Archiv: Dezember 2005

Sa Dez 31, 2005

Wien: Werden die Städtischen Friedhöfe privatisiert?

Wien:Wie die Presse am 30.12. berichtete, will der Finanzstadtrat Sepp Rieder eine Ausgliederung der Entsorgungsbetriebe diskutieren. Als Grund für diese mögliche Maßnahme nennt er den "steigenden Kostendruck" vom Bund auf die Länder. Insgesamt könnte die Reform vier große Magistratsabteilungen treffen, darunter auch die Städtischen Friedhöfe (MA 43) mit 429 Mitarbeitern, die dann der "Bestattung Wien GmbH" angegliedert werden könnten.
Allerdings wurde heute vom Wiener Bürgermeister Häupl eine Gegendarstellung bekannt, nach der es keine Ausgliederung der Entsorgungsbetriebe geben soll. Ebenso hatte zuvor der Gewerkschaftschef Rudolf Hundstorfer gedroht: Er werde Rieders Vorhaben "mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln bekämpfen".

Man wird wohl die weitere Diskussion um die Privatisierung öffentlicher Betriebe abwarten müssen. Aber der Trend geht - zumindest bei der Müllentsorgung - jedoch eindeutig in Richtung Ausgliederung oder Beteiligung von Privaten an sogenannten Private Public Partnerships (PPP).

Die Presse/31.12.
ÖGB

Stephan Hadraschek am 31. Dezember 2005, 22:12 | 0 Comment/s (2832) | 0 Trackbacks | » Friedhof

Do Dez 29, 2005

Letzte Staffel "Six Feet Under" bei Premiere

Start der zwölf letzten Episoden am 28. Dezember auf PREMIERE 4

Presseportal:
"Während in Amerika das letzte Stündchen der Serie schon geschlagen
hat, können sich nun die deutschen Fans auf die letzten zwölf
Episoden freuen. Die kathartische Reise der Familie Fisher findet in
der letzten Staffel ein Ende, indem die Hauptcharaktere das Kommen
und Gehen von Leben und Tod annehmen. Zuvor kämpft Nate (Peter
Krause) um die Beziehung mit Brenda, David und Keith wünschen sich
Kinder, Federico muss ohne seine Frau auskommen und Claire wird ihren
Horizont erweitern."

Also wieder das volle Programm - unbedingt angucken!!!

Sendetermine:
Ab 28.12.05 "Six Feet Under - gestorben wird immer" (5. Staffel) auf
PREMIERE 4
Ab 3. Januar dann bei VOX - nach den "Kuckelkorns"


Stephan Hadraschek am 29. Dezember 2005, 09:12 | 0 Comment/s (2517) | 0 Trackbacks | » Medien

Mi Dez 28, 2005

"Die Kuckelkorns: Ein Leben für den Tod"

Presseportal:
"Die vierteilige Doku-Soap "Die Kuckelkorns" zeigt den Alltag einer
Bestatterfamilie. Die Zuschauer sind dabei, wenn Christoph Kuckelkorn
am Präparationstisch den Körper eines Verstorbenen herrichtet und sie
erleben, wie aufwändig es ist, ein Begräbnis für einen Prominenten zu
planen. Die vier Episoden dokumentieren aber auch das turbulente
Leben einer fröhlichen Großfamilie, die so ganz und gar nicht in das
gängige Bild vom Bestatter passt."

Na ja, hört sich ja an wie ein Abklatsch der Kult-Serie "Six Feet Under".
Der Sendeplatz direkt vor der amerikanischen Serie deutet auch auf eine "Aperitif-Funktion" hin.
Sei´s drum. Christoph Kuckelkorn ist ein brillanter Medienprofi - diese Werbung für sein Unternehmen wäre sonst nicht zu bezahlen!

