Donnerstag, 15. Juni 2017

Buchtipp - Dieter Birnbacher: "Tod"

Dieter Birnbacher
Tod
Verlag De Gruyter, 2017

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De Gruyter



Das Phänomen des Todes fordert wie kein anderes das philosophische Thaumazein heraus, das Sich-Wundern und das Stellen grundlegender Fragen. Deshalb ist er ein stets wiederkehrendes Thema der Philosophie. Es ist zugleich eines der Themen, dessen philosophische Behandlung im Zeitverlauf die radikalsten Wandlungen erfahren hat. Während viele der Aussagen über den Tod, die wir etwa in der Philosophie des Hellenismus finden, heute noch ebenso gültig sind wie vor mehr als 2000 Jahren, haben sich andere überlebt oder sind Gegenstand von Kontroversen geworden. Ursächlich dafür sind sowohl der medizinische und technische Fortschritt, der es erlaubt hat, den Tod weit über seine jahrtausendealten Grenzen hinaus zeitlich zu verschieben, als auch die zunehmend naturalistischen Sichtweisen von Leben und Tod. Der Band diskutiert primär aktuelle Fragen im Umkreis des Todes, wobei anthropologische, metaphysische und ethische Fragen gleichberechtigt angesprochen werden, u. a. Todesdefinition, Möglichkeiten eines „guten Todes“, ärztliches Handeln am Lebensende, Überlebenshoffnungen und die auf den Tod gerichteten Emotionen. Der historische Hintergrund wird, wo immer möglich, mitberücksichtigt.
Verlagstext


Dieter Birnbacher
Tod
Reihe:Grundthemen Philosophie
186 Seiten, 2017
ISBN 978-3-11-053449-8
24,95 €
Verlag De Gruyter

De Gruyter


#| Stephan Hadraschek am 15.06.17 | 0 Comment/s (72) | 0 TB  | » Tipps - Bücher




Montag, 15. Mai 2017

Buchtipp - BLOOM's (Hg.): "Zeit und Ewigkeit. Stilvolles Gedenken, Abschied und Trauer"

Zeit und Ewigkeit.
Stilvolles Gedenken, Abschied und Trauer

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Zeit und Ewigkeit

Stilvolles Gedenken, Abschied und Trauer

Viele Menschen sind hilflos und allein gelassen, wenn sie unvorbereitet mit dem Tod, der Trauer und dem plötzlichen Verlust konfrontiert werden. Hier setzt das neue BLOOM's-Bookazine "Zeit und Ewigkeit" an. Der innovative Special-Interest-Titel kommuniziert das gesamte Themenportfolio, was mit dem Verlust eines geliebten und geschätzten Menschen auf Angehörige zukommt. "Zeit und Ewigkeit" setzt ein hilfreiches Zeichen gegen das Entsetzen und Vergessen.

Verlagstext

Das neue Magazin mit einem Umfang von 160 Seiten ("Bookazine") in Hochglanzoptik und bester Papierqualität vermittelt einen hochwertigen Eindruck.
Und das ist es wohl auch, was BLOOM's damit zum Ausdruck bringen möchte: Dass die Bestattungs- und Trauerkultur an Bedeutung und Wertigkeit verloren hat bzw. verliert, aber durch umfassende Information und Beschäftigung mit dem Thema viel positiv beeinflussbar ist.

Daher reicht das Themenportfolio über aktuelle Informationen, das Thema "Trauer", "Friedhof" und "Gedenken" bis zum "Abschied" und einem Serviceteil.
Neben der Vorstellung interessanter Friedhöfe, (nicht-christllicher) Bestattungsformen, Death Cafés und Informationen zu Trauer- und Erinnerungsarbeit sind auch die vorgestellten "Produkte rund um Trauer und Gedenken" sicher anregend, da diese einen Einblick in gegenwärtige Entwicklungen geben.
Einen Schwerpunkt bilden jedoch die Vorstellung zeitgemäßen Kranz, Sarg- und Urnenschmucks sowie die Grabgestaltung inklusive Steinmetzarbeiten.
Die gezeigten Beispiele sind wahre Blickfänger und können als Anregung und Impuls für die eigene Gestaltung dienen. Hier ist aber auch ein wenig Kritik erlaubt: Leider fehlen (wie in vielen anderen Publikationen auch) Preise (Ca.-Angaben), die den Nicht-Fachmann zumindest ansatzweise über die Kosten aufklären.
Ein weiterer, kritischer Punkt könnte sein, dass es sich eher um hochwertige, aufwendige Gestaltungsbeispiele handelt. Mittlerweile existieren aber viele preiswerte(re) und einfache Möglichkeiten, ein Grab zu gestalten und zu pflegen. Dies gilt sicher auch die Bestattung allgemein. Hier gäbe es für eine neue Auflage des Bookazines noch Potential, auf entsprechende Angebote hinzuweisen.

