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Grabengel, III. Städtische Friedhof Stubenrauchstraße, Berlin

Die "Love-Parade" wurde zur "Grief-Parade" - zum Totentanz
Ministerpräsidentin Kraft versprach in einer bewegenden Ansprache die Aufklärung der Geschehnisse - und forderte ein Umdenken der Gesellschaft.
Kraft brachte ihre tiefe persönliche Betroffenheit zum Ausdruck - eine Seltenheit im politischen Establishment.
In Deutschland sollten die Menschen "unser Wertesystem überdenken." Der Mensch müsse wieder "Leitlinie unseres Handelns sein. Das muss, das wird, unsere gemeinsame Verpflichtung sein", versprach Kraft.
Nach den großen öffentlichen Trauer- und Gedenkkundgebungen der letzten Zeit (Michael Jackson, Robert Enke...) muss endlich ein generelles Umdenken stattfinden: Nicht nur der Mensch muss "Leitlinie des Handelns" sein - auch die existentielle Erfahrung des Todes, der Endlichkeit des Lebens, muss (wieder) ein Bestandteil unser aller Leben werden.
Erst dadurch wird einer Hybris begegnet, die unsere Gesellschaft nach wie vor beherrscht:
Selbstüberschätzung, Hochmut, Arroganz und Realitätsverlust bestimmen das gesellschaftliche Handeln. Demut und Ehrfurcht vor dem Leben - und dem Tod - wären jetzt notwendig.
spiegel.de/panorama
spiegel.de
zeit.de
Es ist schon ärmlich - aber war zu erwarten:
Schuldzuweisungen, Besserwisser-Geschwätz, Verantwortungslosigkeit ohne Ende beim Thema "Love Parade 2010 in Duisburg". Nicht nur, aber auch deswegen ist die enorme Anteilnahme mit Wut gekoppelt. Dabei kommen die Opfer und deren Angehörige meist zu kurz.
Aber gerade hier wäre es jetzt wichtig, Verantwortliche zu benennen oder besser: Die Verantwortlichen bekennen sich selbst und stehen dazu.
Aber warum scheint "Verantwortung" heute immer mehr ins Abseits zu geraten? Sind Politiker, Veranstalter, Behören etc. nur noch Feiglinge und Bürokraten, die sich hinter Verordnungen, Anordnungen und Gesetze verschanzen?
Verantwortung bedeutet, für die Folgen eigener oder fremder Handlungen Rechenschaft abzulegen [...] Eine Grundvoraussetzung hierfür ist die Fähigkeit zur bewussten Entscheidung. Eine Verantwortung zieht immer eine Verantwortlichkeit nach sich, d. h. dafür Sorge zu tragen, dass die Entwicklung des Verantwortungsbereichs im gewünschten Sinne verläuft.
wikipedia.de
Haben denn alle Beteiligten vielleicht gar keine "bewussten" Entscheidungen getroffen?
Wenn nicht, gehören viele aus dem Verkehr gezogen und sollten der Justiz überantwortet werden. In der Hoffnung, diese ist sich ihrer Rolle bewusst!
Die Duisburger tragen schwer an der Katastrophe vom Samstag. Nach Schätzungen der Polizei kommen täglich Tausende in den Tunnel unter dem Alten Güterbahnhof. "Sie kommen von überall her - aus dem gesamten Ruhrgebiet, aber wir wurden auch von Leuten aus Marburg, Hamburg und München angesprochen", sagt ein Polizist.
In dem 300 Meter langen Tunnel riecht es nach Kerzenwachs. Flackernde Lichterketten weisen den Weg ins dunkle Innere. Aus Teelichtern sind Kreuze, ineinander verschlungene Herzen oder die Zahl 21 geformt. Dazwischen liegen einzelne Rosen, Sonnenblumen und wuchtige Gestecke, in Auftrag gegeben von einem Seniorenstift aus Duisburg, namhaften Firmen, Privatleuten. Kinder zünden Kerzen an, die der Wind wieder ausweht, und betrachten die Fotos der Toten.
spiegel.de
Strahlenden Glanz für ihre graue, geplagte Stadt hatten sich die Duisburger von der Love Parade erhofft. Doch nach der Katastrophe sind die Menschen voller Trauer - und fürchten zudem, als "ewige Verlierer" gebrandmarkt zu sein.
spiegel.de/panorama

Nach offiziellen Angaben sind jetzt (26.07.) 20 Menschen ums Leben gekommen.