Die Kuckelkorns - Ein Leben für den Tod
Vierteilige Doku-Soap ab 3. Januar 2006 um 22.10 Uhr bei VOX

Stephan Hadraschek am 28. Dezember 2005, 21:12 | 0 Comment/s (2694) | 0 Trackbacks | » Medien

Mo Dez 26, 2005

Sterbeverbot für brasilianische Bürger

RP Online berichtet, dass in Biritiba Mirim/Brasilien der brasilianische Bürgermeister Roberto Pereira da Silvaein ein Sterbeverbot verhängt hat!
Der Grund dafür ist recht plausibel: Der Platzmangel auf dem örtlichen Friedhof.
Die 28.000 Bewohner der Stadt sind dazu aufgerufen, besser auf ihre Gesundheit zu achten um ihr Leben zu verlängern. Ein Verstoß gegen dieses Gesetz zöge Konsequenzen nach sich - ein Strafmaß wurde aber nicht genannt.
Da Erweiterungen bestehender Friedhöfe bzw. deren Neuanlage verboten ist, steht die Gemeinde wirklich vor einem Problem.
Anders in Deutschland: Hier müssten Bürgermeister geradezu zum verstärkten Sterben aufrufen, um die immer leerer werdenden Friedhöfe zu füllen. Oder zumindest dazu, ausschließlich Erdbestattungen durchzuführen!

Stephan Hadraschek am 26. Dezember 2005, 09:12 | 0 Comment/s (2604) | 0 Trackbacks | » Friedhof

Do Dez 22, 2005

Wenn das Geld im Kasten klingt

Vom Opferstock zur Online-Spende

Eine Ausstellung in Kooperation mit der Evangelischen Kreditgenossenschaft eG Kassel (EKK):
vom 12. November bis 21. Dezember 2005 ist ein Teil der Ausstellung in den Räumen
der EKK-Filiale Kassel zu sehen.

Ort: Museum für Sepulkralkultur, Weinbergstraße 25-27, 34117 Kassel.

Die Ausstellung erzählt die Geschichte des Spendenwesens anhand der Gerätschaften, mit denen Geld gesammelt wurde. Dabei handelt es sich sowohl um massive Behältnisse, die das eingelegte Geld vor fremden Zugriff schützen sollten, als auch um erzählende Sammelgeräte: Dazu zählen Sammelbüchsen mit dem Bild der Armen Seelen im Fegefeuer, die Dank des gespendeten Groschen erlöst werden konnten, oder auch um den legendären Nickneger , der nach eingelegter Spende für die Missionsarbeit dankbar mit dem Kopf nickte.

Die Welt.de

Stephan Hadraschek am 22. Dezember 2005, 15:12 | 0 Comment/s (2543) | 0 Trackbacks | » Termine

Mi Dez 21, 2005

Die andere Trauermusik

Der Berliner Kurier vom 21.12.2005 berichtet über den traurigen Abschied vom "Krebs-Jungen Ulrich". Der Titel ist - wie so oft in diesen Blättern - etwas dämlich. Aber der steht hier nicht zur Diskussion. Der Artikel beschreibt den Tod des an Krebs erkrankten 17-Jährigen Ulrich Hinz, der sich am 23. November das Leben nahm und dessen Leiche am 8. Dezember von Polizeitauchern entdeckt wurde.
Bei der Beschreibung der Trauerfeier ist aber interressant, dass der Titel "'Treasure'" von der Kultband The Cure" gespielt wurde. "Das war Ulrichs Lieblingslied. Jetzt erklang der Tränensong über Tod, Vergessen und gute Erinnerung in der Trauerhalle des Dorf-Friedhofes" heißt es weiter.

Das ist etwas, worüber fast nie berichtet bzw. geschrieben wird: Über Popmusik (inklusive der so genannten Independent Music) bei der Trauerfeier. Natürlich käme kein Kind bzw. Jugendlicher oder junger Erwachsener auf die Idee, bei der eigenen Trauerfeier das "Ave Maria" (Bach/Gounod) oder "Air" (Bach) hören zu wollen. Selbst "Time to say goodbye" (Boccelli/Brightman), "Yesterday" (Beatles) oder "Der Weg" (Grönemeyer) sind sicherlich nicht (mehr) der Hit. Aber gerade Musik jenseits der Hitparaden hat immenses "Trauermusik-Potential" - The Cure sind dafür nur ein Beispiel. Ulrichs Eltern haben ihm damit einen letzten, wichtigen Dienst erwiesen.

Stephan Hadraschek am 21. Dezember 2005, 14:12 | 0 Comment/s (2511) | 0 Trackbacks |

Do Dez 15, 2005

Es ist grauenhaft....