Dennoch ist "Zeit und Ewigkeit" eine beeindruckende, anregende Lektüre, die sich lohnt!

Zeit und Ewigkeit
€ 12,90,-

Ein gut gestaltetes und gepflegtes Grab ist mehr als eine Erinnerung an einen Menschen – es ist Zeichen der Liebe und Wertschätzung eines Verstorbenen. Und nicht zuletzt gehört das Gedenken auf einem Friedhof zu unserem kulturellen christlichen Erbe. Von Christiane James


blooms.de


#| Stephan Hadraschek am 15.05.17 | 0 Comment/s (280) | 0 TB  | » Tipps - Bücher




Mittwoch, 10. Mai 2017

Buchtipp : "Dr. med. Mabuse Nr. 227 (3/2017) neu erschienen"

Dr. med. Mabuse Nr. 227 (3/2017) ist neu erschienen:
Schwerpunkt: Würde


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mabuse-verlag.de


#| Stephan Hadraschek am 10.05.17 | 0 Comment/s (196) | 0 TB  | » Tipps - Bücher




Sonntag, 30. April 2017

Buchtipp - Deutscher Hospiz- und PalliativVerband e.V. (Hg.): "die hospiz zeitschrift – Ausgabe 72"

die hospiz zeitschrift Ausgabe Nr. 72 (01/2017)

Schwerpunkt: Sorge für die Seele

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hospiz-verlag.de


Zur Sorge für schwerstkranke und sterbende Menschen gehört immer auch die Sorge für die Seele. Dabei geht es um die betroffenen Menschen und ihre Angehörigen ebenso wie um die Helfenden. Die Begegnung mit dem Tod rührt uns an, stellt viele Fragen an unser eigenes Leben und Sterben – wie viel mehr muss es dann erst sterbenden Menschen so gehen[...]



die hospiz zeitschrift – Ausgabe 72
Hrsg. Deutscher Hospiz- und PalliativVerband e.V.
der hospiz verlag Caro & Cie. oHG, 2017


#| Stephan Hadraschek am 30.04.17 | 0 Comment/s (221) | 0 TB  | » Tipps - Bücher




Dienstag, 18. April 2017

Buchtipp - Andrea von Treuenfeld: "Erben des Holocaust. Leben zwischen Schweigen und Erinnerung"

Andrea von Treuenfeld
Erben des Holocaust. Leben zwischen Schweigen und Erinnerung
Gütersloher Verlagshaus, 2017

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randomhouse.de

Das Trauma des Holocaust und seine Folgen für die Zweite Generation

Der Holocaust wirkt immer noch nach - besonders in den betroffenen Familien. Doch dieses Kapitel wurde bislang wenig berücksichtigt. Mit der Aufarbeitung der Täterbiografien (mitunter durch deren Kinder) wurden wichtige Schritte getan. Doch nun meldet sich die Zweite Generation zu Wort - über lebensbestimmende Erfahrungen und Erlebnisse, die sicher auch in der folgenden, Dritten Generation, nachwirken werden.

In jüdischen Familien werden die nachgeborenen Kinder als "Second Generation" bezeichnet. Etliche von ihnen wuchsen eine Zeit lang in einem familiären Umfeld des Schweigens aus Selbstschutz und Scham auf, andere wiederum hörten von dem in der Shoa Erlittenen und erlebten die Folgen der Verfolgung an ihren Eltern.

Das Buch von Andrea von Treuenfeld fragt anhand von 18 Portraits nach der Prägung der Erinnerungen der Eltern an Flucht, Konzentrationslager und die ermordete Familie? Und was bedeutete deren Neuanfang im Land der Täter für das eigene Leben?

Bis heute prägend: Wie sind diese Nachgeborenen mit den Traumata der Eltern umgegangen? Und wie war ein (neues) Leben im Land, das noch wenige Jahre zuvor ihre jüdische Familie auslöschen wollte, überhaupt möglich?