Bei der Love Parade in Duisburg sind mindestens 15 Personen ums Leben gekommen. Sie wurden bei einer Massenpanik in einem Tunnel erdrückt. Sie hatten gegen 17 Uhr versucht, auf das Gelände zu gelangen, auf dem die Love Parade stattfindet. In einem Tunnel zum Festivaleingang kam es zur Panik, nachdem das Gelände gerade gesperrt worden war und es kein Durchkommen mehr gab. Ein Augenzeuge sagte dem Nachrichtensender n-tv, der Tunnel habe wie eine "Falle" gewirkt.
Bundespräsident Christian Wulff hat bestürzt auf das Unglück reagiert und zugleich eine rückhaltlose Aufklärung der Ursachen gefordert
Derzeit wird ermitelt. Es wird durch die Staatsanwaltschaft u.a. geprüft, ob das Sicherheitskonzept überhaupt angemessen war.
Polizei und Feuerwehr in Duisburg hatten eine eigene, weiterreichende Planung für die Millionenparty entwickelt - mit der sie sich allerdings in der Stadt nicht durchgesetzt haben.
Es ist zu hoffen, dass die Untersuchungen schnell zu Ergebnissen kommen und Verantwortliche benennen.
Ein Fazit für die Menschen könnte sein: Massenveranstaltungen auf begrenzten Räumen zu meiden.
spiegel.de/themenseite
faz.net
spiegel.de
spiegel.de
Es ist Gewissheit: Die Neuköllner Jugendrichterin Kirsten Heisig ist tot.
Die Leiche der Neuköllner Jugendrichterin Kirsten Heisig wurde am Samstag im Tegeler Forst gefunden. Nach dem vorläufigen Obduktionsergebnis gebe es keinen Hinweis auf ein Fremdverschulden, so ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.
Für Weggefährten von Kirsten Heisig, die zwei halbwüchsige Kinder hinterlässt, ist es unvorstellbar, dass die kämpferische und energievolle Richterin freiwillig aus dem Leben geschieden sein soll. „Diese Frau war die Lebenslust pur“, sagte Neuköllns Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky gestern dem Tagesspiegel: "Für alle, die sich hier in Berlin um eine realistische Auseinandersetzung mit Jugendgewalt und -kriminalität sowie mit Problemen und Chancen von Integration bemühen, war und ist sie unersetzlich."
[...] Dass die Nachricht vom Tod der engagierten Richterin ausgerechnet mit dem Jubel über das Argentinien-Spiel zusammenfiel, fand Heinz Buschkowsky makaber: „Kirsten Heisig hätte sich so über diesen Sieg gefreut."
tagesspiegel.de
Sargsplitter wird diesen tragischen Fall weiter beleuchten.
In dem aufschlussreichen "Nachruf auf Kirsten Heisig" von Werner van Bebber und Sandra Dassler (Tagesspiegel) wird die Person Kirsten Heisig deutlich:
"Kirsten Heisig war politisch im Sinn von: So darf das nicht weitergehen. Wer sie kennenlernte, hätte nicht sagen können, ob sie die Grünen, die SPD oder die CDU gewählt hat. Sie schätzte die bürgerliche Ordnung – und sah, dass diese in manchen Teilen der Stadt so gut wie nicht mehr galt. Und dass es Leute gab, die daran litten, verprügelte friedliebende Jugendliche genauso wie beraubte Rentnerinnen. Dagegen ging sie an."
Es geht nicht um Mystifizierung oder gar Apotheose einer engagierten Frau. Sondern um Würdigung und Einordnung.
Weshalb sich Kirsten Heisig das Leben nahm, wissen wir nicht- und wir werden es wohl nie erfahren. Es steht auch niemandem zu, darüber zu urteilen oder zu richten. Wir haben es zu respektieren, so furchtbar es auch ist.
Den Angehörigen gilt meine aufrichtige Anteilnahme - in diesem Augenblick ist allein Schweigen.
Und besonders den Kindern wünsche ich für die kommende Zeit ohne Mutter viel Kraft, Mut und Zuversicht sowie viele liebe Menschen, die sie trösten und zur Seite stehen.
tagesspiegel.de
Es war ein Schock: Michael Jackson - tot!
Dies ist genau ein Jahr her.
Michael Jackson starb völlig überraschend in seinem Haus in Los Angeles. Zu einem Zeitpunkt, als sich das 50-jährige Pop-Genie gerade auf eine 50 Konzerte umfassende Jubiläumsfeier in der Londoner o2 Arena vorbereitet hatte.
