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Archiv: März 2006
Das Buch mit dem Titel "Über Sterben und Tod Nachdenkliches und Tröstendes" besticht durch seine Schlichtheit und greift ein Thema auf, dass leider immer noch viel zu oft verdrängt wird.
Der Autor Johannesspricht (bürgerlich Johannes Münninghoff) bietet darin auf rund 100 Seiten "Nachdenkliches und Tröstendes". Die eindrucksvollen Schwarz-weiß Aufnahmen von Nadine Stange verstärken dabei die Kontraste und beschränken zugleich auf das Wesentliche. Die Kombination von Bild zu Text wird somit zu einer gelungenen Einheit: Nur Text oder nur Bild würden bei weitem die Wirkung verfehlen. Die gewählten Motive sind ganz unterschiedlich und zeigen Stillleben, Natur, Details auf Friedhöfen etc.
Gerade die Details der Aufnahmen haben ihre besondere Wirkung.
Es ist ein Buch für Menschen, die Halt und Unterstützung in einer schwierigen (Trauer-) Situation und Lebensphase benötigen - aber nicht nur. Es gehört sowohl in die Hände von Betroffenen als auch von Menschen, die sich mit existentiellen Fragen ihres Lebens und Sterbens beschäftigen wollen.
Auf mich wirken besonders die kurzen, knappen Zeilen wie beispielsweise wie das Gedicht "Geburtsstunde":
Die mit Bangen erwartete
Geburtsstunde
Des Glücks
T
O
D
Schonungslos wird hier der Zusammenhang von Leben und Tod dargestellt.
Wenn man sich dann noch das entsprechende Bild - einen Wecker - dazu betrachtet (der Schatten des Minutenzeigers ist der tatsächlichen Zeit schon voraus!), kommt einem unweigerlich das Sprichwort "Der Tod ist gewiß, die Stunde ungewiß" in den Sinn.
Ergänzend gibt es dazu eine Ausstellung mit Bildern und Texten aus dem Buch, die ausgeliehen werden kann.
Fotoausstellung
______________________________________
Johannesspricht: "Über Sterben und Tod"
Broschiert - 108 Seiten - BoD GmbH, Norderstedt
Erscheinungsdatum: Januar 2006
EUR 12,80
Programm März - November 2006
Aus dem Jubiläumsflyer:
"Der Friedhof lebt! Unter diesem Motto feiert der Alte St.-Matthäus-Kirchhof
in Berlin-Schöneberg, Großgörschenstr. 12–14, in diesem Jahr sein
150-jähriges Bestehen. Er zählt zu den interessantesten und historisch
bedeutsamsten Friedhöfen der Hauptstadt. Der 1856 geweihte Kirchhof war Begräbnisort der ehemaligen Evangelischen
St. Matthäus-Gemeinde am heutigen Kulturforum/ Potsdamer
Platz. Das im Zweiten Weltkrieg fast völlig zerstörte Viertel wurde auch
als „Diplomaten- bzw. Geheimratsviertel” bezeichnet und zählte zu den
wohlhabendsten Gegenden in Berlin. Hier wohnten reiche Kaufleute und
Unternehmer, erfolgreiche Künstler, Wissenschaftler und höhere Beamte.
Viele von ihnen wurden auf dem St.-Matthäus-Kirchhof bestattet. In aufwändig
gestalteten Wandgräbern, Mausoleen und freistehenden Bildwerken
mit kunstvollen Grabgittern ließ sich das wohlhabende Berliner Bürgertum
dort über den Tod hinaus verewigen. Wie kein anderer repräsentiert
dieser Friedhof das glanzvolle Berlin der Gründerzeit und stellt ein
unvergleichliches Archiv der Stadtgeschichte dar [...]"
Unbedingt an den zahlreichen Veranstaltungen teilnehmen, staunen, sich informieren und einbringen!
Ev. Zwölf-Apostel-Kirchengemeinde, Berlin
Der Friedhof als Ort für jene, die "dem lärmenden Trubel entrinnen wollen". So beschreibt es Dietmar Bittrich in der aktuellen Ausgabe der Welt am Sonntag. Insbesondere auf Reisen wird dieser Drang, einen Friedhof zu besuchen, fast unwiderstehlich. Und warum? Weil ein Friedhof in der Fremde "weit entfernt liegt von unserem heimatlichen Wohnort, fühlen wir uns gänzlich unbedroht. Kein Name ähnelt dem unsrigen [...]" Da scheint etwas dran zu sein. Aber Bittrichs Aussage: "Uns ist eingeredet worden, der Umgang eines Volkes mit den Toten verrate viel über seinen Umgang mit Lebenden. Überdies sei auf Friedhöfen viel über Kultur und Geschichte zu lernen. Ich kann das nicht bestätigen" kann ich nicht nachvollziehen, denn die weiteren Beschreibungen im Artikel belegen für sich schon das Gegenteil.
Dennoch ein interessanter Beitrag. "Der Friedhof" ist nämlich wirklich mehr als "nur" kulturhistorisch bedeutsam auf der einen - natürlicher Lebensraum auf der anderen Seite.
Die Mumien von St. Michael/Wien sind gerettet:
Seit Oktober 2005 läuft das Notprogramm in der Michaler-Gruft, bei dem es dem Spezialisten-Team nicht nur gelang, den Holzfraß des Rüsselkäfers zu stoppen - sondern auch jede Menge Geld zu sparen durch viel Eigenleistung.
Ohne schnelles Gegensteuern wären die Holzsärge in der Michaelergruft spätestens in fünf Jahren komplett zerfressen gewesen.