Andrea von Treuenfeld hat dafür prominente Söhne und Töchter befragt. So u.a. Marcel Reif, Nina Ruge, Ilja Richter, Andreas Nachama, Sharon Brauner, Robert Schindel u.a. Obwohl sie die Verfolgung und den Holocaust nicht selbst erlebt haben, blieb dieser ein wesentliches Element in ihren Biografien. In diesem Buch erzählen sie davon.

Dass diese Erlebnisse auch viele nicht-prominente Angehörige betreffen, erklärt sich von selbst.


Zur Autorin:
Andrea von Treuenfeld, hat in Münster Publizistik und Germanistik studiert und nach einem Volontariat bei einer überregionalen Tageszeitung lange als Kolumnistin, Korrespondentin und Leitende Redakteurin gearbeitet. Sie lebt in Berlin und schreibt als freie Journalistin Porträts und Biografien. Im Gütersloher Verlagshaus erschienen bereits ihre beiden Bücher "In Deutschland eine Jüdin, eine Jeckete in Israel" und "Zurück in das Land, das uns töten wollte. Jüdische Remigrantinnen erzählen ihr Leben".



Andrea von Treuenfeld
Erben des Holocaust. Leben zwischen Schweigen und Erinnerung
Gütersloher Verlagshaus, 2017
€ 19,99 [D] inkl. MwSt.

#| Stephan Hadraschek am 18.04.17 | 0 Comment/s (418) | 0 TB  | » Tipps - Bücher




Donnerstag, 13. April 2017

Buchtipp - "Friedhof und Denkmal – Zeitschrift für Sepulkralkultur": Heft 1-2017 erschienen!

Friedhof und Denkmal – Zeitschrift für Sepulkralkultur
Aktuelle Ausgabe: Heft 1-2017 62. Jahrgang

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sepulkralmuseum.de

Themenschwerpunkt: Innovatives zur Grabmalgestaltung

Aus dem Inhalt:

Barbara Leisner
Die Wiederkehr der Grabmalplastiken. Neuere Entwicklungen seit Ende der 1990er Jahre

Bert Ulrich Beppler: Meine Vorstellungen einer zeitgemäßen Grabmalkultur

Stephan Hadraschek: "Namenssteine"

Franka Silberstein: Vielleicht weil ich ’ne Eins in Schrift

Ulrike Neurath: Was zerstreuet scheint, wird zuletzt vereint – Der Steinmetz

Aus den Beständen des Museums für Sepulkralkultur

Aktuelles:
Christoph K. Streb, He Junwei. Hierarchien der Identität?
Forschungsdesiderate in China
Andreas Ströbl Schlaglicht auf den Tod – Ein Tagungsbericht
Den Toten – Vergabe des Dr. Theobald Simon-Kunstpreises 2016 an Susan Donath


#| Stephan Hadraschek am 13.04.17 | 0 Comment/s (143) | 0 TB  | » Tipps - Bücher




Mittwoch, 22. März 2017

Buchtipp - Nikos Kazantzakis: "Im Palast von Knossos"

Nikos Kazantzakis
Im Palast von Knossos
Verlag der Griechenland Zeitung, 2016

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griechenland.net

Aus der Sicht jugendlicher Helden beschreibt der berühmte griechische Schriftsteller Nikos Kazantzakis das Leben am Hofe des sagenhaften Königs Minos auf Kreta.
Der Sage nach war Minos – Sohn des Zeus und der Europa – der erste König von Kreta.
König Minos galt als weiser Gesetzgeber und gerechter Herrscher, der die erste große Seemacht im Mittelmeer begründete. Er residierte im großen Palast von Knossos auf Kreta. Die Unübersichtlichkeit der Palastanlage mit zahllosen Räumen und Gängen auf verschiedenen Stockwerken erinnert an ein Labyrinth, ein Umstand, der auf einen wahren Kern der Sagen schließen lässt.

Sehr lebendig erzählt Kazantzakis in 90 Kapiteln von Ariadne und Phädra, von Theseus, Daidalos und Ikaros und weiteren Gestalten der griechischen Mythologie werden bei ihm zu menschlichen Gestalten. Zudem verdeutlicht Kazantzakis dem Leser das Alltagsleben: Bei der Lektüre taucht man in eine 3500 Jahre alte Zivilisation ein und erlebt diese quasi nach.
Nach König Minos ist die "minoische" Kultur benannt. Sie ist die eigenständige Hochkultur Kretas und zugleich die Wiege der europäischen Kultur. Schon die alten Griechen waren sich der Bedeutung Kretas für ihre Kultur bewusst - bewusster als der moderne Europäer. Der Autor, Nikos Kazantzakis, war überzeugter Europäer. Das macht die Lektüre dieses Buches so aktuell.

