Archiv: September 2010

Do Sep 30, 2010

Buchtipp - Chris Paul: "Schuld - Macht - Sinn"

Chris Paul:
Schuld - Macht - Sinn
Arbeitsbuch für die Begleitung von Schuldfragen im Trauerprozess

„Trauer und Schuld“ gehören ebenso zum Trauerprozess wie „Trauer und Wut“ oder „Trauer und Angst“. Daher stellt sich die Frage nach „Schuld“ häufiger, als man gemeinhin annimmt. Denn bei vielen Todesursachen wie Unfall, plötzlichem Tod und besonders bei Suizid stellt sich der Überlebende immer wieder denselben Frage: Habe ich (sogar) eine Mitschuld? Hätte ich es verhindern können? Hätte ich etwas merken müssen? Zudem wird „Schuld“ auch auf andere Personenkreise ausgedehnt: Ärzte, Pflegepersonal, Rettungskräfte und gar Verwandte können somit „schuldig“ werden. Chris Paul hat ein Arbeitsbuch für die Begleitung von Schuldfragen im Trauerprozess geschrieben – und „[…] ein empirisches Buch. Es ist entstanden durch Beobachtung, Zuhören, Ausprobieren und gedankliche Verknüpfung des Erlebten und Beobachteten“ (Chris Paul).
Oft fragt man sich im Zusammenhang mit einem Todesfall oder einer anderen Verlustsituation, "ob dies nicht zu vermeiden gewesen wäre…".
Besonders Kinder, die nur einen kleinen Teil der Realität erfassen und über die Zusammenhänge nicht informiert wurden, weil man sie nicht belasten wollte, empfinden den Tod eines geliebten Menschen - oder auch die Trennung der Eltern - völlig zu Unrecht als eigenes Versagen.
Dann kommt zu dem Verlustschmerz der Trauer auch noch das Gefühl der Schuld.
Es ist sehr wichtig, sich selbst, bzw. den Kindern in einem solchen Fall deutlich zu sagen: " Es gibt keine Schuld. Du kannst nichts dafür. Denn du hast es nicht gewollt."

Gütersloher Verlagshaus

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Stephan Hadraschek am 30. September 2010, 21:09 | 0 Comment/s (2424) | 0 Trackbacks | » Tipps - Bücher

Mi Sep 29, 2010

Himmelstor

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Stephan Hadraschek am 29. September 2010, 22:09 | 0 Comment/s (6689) | 0 Trackbacks |

So Sep 26, 2010

Buchtipp - Kneer, Georg / Schroer, Markus (Hg.) : "Handbuch Spezielle Soziologien"

Das wissenschaftliche Feld der Soziologie hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten umfassend ausgeweitet. Immer mehr Spezialuntersuchungen zu Teilgebieten des menschlichen Zusammenlebens kamen hinzu, die Ergebnisse ermöglichen immer detailliertere Aussagen zu den untersuchten Bereichen. Das die Soziologie eine kaum mehr zu überblickende Disziplin darstellt, zeigen die vielen so genannten „Bindestrichsoziologien“. Schon Niklas Luhmann hatte seinerzeit eine Professur für Soziologie einer für Rechtswissenschaften vorgezogen, da er somit einer beträchtlichen Bandbreite von Interessen nachgehen konnte.
Daher war eine Zusammenfassung – ein Handbuch der speziellen Soziologien - ein Desiderat.
Das Handbuch des VS Verlages, herausgegeben von Georg Kneer und Markus Schroer, gibt einen umfassenden Überblick zu den „Speziellen Soziologien“, die derzeit im Wissenschaftsbetrieb und erforscht werden.

VS Verlag

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Stephan Hadraschek am 26. September 2010, 19:09 | 0 Comment/s (1705) | 0 Trackbacks | » Tipps - Bücher

Sa Sep 25, 2010

Buchtipp - Sylvia Frevert : "FriedWald. Die Bestattungsalternative"

Sylvia Frevert :
FriedWald. Die Bestattungsalternative

Alternative Bestattungsformen gibt es seit einigen Jahren – darunter auch die so genannten Naturbestattungen. Unter diesem Sammelbegriff fasst man die Bestattungsformen außerhalb herkömmlicher Friedhöfe – naturnah – zusammen. Der Begriff „Naturbestattungen“ wird seit den 1990er Jahren verwendet und entstand im Zusammenhang mit der Alternative „Friedwald“.