Man liest, hört und sieht es fast täglich in den Medien:
Nachrichten von Kindesmisshandlungen oder sogar Kindstötungen. Was ist los in Deutschland?
Wie die Meldung vom 14.12.2005 in der Mittelbayerische Zeitung: "Drei Monate alter Säugling stirbt nach Misshandlung".
Da heißt es weiter, dass "eine 23-jährige Frau aus dem Landkreis Marktheidenfeld die Tötung ihres drei Monate alten Sohnes gestanden hat" und dass "bei der Obduktion des Babys zahlreiche Verletzungen am Körper des Jungen sowie eine Schädelfraktur festgestellt wurden".
Die Meldung ist erschreckend - und zugleich alltägliche Realität in Deutschland.
Oder sind die Medien nur viel schneller und aufmerksamer als früher, was diese Themen angeht?
Der Eindruck drängt sich auf, dass immer mehr (junge) Eltern nicht in der Lage sind, sich um ihre Kinder zu kümmern, für sie zu sorgen (nicht nur finanziell!) und sie zu erziehen.
Die Schutzbefohlenen werden aus ihrem Schutz entlassen und die Gesellschaft schaut zu. Neben einer konsequenten Strafverfolgung scheint mir eine grundlegende Thematisierung und öffentliche Debatte zu dringender denn je.

Stephan Hadraschek am 15. Dezember 2005, 09:12 | 1 Comment/s (2583) | 0 Trackbacks | » Medien

Neues Bestattungsrecht in Niedersachsen

Nach dem neuen Gesetz können Muslime künftig gemäß den Vorschriften ihrer Religion auch ohne Sarg und nur im Leinentuch beerdigt werden. Für die Einrichtung von Friedwäldern (die Urnen werden in freier Natur beigesetzt), wurde Rechtssicherheit geschaffen. Der Friedhofszwang bleibt jedoch generell bestehen.
Zudem gibt es mehr Freiheiten bei der Wahl des Materials für den Sarg. Mal sehen, was sich die Sargindustrie alles ausdenken wird...

Die Welt.de
Hannoversche Allgemeine

Stephan Hadraschek am 15. Dezember 2005, 09:12 | 0 Comment/s (2588) | 0 Trackbacks | » Friedhof

Mi Dez 14, 2005

Museum für Sepulkralkultur gewinnt Preis bei Wettbewerb zur Fußball-WM

Das Kasseler Museum für Sepulkralkultur ist einer der 365 Preisträger des bundesweiten Wettbewerbes «365 Orte im Land der Ideen».
Mit dem Wettbewerb soll Deutschland im Zusammenhang mit der Fußballweltmeisterschaft 2006 als modernes und weltoffenes Land präsentiert werden.
Bei der Bewerbung berücksichtigt wurde u.a. ein Exponat der damaligen Ausstellung «Crazy Coffings – verrückte Särge aus England»: Ein als Fußballschuh gestalteter Sarg.

epd Hessen

Stephan Hadraschek am 14. Dezember 2005, 08:12 | 0 Comment/s (2607) | 0 Trackbacks | » Tod

So Dez 11, 2005

Lenin bald auf dem Friedhof?

In einem Interview mit der Moskauer Deutschen Zeitung
gab der Geschichtsprofessor Valentin Schelochajew an, er könne sich eine Beerdigung Lenins vorstellen - in 20 Jahren.
Die Gesamtkosten für die Konservierung in Höhe von rund 1,5 Millionen Dollar pro Jahr trägt seit 1991 ein privater Fonds.

Stephan Hadraschek am 11. Dezember 2005, 20:12 | 0 Comment/s (2621) | 0 Trackbacks | » Bestattung

Sa Dez 10, 2005

"Themenbeerdigungen" - ein neuer Trend?

sueddeutsche.de berichtet, dass die Fans des Erstligisten Schalke 04 sich nun standesgemäß bestatten lassen können: mit Hymne und im blau-weißen Sarg.
Ein Bestatter nahe der Schalke Arena bietet seit kurzem Wochen blau-weiße Särge oder zu einem Fußball geformte Messing-Urnen an.
Aber selbst dem Vorsitzenden des dreiköpfigen Ehrenrats beim FC Schalke 04, der evangelische Pfarrer Hans-Joachim Dohm, hat u.a. das Kerzenaufstellen vor den Spielen als Aberglaube untersagt.
Er vermutet hinter dem Trauerkult für Schalke-Fans ein kühl kalkuliertes Geschäft. Damit hat er wohl nicht ganz unrecht...