Glückwunsch zu dieser Leistung, liebe Wiener!
derStandard
Man glaubt es kaum, aber die nordfriesische Insel Föhr ist (auch) ein sepulkrales Reiseziel:
Es gibt zahlreiche Friedhöfe, wo man die "redende Steine" - die eng beschriebenen Grabsteine - bestaunen kann. Hier ist noch eine Bestattungs- und Grambmalkultur zu besichtigen, die im krassen Gegensatz zu den heutigen zeichenlosen, anonymen Bestattungen steht. Sicher, die Zeiten haben sich auch auf Föhr geändert - viele neue Gräber geben auch kaum mehr Auskunft über den Verstorbenen als den Namen und das Geburts- und Todesjahr.
Aber gerade deswegen sind die alten Gräber geradezu ein Labsal für die Sinne.
Also auf nach Föhr!
Spiegel Online


Ein 29-Jähriger Landwirt verbarg den Leichnam eines 73-Jährigen auf seinem Hof. Aufgrund der häufigen Nachfragen von Bürgern aus der Nachbarschaft, die sich um das Befinden des alten Mannes erkundigten, habe er sich entschlossen, den Leichnam an seine Schweine zu verfüttern.
Angeblich soll er sich dabei an Religionen bzw. Kulturen orientiert haben, die ihre Verstorbenen an Tiere (z.B. Geier) verfüttern...
Fuldainfo
Eine interessante Ausstellung - bestehend aus 20 Schwarz-Weiss-Fotografien (+ 1 Bunt-Fotografie) - zum Thema "Sterben und Tod" ist derzeit in Wittlich zu sehen.
Die Bilder entstanden für das gleichnamige Buch, in dem der Autor, Johannesspricht (Johannes Münninghoff), nachdenkliche und tröstende Worte bereit hält. Die zum Teil recht aussergewöhnlichen Schwarz-Weiss-Fotografien laden zu einer Gedankenreise ein, die man so schnell nicht wieder vergessen wird.
Die Fotoausstellung ist noch bis zum 17. März, von Montag bis Freitag, 8 bis 17 Uhr, in den Geschäftsräumen der Firma Eller-Schrot Bestattungen in Wittlich, Untere Kordel 7, zu sehen.
Vom 25. April 2006 bis zum 4. Mai 2006 ist die Fotoausstellung "Über Sterben und Tod" in der Firma Bestattungen Rottkamp-Schneider GmbH, Hannoverstr. 60 in 44793 Bochum. Am Samstag, den 29. April 2006, und am Sonntag, den 30. April 2006, sind die Ausstellungsbilder dort für alle Interessierten von 10-17 Uhr zu sehen.
NADINE STANGE - BESONDERE ANSICHTEN
"Trauer ist - genau wie die Liebe - ein Gefühl, das gelebt werden will und muss." Markus Pletz im Vorwort seines Buches "Wege der Trauer"
Unaufdringlich und mit sensiblem Gespür für die richtigen Fragen lässt Markus Pletz Trauernde von ihrem persönlichen Umgang mit dem Verlust erzählen. In zwölf Porträts (acht Frauen und vier Männern) lässt der Autor Menschen, die ihren Lebenspartner verloren haben, zu Wort kommen.
Die Zeit zwischen dem Tod eines geliebten Menschen und dem Interviewtermin ist unterschiedlich lang und reicht von mehreren Monaten bis hin zu mehreren Jahren. Die darauf folgenden Interviewauszüge werden von stimmungsvollen schwarz-weißen Fotographien (Duoton) begleitet. Hierbei fällt besonders auf, dass Markus Pletz sich sehr sensibel auf die jeweilige Situation der Trauernden einzustellen vermag.
Sowohl Fotos von Erinnerungsstücken und Wohnungsbreichen, als auch beeindruckende Portraitaufnahmen prägen diesen stimmungsvollen Band.
Das Buch zeigt die unterschiedlichsten Wege der Trauer und den schwierigen und schmerzlichen Prozess des Abschiednehmens.
Immer wieder blitzt aber die Lebensbejahung derer, die gerade durch die Trauer ins Leben zurückgefunden haben, durch. Die Gespräche machen deutlich, wie wichtig es ist, die Erinnerung an den Verstorbenen lebendig zu halten, denn die Erinnerung ist die einzige "Waffe" gegen den Tod - wie zum Beispiel auch heute noch die reichhaltigen Zeugnisse der altägyptischen Kultur zeigen.
Empfehlung: Unbedingt lesen - und nachwirken lassen!
Markus Pletz:
Wege der Trauer
12 Porträts in Bild und Text
160 S., 26 x 20 cm
gebunden, mit Schutzumschlag, zahlreiche Fotos, s/w, Duoton
ISBN 3-8067-2547-0
EUR (D) 24.90 | EUR (A) 25.60 | SFr 43.80

Gerstenberg Verlag
Ein betrunkener Leichenwagenfahrer hat in Krefeld einen Polizisten in die Hand gebissen.
Die Polizisten wollten ihn zur Blutentnahme bringen, aber der Leichenwagenfahrer ließ sich das wohl nicht gefallen. Es gelang zwar, den Mann mit zur Polizeiwache zu nehmen, dort jedoch biss er einen Beamten mehrmals in die Hand. Anschließned andete er im Polizeigewahrsam.
Man mag sich gar nicht ausmalen, wohin der Leichenwagenfahrer mit der Leichen gefahren wäre... in die nächste Kneipe?
Netzeitung.de
Die Story von der Website "Tagesspiegel Sensation" ist nicht ganz ernst gemeint - aber regt sehr zum Nachdenken an! Denn wie sagt Matthias Horx so schön: "Unsere Zukunft beginnt jetzt." Da können wir uns ja auf was gefasst machen...