Sylvia Frevert hat nun ein Buch über „Friedwald“ geschrieben, dass man auch als hervorragende Marketingmaßnahme der Friedwald GmbH verstehen muss: Dafür steht schon die Gestaltung des Einbandes, der dem Corporate Design dieser Firma entspricht. Denn “Friedwald“ ist ein Wirtschaftsunternehmen, das sich seinen Namen (FriedWald) europaweit markenrechtlich geschützt hat.
Frevert beschreibt die Entwicklung der alternativen, neuen Bestattungskultur und unterstreicht damit die Bedeutung von "Friedwald". Sie stellt das Konzept dar und berichtet auch über neue Berufsbilder: Der Förster als "Trauerbegleiter" (ein mittlerweile inflationärer Begriff, Anm. d. Verf.). Interessant zu lesen ist die Idee "Friedwald" seit 2001 in Deutschland. Auch, dass es Schwierigkeiten gab, wird nicht verschwiegen. Denn am Anfang war der Widerstand groß. Insbesondere die Kirchen taten die Naturbestattung als „heidnisch“ ab. das Aber das Modell kann zu Recht als Erfolgsmodell beschrieben werden, denn es wächst weiter. Bester Beweis ist, dass "Friedwaldbestattung"mittlerweile als Synonym für eine Bestattung im Wald verwendet wird.
Im Schlusskapitel beschreibt Sylvia Frevert den Ablauf einer Bestattung in einem Friedwald: Von der Waldführung, der Baumauswahl bis zur Beisetzung und Gestaltung der Zeremonie.
"Friedwald" begreift sich selbst als ökologische Bestattungsform, die für Natur- und Umweltschutz steht. Denn die Natur übernimmt dabei die Grabpflege.
Das Buch ist außerordentlich gut aufgemacht (gutes Bildmaterial, hochwertiges Papier) und der Text ist auch für den interessierten Laien verständlich. Gut wäre gewesen, wenn Frevert "Friedwald" nicht nur als Alternative, sondern auch als "Gefahr" für herkömmliche Friedhöfe thematisiert hätte. Aber diese Diskussion hätte den Band wohl von der eigentlichen Idee zu sehr entfernt.

Zur Autorin:
Sylvia Frevert, geboren 1961, Studium der Germanistik und Rechtswissenschaft, Journalistin und Fachbuchautorin.

176 Seiten
Paperback, Klappenbroschur
ISBN: 978-3-579-06834-3
17,95 € [D]

Gütersloher Verlagshaus

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Stephan Hadraschek am 25. September 2010, 21:09 | 0 Comment/s (2038) | 0 Trackbacks | » Tipps - Bücher

Mo Sep 20, 2010

Amoklauf in Lörrach

Am Tag nach dem Amoklauf in Lörrach sind die Einwohner der idyllischen Kleinstadt zutiefst verstört. Warum tötete Sabine R. ihren Noch-Ehemann und den Sohn und schoss dann wahllos auf Passanten? Besonders stark wirkt das Geschehen am Tatort Elisabethen-Krankenhaus nach.

Doch ein Amoklauf ist nicht nur ein wildes umherschießen und fremde Leute töten: Amok ist in den meisten Fällen ein erweiterter Suizid, der entweder am Ende selbst vollzogen wird - oder, wie in Lörrach, durch den Schuss eines Polizisten. Und dann nicht mehr von eigener Hand, aber in voller Absicht herbeigeführt.

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Durch Trauer, Wut, Verzweiflung und Selbsthass wird die Perspektive immer enger.

spiegel.de


Stephan Hadraschek am 20. September 2010, 21:09 | 0 Comment/s (1859) | 0 Trackbacks | » Trauer

Do Sep 16, 2010

Tag des Friedhofs in Berlin

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Es ist wieder so weit: Der diesjährige "Tag des Friedhofs" findet am kommenden Wochenende (18./19.9.2010) bundesweit statt.
Dieser Tag ist eine bundesweite Initiative der Friedhofsgärtner, Bestatter, Steinmetzen, Floristen, der Städte und Kommunen, der Friedhofsverwaltungen, der Religionsgemeinschaften sowie von vielfältigen Initiativen und Vereinen vor Ort.