Das Buch eignet sich nicht nur, um sich mit der griechischen/kretischen Mythologie vertraut zu machen, sondern auch, um die antike kretische Gesellschaft "zu erleben".



Zum Autor:
Nikos Kazantzakis (1883 in Iraklio, Kreta; † 26. Oktober 1957 in Freiburg im Breisgau) war einer der bedeutendsten griechischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts ("Alexis Sorbas").

wikipedia.de


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Palast von Knossos



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#| Stephan Hadraschek am 22.03.17 | 0 Comment/s (416) | 0 TB  | » Tipps - Bücher




Sonntag, 19. Februar 2017

Buchtipp - Manuel Trachsel, Alexander Noyon: "Ratgeber Lebensende, Sterben und Tod"

Manuel Trachsel, Alexander Noyon
Ratgeber Lebensende, Sterben und Tod
Hogrefe Verlag

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hogrefe.de

In Ergänzung des Bandes "Lebensende, Sterben und Tod" Rezension "Lebensende, Sterben und Tod"
ist nun der "Ratgeber" dazu erschienen: Hat der erste Band grundlegende Informationen zum Thema Sterben und Tod geliefert, stellt der aktuelle Ratgeber Informationen für Betroffene und Angehörige zur Verfügung. Da jeder Mensch früher oder später unweigerlich mit dem eigenen Sterben oder mit dem Sterben und Tod naher Angehöriger konfrontiert.
Da das Thema "Tod" seit Jahrzehnten verdrängt wurde und wird gehört der Umgang mit Sterben und Tod, die Begleitung von Angehörigen im Sterben, das Abschiednehmen und die Bestattung nicht mehr zum Allgemeinwissen. Doch dieses Grundwissen gehört letztlich zu den Grundaufgaben des Menschseins.
Die Vermittlung dieses Wissens ist Schwerpunkt dieses Ratgebers.


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#| Stephan Hadraschek am 19.02.17 | 0 Comment/s (642) | 0 TB  | » Tipps - Bücher


Buchtipp - Leidfaden 2016 Jg. 5, Heft 4: "Würde bis ans Ende … und darüber hinaus"

Leidfaden 2016 Jg. 5, Heft 4: Würde bis ans Ende … und darüber hinaus
Fachmagazin für Krisen, Leid, Trauer
Heft 2016 / 5.4
ISSN 2192-1202

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Vandenhoeck & Ruprecht

Ethik, Würde, Pietät - Begriffe, die in der Palliative Care selbstverständlich sind bzw. sein sollten, aber auch im Kontext des Lebensendes und des Bestattungswesens dringender denn je sind.

Aus dem Inhalt:
Dorothee Bürgi, Sylvia Brathuhn
Editorial: Würde – bis zuletzt und darüber hinaus

Alfried Längle
Die Würde des Menschen

Sarah Wort
Ein viel benutzter Begriff stellt sich vor

Annedore Paeske
Eine Geschichte der Würdigung, der Würde und des gemeinsamen Weges

Irmgard Layes
Würde – ein Konjunktiv?

Settimio Monteverde
Lassen Sie die nicht hinein!

Susanne Conrad
Würde und Journalismus – würdiger Journalismus

Katrin Döveling
Das Leben geht weiter, nur wie? Trauer in Zeiten des Internet

Hedwig Neu
Desorientiert mit Würde

Georg Mock
Das Projekt »Medi-Container im Flüchtlingscamp Neuwied«

Sandra Stephanie Mai
»Etwas von ihm ist eingefangen und bleibt für immer« – Wie erleben Angehörige von Patienten einer Palliativstation die Würdezentrierte Therapie?

Sylvia Brathuhn
Neue Gedanken zum Thema Kommunikation und Würde


Etc.


