, lesbare Publikationen fehlen aber meist.
Nun endlich gibt es ein Werk, das die Bezeichnung „eigenständig“ verdient: „Gräber, Gründer und Gelehrte – Der Alte St. Matthäus-Kirchhof“ (im Titel scheinbar angelehnt an den Klassiker „Götter, Gräber und Gelehrte. Roman der Archäologie“ von C. W. Ceram).
Der Autor – Schauspieler und Friedhofskenner Karl-Heinz Barthelmeus - hat nun passend zum 150-jährigen Kirchhofjubiläum 2006 ein Buch über den Friedhof vorgelegt: "Gräber, Gründer und Gelehrte" - ein spannender historischer Spaziergang über den Gottesacker.
Der Friedhof wurde am 25. März 1856 eingeweiht und gehört zu der im südlichen Tiergarten-Viertel gelegenen St. Matthäus-Gemeinde (im heute so genannten Kulturviertel, ehemals „Geheimratsviertel"). Auf dem Friedhof an der Großgörschenstraße befinden sich heute über 50 Gräber prominenter Persönlichkeiten, die als Ehrengrabstätten anerkannt sind und für deren Pflege und Erhalt das Land Berlin sorgt.
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Eine kleine Meldung, die sogar der STIFTUNG WARENTEST wichtig war und im Heft "FINANZtest" vom Juni 2006 Eingang gefunden hat: Das Handy als wichtige - wenn nicht die wichtigste - Grabbeigabe unserer Zeit!