In Berlin findet der "Tag des Friedhofs 2010" auf dem Evangelischen Friedhof Karlshorst statt.

Mehr Informationen unter:
Landesverband Gartenbau und Landwirtschaft Berlin e.V.
Boelckestraße 117, 12101 Berlin
Telefon: (030) 7 863 763
E-Mail: beutel@ftb-berlin.de

flyer_berlin_2010.pdf


Stephan Hadraschek am 16. September 2010, 21:09 | 0 Comment/s (1739) | 0 Trackbacks | » Tipps

Mi Sep 15, 2010

Australiens Katholiken verbieten Popsongs und Hymnen auf Beerdigungen

Es scheint, als hätte die katholische Kirche Australiens einen Schritt getan, den sich hiesige Geistliche auch wünschen: Ein Verbot gegen das Spielen von Popsongs und Vereinshymnen auf Trauerfeiern.
Angeblich sei "die kirchliche Atmosphäre der Feier in Gefahr". Der Melbourner Erzbischof Denis Hart hält diese Musik nicht für angemessen und will sie nicht weiter dulden.

Nun denn. Wenn nur dadurch die kirchliche (respektive katholische) Beerdigungszeremonie in Gefahr gerät, kann sich die (katholische) Kirche glücklich schätzen...

Das Verbot stieß nicht nur auf Zustimmung. Gemeindepfarrer Bob Maguire sagte zu der Zeitung "Herald Sun", Beerdigungen seien in seinen Augen eine "Familienangelegenheit, der Geistliche beiwohnen, und keine Kirchenangelegenheit, der die Familie beiwohnt". Bestattungsunternehmer klagen, der Erzbischof habe kein Verständnis für die Wünsche und Vorstellungen seiner Kirchengemeinden. Viele Familien würden sich nicht nur ausgewählte Musik wünschen, vielmehr beständen Anfragen, auch Filme über das Leben der Verstorbenen zu zeigen. (pro)

pro-medienmagazin.de


Stephan Hadraschek am 15. September 2010, 23:09 | 0 Comment/s (1717) | 0 Trackbacks | » Bestattung

Sa Sep 11, 2010

Geimeinsamer Suizid: Das Ehepaar von Brauchitsch

Es hört sich schlimm an, doch es war ihr freier Entschluss:
Der frühere Flick-Manager Eberhard von Brauchitsch und seine Frau Helga begingen gemeinsamen Suizid. Das Ehepaar war laut Aussagen ihrer Tochter schwer krank und wollte - so lange beide noch selbst darüber entscheiden konnten - dem Leiden ein Ende setzen.

Dies erinnert sehr an den "Skandal"-Roman "Schlemm" von Nicola Bardola (siehe hierzu auch die Besprechung bei sargsplitter.de).
Darin ist der Autor mit unsentimentaler Präzision Nicola Bardola den letzten Weg seiner Eltern nachgegangen. Er versuchte zu begreifen, warum seine Eltern freiwillig aus dem Leben schieden, warum sie Schlemm angesagt haben, dieses höchste Ziel, als Begriff aus dem Bridge entlehnt.

spiegel.de

bardola.de


Stephan Hadraschek am 11. September 2010, 23:09 | 0 Comment/s (1717) | 0 Trackbacks | » Tod

Do Sep 09, 2010

Reihengrab...


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Kirchhof St. Laurentii/Süderende, Föhr


Stephan Hadraschek am 09. September 2010, 23:09 | 0 Comment/s (1721) | 0 Trackbacks | » Friedhof

Sa Sep 04, 2010

Hamburg, das Gold und die Gier

Es war (wieder einmal) ein Schock:
Mitarbeiter eines Krematoriums bereichern sich an Verstorbenen!
Wir alle erinnern uns an die kriminellen Machenschaften in Nürnberg:
Dort wurden 2009 wegen Diebstahls von Zahngold im Krematorium des Nürnberger Friedhofs sechs Angestellte zu Bewährungsstrafen zwischen sechs und zwölf Monaten verurteilt.

