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Ob der winzige Campo Santo Teutonico nahe dem Petersdom oder der riesige Cimitero Verano oder der Protestantische Friedhof mit seinen Prominenten-Gräbern - die letzten Ruhestätten in der Ewigen Stadt lohnen einen Abstecher.
«Bis zur nächsten Wache und dann links», weist der Schweizergardist den Weg zum Campo Santo. Zu Roms deutschem Friedhof gelangt niemand zufällig. Er liegt hinter den hohen Mauern des Vatikanstaates, ist kurioserweise aber exterritoriales Gebiet.
az-web.de
Grabstein, Kirchhof St. Laurentii/Süderende, Föhr
Es täuscht: Die Tradition der "fröhlichen" - oder besser: "erzählenden" Grabstelen ist noch nicht alt. Erst seit ca. 1930 wird in dem rumänischem rumänische Dorf Sapânta ein sonderbarer Bestattungsritus gepflegt:
Für jeden Verstorbenen wird ein "Grabstein" (Totenbrett) geschnitzt, auf dem die Lebensgeschichte bzw. die Umstände des Todes erläutert werden.
Angeblich haben die Angehörigen kein Mitspracherecht bei der Gestaltung - alles wird autark vom ansässigen Tischler gefertigt. Ein einträgliches Geschäft...
spiegel.de
Im Beisein des Schwiegersohnes, Mircea Opran, wurden die Särge auf dem Militärfriedhof Ghencea geöffnet.
Mittels DNA-Tests soll herausgefunden werden, ob es sich bei den Toten wirklich um die Ceausescus handelt.
Das Ergebnis der Untersuchung steht zur Zeit (Stand: Juli 2010) noch aus.
nachrichten.ch
wikipedia.de

Gustave Doré: Houndsditch (1872)
wikipedia.de
Nicht nur "Hart Island beherbergt namenlose oder vergessene Tote.
Auch in Berlin gibt es Bestattungsorte, für die sich niemand mehr zu interessieren scheint.
Als erstes Beispiel sei hier der
"Beamtenfriedhof" genannt, der einst der Anstaltsfriedhof ("Anstalts-Kirchhof) des Preußischen Mustergefängnisses Moabit war.
In zentraler Lage in Nähe des Berliner Hauptbahnhofs im Ortsteil Moabit diente er als Begräbnisstätte für die Vollzugsbeamten und Gefangenen des angrenzenden Zellengefängnisses Lehrter Straße.
Man kann es sich kaum vorstellen: Für die Toten in New York, um die sich niemand kümmert, gibt es eine Insel - Hart Island.
Nur Obdachlose und Drogenabhängige seien auf der Insel begraben, ist die Vorstellung mancher New Yorker. Das stimmt zwar auch, doch so viele Obdachlose und Drogenabhängige gibt es selbst im Big Apple nicht. Die Krankenhäuser in der Stadt müssen Verstorbene nur zwei Wochen aufbewahren. Wenn in dieser Zeit niemand erklärt, die Kosten für ein Begräbnis zu übernehmen, werden die Leichen weggeschafft – Kühlräume sind ein Kostenfaktor.
1865 diente die Insel zum ersten Mal als Friedhof. Die Armenfriedhöfe in Manhattan wurden mehr und mehr von der sich ausbreitenden Stadt "eingeholt". Daher entschloss man sich, in ausreichender Entfernung - rund 16 Meilen (ca. 25 Km) - einen neuen anzulegen. Und da ist er noch heute, der Armenfriedhof von New York, auch Potter`s Field genannt.
"Warum gibt es diesen Ort?", ist die Frage, die Melinda Hunt seit 20 Jahren umtreibt. Die Künstlerin hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, an die Toten auf Hart Island zu erinnern. "Die Stadt versucht, es unsichtbar zu machen", sagt Hunt. "Es ist wie der Versuch, Beweise zu verschleiern."
hartisland.net
"Hart Island umspült eine tiefe Traurigkeit", sagt Kenneth Jackson, Geschichtsprofessor an der Columbia University. "Das schlimmste ist, dass die Insel abgesperrt ist." Wenn sich in der Zukunft Historiker oder Anthropologen mit New York beschäftigen, werden sie wohl zu dem Schluss kommen, dass "wir eine Gesellschaft haben, die sich nicht in dem Maß um ihre schwächsten Mitglieder kümmert, wie das andere Gesellschaften tun, die deutlich ärmer sind als wir", sagt Jackson. "Die Ungleichheit im Leben setzt sich bei uns sogar nach dem Tod fort."
Traurig, aber für die USA nicht verwunderlich.
Doch wenn sich bestimmte Entwicklungen in Deutschland weiter fortsetzen, wäre ein "Hart Island" auch hier vorstellbar. Viele kleine "Hart Islands" gibt es ja bereits, wenn man nur an die "ordnungsbehördlichen Bestattungen" ("Ersatzbestattungen") denkt...
zeit.de
wikipedia.de
Der Kölner Zentralfriedhof Melaten wurde am 29. Juni 1810 eingeweiht .
Der Name Melaten verweist auf das französische Wort „malade“, krank, und erinnert an das ehemalige Leprosenasyl, das sich einst auf dem Gelände befand. Die Kölner Stadtverwaltung erwarb Anfang des 19. Jahrhunderts das Gelände und ließ die Gebäude abreißen. Nach jahrelangen Verzögerungen entstand der erste zentrale Friedhof für die Bürger der Stadt. Innerhalb der Stadtmauern gelegene Grabstätten wurden geschlossen.
domradio.de