Stephan Hadraschek am 10. Dezember 2005, 10:12 | 0 Comment/s (2583) | 0 Trackbacks | » Kurioses

Fr Dez 09, 2005

Guben oder nicht Guben - die Lager sind gespalten

In Guben will Leichenpräparator Gunther von Hagens ein neues Institut eröffnen. Der Bürgermeister ist dafür - aber viele Einwohner sind dagegen. Ein Bürgerentscheid könnte Klarheit schaffen.
In der ehemaligen "Perle der Niederlausitz" geht ein Riss durch die Bevölkerung:
Auf der einen Seite die Hoffnung auf Arbeitsplätze, auf der anderen die Angst vor ethischem Werteverfall. Angesichts der fehlenden Informationen über die konkreten Pläne des Plastinators scheinen die rein wirtschaftlichen Aspekte im Vordergrund zu stehen - verständlich, bei der hohen Arbeitslosigkeit. Ob die Entwicklung so verläuft wie in Sieniawa Zarska, dem polnischen Dorf 50 Kilometer hinter der Grenze (dort scheiterte von Hagens mit seinen Plänen am Widerstand der Bevölkerung), wird man abwarten müssen.
Aber die bisherigen Praktiken des Leichenpräparators lassen nichts Gutes ahnen...

taz
Berliner Morgenpost
Mitteldeutsche Zeitung

Stephan Hadraschek am 09. Dezember 2005, 09:12 | 0 Comment/s (2491) | 0 Trackbacks | » Tod

Do Dez 08, 2005

Niedersachsen: Landtag beschließt neues Bestattungsgesetz

Die Hannoversche Allgemeine berichtet in ihrer Onlineausgabe vom 7.12.2005, dass mit der Mehrheit von CDU, FDP und dem überwiegenden Teil der SPD das Landesparlament ein neues Gesetz über das Friedhofswesen beschlossen hat.
Unter anderem muss künftig auch nicht mehr jeder Tote in einem Sarg liegen, bevor er im Krematorium verbrannt wird und es soll mehr Freiheiten bei der Wahl des Materials für den Sarg geben.
Die Grünen im Landtag bezeichen diesen Entwurf allerdings als „halbherzig“. Sie hätten z.B. generell auf den Friedhofszwang verzichtet...

Alles in allem stellt das Gesetz keine wirkliche Überraschung dar (für wen auch immer...) und verhält sich ähnlich dem Verfahren in Nordrhein Westfalen 2003.
Warten wir die weiteren Kommentare und Beiträge ab...

Die Welt

Stephan Hadraschek am 08. Dezember 2005, 12:12 | 0 Comment/s (2468) | 0 Trackbacks |

Mo Dez 05, 2005

Der Plastinator in Brandenburg ?

Der Anatom Gunther von Hagens will in einer leer stehenden Wollfabrik in der brandenburgischen Stadt Guben künftig menschliche Leichen präparieren und plastinieren lassen. Angeblich könnten 200 Arbeitsplätze entstehen.
Aber die Kirche organisiert den den Widerstand...
Ob von Hagens wirklich "Gott spielt", wie sich ein SPD-Stadtverordneter dazu äußerte, sei mal dahingestellt. Bei den Vorhaben des Plastinators ist aber in der Tat Vorsicht angebracht, denn einige Aspekte seiner "Forschung" sind bis heute dubios...

SPIEGEL ONLINE

Stephan Hadraschek am 05. Dezember 2005, 13:12 | 0 Comment/s (2357) | 0 Trackbacks |

Sa Dez 03, 2005

Toter Hund im Papp-Sarg - Papp-Sarg auf dem Autodach - gestohlen

Sehr kurios: Die OÖNachrichten berichten, dass in einem Einkaufszentrum in Salzburg ein während des Einkaufs verstorbener Hund gestohlen wurde. Um das tote Tier transportieren zu können, behalf sich die Familie mit einem Fernsehkarton - der auch prompt - samt Inhalt - geklaut wurde!

Stephan Hadraschek am 03. Dezember 2005, 08:12 | 0 Comment/s (2691) | 0 Trackbacks | » Kurioses

Fr Dez 02, 2005

Alte Bräuche

Über alte Bestattungsbräuche in unserem Land erfährt man oft nur noch wenig - von Schilderungen in der Fachliteratur einmal abgesehen. Aber ab und an finden sich in der Presse dann doch interessante Darstellungen "wie es früher gewesen ist".
Ein Beispiel ist zu lesen in der vom 1.12.2005 "Main-Spitze"

Stephan Hadraschek am 02. Dezember 2005, 08:12 | 0 Comment/s (2642) | 0 Trackbacks |