Und nun Hamburg:
Leichenfledderei im Krematorium Öjendorf: Mitarbeiter klauten jahrelang Goldfüllungen und Ringe.
mopo.de/archiv

Doch wie ist der Diebstahl überhaupt aufgefallen? Der Geschäftsleitung der Hamburger Friedhöfe war wohl schon vor Längerem aufgefallen, dass die die ordnungsgemäß abgelieferten Mengen an Edelmetallrückständen aus den Einäscherung immer geringer geworden seien. Kaum anzunehmen, dass plötzlich alle Verstorbenen kein Zahngold u.ä. mehr aufwiesen.
Aber wie wird damit überhaupt verfahren? Dazu Lutz Rehkopf, Sprecher der Hamburger Friedhöfe AöR: "Es gibt zwei Möglichkeiten", so Rehkopf. "Entweder die Angehörigen erheben darauf vor der Einäscherung ausdrücklich Anspruch. Dann müssen sie einen Zahnarzt schicken, der das Zahngold entfernt. Tun sie das aber nicht und wird der Leichnam mitsamt Zahngold und Schmuck eingeäschert, gehören die Edelmetallrückstände in der Asche uns." Die Hamburger Friedhöfe spenden das Geld an die Stiftung Deutsche Kinder-Krebshilfe in Bonn."
Da fragt sich, wie das die anderen Krematorien in Deutschland handhaben?

Angeblich soll der Diebstahl in Hamburg pro Jahr einen Gewinn von 40.000 Euro abgeworfen haben.
Doch es ist nicht nur der "Diebstahl", sondern der ungeheure Vertrauensbruch im Umgang mit Verstrobenen - und deren Angehörige. Bestattung ist und bleibt die sensibelste Dienstleistung, die es gibt.

mopo.de

Aber es betrifft nicht nur den Bestattungsbereich:
Auch in Zahnarztpraxen werden Diebe fündig: Allein in Nordrhein- Westfalen gab es in diesem Jahr nach Angaben des Landeskriminalamts bislang 27 Einbrüche in Dentallabors und Praxen. Sie stahlen zahlreiche Brücken und Kronen.
n24.de


Stephan Hadraschek am 04. September 2010, 22:09 | 0 Comment/s (1850) | 0 Trackbacks | » Bestattung

Fr Sep 03, 2010

Buchtipp - Erni Kutter : "Schwester Tod"

Erni Kutter
Schwester Tod
Weibliche Trauerkultur. Abschiedsrituale, Gedenkbräuche, Erinnerungsfeste
Kösel Verlag 2010

Frauen trauern anders?
Nach Lektüre dieses Buches kann diese Frage mit einem Ja beantwortet werden.
Erni Kutter möchte mit dem Buch den reichen Erfahrungsschatz alter Traditionen, Mythen und Märchen wieder beleben. (Alte) Rituale und Bräuche eines nur scheinbar vergangenen (hauptsächlich) weiblichen Wissens sollen Frauen in ihrem Umgang mit Tod und Trauer unterstützen. Die Autorin verbindet religions- und kulturgeschichtliche Informationen mit Vorschlägen für eine neue Trauerkultur.
"Schwester Tod" spricht vorzugsweise Frauen an. Erni Kutter erinnert sich und ihre Leserinnen daran, dass die Sterbebegleitung und die Totenfürsorge seit jeher eine Domäne der Frauen war. Doch sollte es ebenso von Männern gelesen werden, denn viele Informationen und Anregungen sind "unisex" verwendbar.
Das Buch ist eine kompetente Hilfe für Trauernde und Menschen, die Sterbende begleiten, ist aber auch hervorragend geeignet für alle, die sich mit der eigenen Sterblichkeit beschäftigen wollen.

Kösel Verlag

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Stephan Hadraschek am 03. September 2010, 23:09 | 0 Comment/s (1486) | 0 Trackbacks | » Tipps - Bücher