Seitdem war er so präsent wie in den letzten Jahren sei seines Lebens nicht (Gerichtstermine ausgenommen).
focus.de
michaeljackson.com/de/home
n-tv.de
sargsplitter.de
"Schwermut und Schönheit" -
Trauerkleider aus dem Museum of World Funeral Culture, Novosibirsk"
6. Juni bis 22. August 2010
Unter dem Titel "Schwermut und Schönheit" zeigt das Deutsche Textilmuseum Krefeld seit Sonntag eine Ausstellung über Trauerkleider des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Die Schau in Zusammenarbeit mit dem Kuratorium Deutsche Bestattungskultur zeigt prächtige Gewänder, die für das Museum of World Funeral Culture in Novosibirsk angefertigt wurden...
epd.de
Textilmuseum Krefeld
Leider scheint es immer alltäglicher zu werden: Deutsche Soldaten sterben immer häufiger...
Als Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg an diesem Donnerstag im usbekischen Termez landete, erwarteten ihn schlechte Nachrichten. Vier deutsche Soldaten getötet, fünf weitere verletzt, zwei schwer - das ist die Kurzbilanz eines Angriffs, der fast gleichzeitig zu seinem Abflug aus Afghanistan stattgefunden hatte. Deutschland trauert erneut um gefallene Soldaten. Keine zwei Wochen nach den Gefechten vom Karfreitag mit drei deutschen Toten.
spiegel.de
_________________________
Dass deutsche Soldaten im "Friedenseinsatz" sterben, gehört mittlerweile leider zum Alltag.
Doch unsere Gesellschaft ist darauf nicht vorbereitet - und muss „Trauer neu lernen“.
Denn die kürzlich in Afghanistan getöteten Soldaten werden nicht die letzten gewesen sein...
Reiner Sörries, Leiter des Sepulkralmuseums Kassel, im Interview über den Umgang mit toten Soldaten:
hna.de
Ein erschreckender Bericht über den seelischen Zustand ehemaliger US-Soldaten.
In seinem Kopf hört der Krieg nie auf: Vietnam-Veteran Barry Romo sieht fast jede Nacht gefallene Kameraden und getötete Vietcong, hört Schreie und Schüsse aus dem Dschungel...
"Bin ich noch ein guter Mensch?"
Eine Frage, die einen ehemaligen Frontkämpfer zerbrechen lassen kann. Zusammen mit den Schuldgefühlen, dass man selber überlebt hat, während andere sterben mussten. Manche sehen im Freitod den einzigen Ausweg. Mehr als 60.000 Vietnam-Veteranen nahmen sich laut einer Studie das Leben. Barry Romo kennt die Zahl gut. Das sind mehr als die US-Streitkräfte an Gefallenen im -nie erklärten - Vietnam-Krieg vermeldeten: 58.193 von rund zwei Millionen Soldaten im Einsatz.
spiegel.de
Drei Tote hat es am Karfreitag bei der Bundeswehr in Afghanistan gegeben - "gefallene" Soldaten. Am "Karfreitag", dem Tag der "Klage" und der "Trauer". Der Freitag vor Ostern, an dem Christen an den Kreuzestodes Jesu Christi gedenken.
Aber es sind auch am Karfreitag fünf afghanischen Soldaten von der Bundeswehr getötet worden. Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg bedauerte "den Tod der afghanischen Soldaten". Allen Afghanen drückte er sein "tiefes Beileid" aus.
Noch heute, am Ostersonntag, sollen die drei getöteten Bundeswehrsoldaten ihre letzte Reise nach Deutschland antreten.
Der Wunsch "frohe Ostern" fällt kein einziges Mal an diesem Ostersonntag im Camp Kunduz der Bundeswehr. Nur der Militärgeistliche erinnert an den Feiertag, er reicht den Soldaten die Hand, lächelt verlegen, er sagt dann "gesegnete Ostern". Die Soldaten nicken, manche sagen nur "tja" oder gar nichts. Was sollen sie auch sagen? Seit zwei, drei Wochen sind sie erst in Afghanistan, mit dem 22. Isaf-Kontingent. Und schon wurde ihnen drastisch vor Augen geführt: Krieg bedeutet Tod. Auch in den eigenen Reihen.
spiegel.de
Für Betroffene sei hier auf zwei Angebote hingewiesen:
Das Netzwerk "Du bist nicht allein" (von zwei betroffenen Frauen gegründet):
www.du-bist-nicht-allein.net
Das Angebot von „TraumAlos e.V.“ soll sich an traumatisierte
Rettungskräfte, Soldaten sowie Opfer von Gewalt und Schicksalsschlägen richten:
www.traumalos.de