Die Würde des Menschen ist unantastbar. Ein Mensch kann seine Würde zwar nicht verlieren, sie kann jedoch verletzt werden. Für viele Menschen ist das Gefühl der verloren gegangenen Würde real. Was kann diesem Gefühl entgegengesetzt werden und wo soll unser Handeln an Selbstverständlichkeit verlieren und an Bewusstheit gewinnen? Wo ist ein reflektierendes Innehalten erforderlich, weil wir uns um die Würde sorgen? Das Themenheft möchte einerseits sensibilisieren, wie dringlich sich die Frage nach der Würde in einer Gesellschaft stellt, die sich zunehmend an Allmacht und Kontrolle orientiert. Andererseits wird kritisch geschaut, wo die Würde ein abstraktes Argument ohne Handlungsaufforderung bleibt.


#| Stephan Hadraschek am 19.02.17 | 0 Comment/s (469) | 0 TB  | » Tipps - Bücher




Dienstag, 31. Januar 2017

Buchtipp - Nils Dahl: "Kodokushi – Lokale Netzwerke gegen Japans einsame Tode"

Nils Dahl
Kodokushi – Lokale Netzwerke gegen Japans einsame Tode
transcript Verlag, 2016

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transcript-Verlag.de

Kodokushi (jap. 孤独死, dt. „einsames Sterben“ oder „einsamer Tod“) bezeichnet das Versterben von zumeist vereinsamten Personen, bei denen das Ableben längere Zeit unbemerkt bleibt [...]"
wikipedia.de

Das Buch von Nils Dahl trifft einen Nerv der Zeit: Die Vereinsamung, Isolierung alter Menschen insbesondere am Lebensende. Der in der Soziologie gebräuchliche Terminus "sozialer Tod" beschreibt diesen Sachverhalt zumindest ansatzweise. Ein weiterer deutscher Terminus - "einsame Tode/Tote" - variiert in der Forschung mitunter. So wird auch von "vereinsamten Toden/Toten" gesprochen. Interessant ist bei Dahl die Beschreibung auch als "unumsorgter Tod" (S. 128 ff.).

Das japanische Wort "Kodokushi" beschreibt Todesfälle von sozial isolierten Personen, die erst nach längerer Zeit aufgefunden werden. Dies widerspricht (nicht nur in Japan) der Vorstellung eines guten Todes. Darüber hinaus nimmt das Wort "Kodokushi" in der Diskussion über die Alterung der Gesellschaft in Japan eine zentrale Rolle ein: Es steht für die abnehmende Bedeutung traditioneller Sozialbeziehungen und als Ausdruck für eine allgemeinen Krisenstimmung.

Zum Beispiel ist "Kodokushi" in den Randbezirken im Westen und Osten Tokios Alltag. Dort beträgt der Anteil der über 65-Jährigen rund ein Drittel der Bevölkerung. 2012 starben nach Angaben der Stadtregierung ca. 2800 Menschen den einsamen Tod. In vielen kleinen Stadtbezirken Tokios und anderer Städte gibt es Ansätze von engagierten Ärzten und Sozialarbeitern und meist älteren Freiwilligen, soziale Strukturen zu schaffen, die die Vereinsamung verhindern sollen.
Der Autor stellt in seinem Buch sowohl innovative Gegenmaßen als auch mögliche Probleme der jeweiligen Ansätze vor.
Weiterführend können (und sollten) die Erfahrungen Japans mit den entsprechenden lokalen Maßnahmen und Angeboten von Hilfsorganisationen in Deutschland - als Ländervergleich - genutzt werden. Denn die Thematik der "einsamen Tode" wird sich auch in Deutschland potenzieren:
Die Entindividualisierung - anonym leben, anonym sterben, anonym bestatten wird besonders in hochindustrialisierten Staaten und deren Metropolen deutlich.

Inhalt:

1. Einführung

2. Begriffliche Hintergründe

3. Die moderne Konstruktion traditionell japanischer Gemeinschaftlichkeit

4. Vom Randphänomen zum Symptom einer kranken Gesellschaft: Semantischer Wandel des Wortes kodokushi

5. Was sind einsame Tode?

6. Maßnahmen gegen einsame Tode in der Tokiwadaira Danchi

7. Theoretische Reflexion



Zum Autor:
Nils Dahl, geb. 1986, studierte an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf die Fächer Modernes Japan und Kommunikations- und Medienwissenschaften. Er promovierte am Graduiertenkolleg "Alter(n) als kulturelle Konzeption und Praxis".


#| Stephan Hadraschek am 31.01.17 | 0 Comment/s (341) | 0 TB  | » Tipps - Bücher


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