FINANZtest/ Nr. 6, Juni 2006/ Rubrik: ... UND SCHLUSS

Katholischer Friedhof in Ralbitz/ sorbische Friedhofskultur

Dorotheenstädtischer Friedhof, Berlin
Ausstellung im Stadtmuseum Burghausen:
"Ruhe sanft - Der Umgang mit Tod, Trauer und Gedenken."
Sonderausstellung in Zusammenarbeit mit dem Museum für Sepulkralkultur, Kassel
vom 25.5. - 17.9.2006.
"Wie gingen die Menschen früher mit Sterben und Tod um, und welchen Stellenwert haben Sterben und Tod heute in einer säkularisierten Gesellschaft?"
burghausen.de
OVB online
In der aktuellen Ausgabe des Wirtschaftsmagazins brand eins wird das "Ende" thematisiert.
Sehr interessant darin ist das Interview mit dem Werbefachmann Reinhard Springer ("Springer & Jacoby"), der gerade dabei ist, seine Karriere zu beenden.
Neben vielen Einsichten und einem Resümee seiner Erfolge und Misserfolge hat mich folgender Satz berührt (Seite 104):
"[...] Vor allem aber leben wir im Zeitalter der reinen Geldorientierung - und das ist der größte Übeltäter, weil die Menschen dann auf Scheineffizienzen aus sind und nicht mehr verstehen, was Rituale für ihre Seele Gutes tun können. Bei Beerdigungen hält man das Ritual noch irgendwie hoch - aber bei anderen Abschnitten, die zu Ende gehen? [...]"
Gerade das "irgendwie" scheint mir in diesem Zusammnehang bedeutsam und sollte zum Nachdenken anregen.
Auch wieder sehr informativ bei brand eins: Die Welt in Zahlen (Seite 12).
In dieser statistischen Zusammenstellung tauchen am Ende die folgenden Angaben zum Thema "Bestattung" auf:
"Ungefähre Kosten einer durchschnittlichen Erdbestattung in Deutschland, in Euro: 4000.
Ungefähre Kosten einer Mumifizierung mittlerer Qualitätsstufe im alten Ägypten, in Euro: 30 000."
Mich würde sehr interessieren, wie die Kosten der Mumifizierung berechnet wurden ;-).
______________________________
brand eins Redaktions GmbH & Co. KG
Schauenburgerstraße 21
20095 Hamburg
Heft brand eins 5/2006
8. Jg, 7,60 Euro
Spiegel Online (12. Mai 2006) berichtet sehr ausführlich über die Ausbildung zur Bestattungsfachkraft.
Ob allerdings die Aussage des vorgestellten Auszubildenden - "[...] Sie (die Tote, d. Verf.) soll möglichst so aussehen, wie ihre Familie sie in Erinnerung hat - sie soll aussehen, als ob sie schläft" - das Begreifen des Todes eher fördert oder be-(ver-)hindert soll an dieser Stelle nicht weiter diskutiert werden. Es gibt in der Branche dazu unterschiedliche Auffassungen. Die Überzeugung, der/die Verstorbene müsse so aussehen "als ob sie schläft" erinnert unweigerlich an die amerikanische Tradition des "modern embalming". Psychologen und andere Trauerexperten gehen jedoch davon aus, dass der Tod von den Hinterbliebenen begriffen (auch im wahrsten Sinne des Wortes) werden muss, um akzeptiert und verarbeitet werden zu können.
Spiegel.de
Gedanken dazu aus Die Zeit, Rubrik "Leben":
"Werbeträger. Harald Martenstein über aufdringlichen Kapitalismus"
Zeit.de
Das größte Festival deutschsprachiger Kriminalliteratur hatte am vergangenen Mittwoch begonnen.
Eine von rund 100 Veranstaltungen war auch eine Lesung beim Bestatter mit dem Titel "Mord - Bestattung inbegriffen".
Nach Angaben der Veranstalter, der Autorenvereinigung «Das Syndikat», waren während der Criminale rund 180 Krimiautoren in der Stadt am Deutschen Eck auf Lesetour.
Und das Interesse am Krimi scheint ungebrochen:
Nach Angaben des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels machten Buchhändler mit Belletristik nach den zuletzt verfügbaren Zahlen aus dem Jahr 2004 den meisten Umsatz (31 Prozent), mit steigender Tendenz bei den Krimis.
Na, da kann man nur weiterhin viele interessante Morde wünschen...;-)
Intrinet
In einem kleinem Waldstück bei Köln werden am kommenden Freitag die "Gärten der Bestattung" des Bestatters Fritz Roth eröffnet. Der nach Angaben von Roth erste privat betriebene Friedhof Deutschlands soll eine Alternative zu den zeichen- und namenlosen anonymen Gräbern unserer Zeit sein.
Nicht verschwiegen werden darf, dass die Kommune eine im Grundbuch eingetragene Bürgschaft übernimmt, so dass der Bestand des Friedhofs auch bei einer Pleite von Roths Bestattungshaus gewährleistet ist.
Der ideenreiche wie geschäftstüchtige Unternehmer Roth wird jedoch alles daran setzen, seinen Friedhof so bekannt zu machen wie sein "Haus der menschlichen Begleitung".
Die Entwicklung bleibt abzuwarten - ich bin gespannt.
Aus aktuellem Anlass:
Die "Gärten der Bestattung" wurden am 5. Mai 2006 offiziell eröffnet.
O-Ton Fritz Roth: "Ein Friedhof muss auch ein Platz des Lebens sein, und die bunte Vielfalt des Lebens abbilden. Ich möchte, dass wir Flächenbrände des Lebens hervorrufen, und dafür muss man auf den Tod schauen."
Spiegel Online
SVZ online
RP Online
Sollte die Meldung von Focus Online wahr sein, ist das wohl die Spitze der "Gunther von Hagens-Manie": Im neuesten James Bond-Film (kommt im November in die Kinos) sollen nicht nur Ausstellungsplakate, sondern auch Präparate des Plastinators zu sehen sein. Nun ja, man hat ja gehört, der neue Bond- Darsteller Daniel Craig sei etwas schwach - im Verhältnis zu seinen unsterblichen Vorgängern Sean Connery und Roger Moore. Da ist die Hilfe einiger Kunstoff-Komparsen wohl bitter nötig...